Torlos glücklich: Rhynern holt Punkt in Erndtebrück

Die emsige Solo-Spitze Dimitrij Seludko (rechts) vergab die größte RhyneranerTorchance. - Fotos: Stock

ERNDTEBRÜCK -  Erst 1:1 gegen RW Ahlen, jetzt 0:0 beim TuS Erndtebrück: Innerhalb von sechs Tagen haben die Oberliga-Fußballer des SV Westfalia Rhynern den Aufstiegshoffnungen zweier ambitionierter Klubs Dämpfer verpasst. Beim torlosen Remis im Wittgensteiner Land ragte Torwart Dennis Wegner aus einem kampfstarken Gäste-Kollektiv heraus.

Gleich mehrfach hatte er sein Team vor dem Rückstand bewahrt. „Wir können uns bei Dennis bedanken, dass wir hier einen Punkt mitnehmen. Der war verdient“, sagte Trainer Björn Mehnert nach dem vierten Remis aus den vergangenen fünf Partien.

Mit Macht hatten die Gastgeber gegen eine auf zwei Positionen veränderte Rhyneraner Elf – Dimitrij Seludko spielte für Denis Rödel, Michael Wiese für Adem Cabuk – auf die frühe Führung gedrängt. Bereits in der zweiten Minute feuerte Thomas Ziegler einen ersten Warnschuss ab. Auch in der Folge hatte der TuS deutlich mehr vom Spiel, allerdings keine zwingende Torchance. „Wir haben sieben, acht Minuten gebraucht, um uns zu sortieren. Danach haben wir es in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht“, meinte Mehnert. Sein Team hielt die gefährlichen TuS-Außen in Schach; hohe Bälle, mit denen es die Gastgeber immer wieder versuchten (insgesamt 9:1 Ecken) wurden leichte Beute der Gäste-Abwehr, die zudem zwei aussichtsreiche Konter durch geschicktes Abseitsstellen unterband. Torraumszenen gab es in dem von vielen Unterbrechungen zerhackten Duell kaum. „Wir wussten, dass wir nicht viele Gelegenheiten bekommen würden“, sagte Mehnert. Mehr Gefahr als bei einem abgeblockten Schuss von Dustin Wurst (25.) beschworen die Gäste nicht herauf.

Das änderte sich in der lebhafteren zweiten Halbzeit: Erndtebrücks Torwart Timo Bäcker ließ einen 22-m-Schuss von Tobias Urban nach vorn prallen, Seludko kam aber zu spät (54.). Für die aufgeschreckten Erndtebrücker begann nun die beste Phase im Spiel. Torjäger Markus Waldrich scheiterte an Wegner, nachdem er ihn nach einem Steilpass des auffälligen Rechtsverteidigers Fatih Tuysuz bereits umkurvt hatte (54.). Rhynerns Schlussmann machte innerhalb von vier Minuten weitere klare Chancen von Tuysuz (54.) und Andre Schilamow (57., 58.) zunichte. „In der Phase sind wir ins Schwimmen gekommen“, sagte Verteidiger David Schmidt, der eine der TuS-Chancen mit einem Fehler eingeleitet hatte. Es blieb beim 0:0 – TuS-Trainer Florian Schnorrenberg konnte es nicht fassen.

Unfassbar war für die Gäste auch das, was sich in der 68. Minute auf der anderen Seite ereignete. Nach einer Flanke von Bechtold legte Bengsch per Brust für Seludko vor, der sich frei vorm Tor für die falsche Ecke entschied – Bäcker lenkte den Ball mit den Fingerspitzen am Pfosten vorbei. „Wir hatten die Chance zu gewinnen, aber es wäre ein sehr glücklicher Sieg gewesen“, sagte Mehnert, dessen Team gegen unermüdlich anrennende Erndtebrücker nichts mehr anbrennen ließ. „Ich bin stolz. Wir hatten eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz. Das war läuferisch und kämpferisch top“, lobte Mehnert – und schenkte seinen Spielern einen trainingsfreien Tag. - sst

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