Torjäger Lennard Kleine bleibt eine weitere Saison in Rhynern

Rhynerns Torjäger Lennard Kleine (blaues Trikot) ist nicht immer mit fairen Mitteln zu stoppen.
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Rhynerns Torjäger Lennard Kleine (blaues Trikot) ist nicht immer mit fairen Mitteln zu stoppen.

Im vergangenen Jahr hatte Lennard Kleine lange überlegt, ob er beim Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern bleibt. Nun hat er sich viel früher dazu entschieden.

Hamm – Vor einem Jahr hatte Lennard Kleine wochenlang gegrübelt. Soll er weiter Fußball spielen? Oder mal eine Pause einlegen? Letztlich dauerte es bis Ende Juni, ehe sich der Toptorjäger des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern durchgerungen hatte und seine Zusage gab, weiter am Papenloh dem Leder nachzujagen. In dieser Spielzeit hat der 27-Jährige nicht so lange gebraucht, um sich darüber im Klaren zu sein, wie seine sportliche Laufbahn weitergeht. „Ich werde auch in der nächsten Saison für Rhynern spielen“, sagt Kleine – und fügt auch gleich die Erklärung hinzu, warum er seinen Entschluss dieses Mal so schnell gefasst hatte: „Zum einen haben wir alle fast ein halbes Jahr kein Fußball gespielt. Da ist die Lust einfach groß. Zum anderen muss ich mich langsam mal beruflich orientieren, und da passt Rhynern einfach perfekt. Und natürlich habe ich Spaß daran, mit meinen Kumpels zu zocken.“

„Kaltschnäuzig vor dem Tor, aber auch uneigennützig“

Wie wichtig der jüngere der beiden Kleine-Brüder für die Westfalia ist, hat er in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen. In mittlerweile zehn Spielzeiten hat er in der NRW-Liga, Ober- und Regionalliga insgesamt 95 Treffer erzielt. „Allein an diesen Zahlen seit einem Jahrzehnt sieht man, wie wichtig er ist. Er hat ja auch noch rund 50 Tore vorbereitet. Er ist einerseits kaltschnäuzig vor dem Tor wie kaum ein anderer in der Oberliga, setzt aber andererseits auch uneigennützig seine Mitspieler in Szene. Er ist einfach ein kompletter Stürmer”, sagt Trainer Michael Kaminski.

21 Tore zum Regionalliga-Aufstieg beigesteuert

Am erfolgreichsten war Kleine in der Saison 2016/17, als er 21 Mal eingenetzt hatte und einen großen Teil dazu beitrug, dass die Rhyneraner den Sprung in die vierthöchste Spielklasse Deutschlands schafften. In der Regionalliga markierte er dann sieben Treffer. Dabei hatte er im Team der Westfalia gar nicht als Mittelstürmer angefangen, sondern war vom damaligen Trainer Björn Mehnert meist im linken Mittelfeld eingesetzt worden, als er aus der eigenen A-Jugend in den Seniorenbereich hochgerückt war. „Da war ich aber auch ein Hänfling mit etwas mehr als 70 Kilogramm auf den Rippen”, erinnert er sich. Mittlerweile sind ein paar Pfunde dazu gekommen, die er aber auch benötigt, um sich in der zentralen Angriffsposition gegen meist zwei Innenverteidiger durchzusetzen. „Mein Idol ist Sascha Mölders von 1860 München. Der trägt ein paar Kilos zu viel mit sich herum, trifft aber trotzdem überragend”, sagt Kleine, der allerdings froh ist, dass er mittlerweile nicht mehr der Alleinunterhalter in der Rhyneraner Offensive ist: „Auch Gianluca di Vinti, Hakan Sezer, Akhim Seber, Michael Wiese oder mein Bruder Jan sind sehr torgefährlich. Das macht uns ein wenig unberechenbarer.”

Im Training, aber nicht richtig fit

Diese Breite an möglichen Torschützen hat unter anderem dafür gesorgt, dass die Westfalia in den in dieser Saison acht absolvierten Spielen ohne Niederlage geblieben war und auf Rang drei stand. In der neuen Spielzeit, so hofft Kleine, will er mit seinen Teamkollegen an diese guten Leistungen so schnell wie möglich wieder anknüpfen. „Dass es dann wieder so gut läuft, kann uns keiner garantieren. Aber wir bleiben als Mannschaft fast komplett zusammen und bekommen punktuell Verstärkung”, meint Kleine, der allerdings nach der langen Pause mit ein wenig Respekt an den Augenblick denkt, wenn er das erste Mal wieder auf dem Trainingsplatz stehen wird: „Ich gehe ein- bis zweimal pro Woche laufen. Und mache auch zuhause ein bisschen Fitness. Als richtig fit würde ich mich aber nicht bezeichnen. Ich denke, das wird schon sehr ungewohnt sein, wenn wir irgendwann mal wieder loslegen.”

Kleine hat seinen Vertrag bis zum Sommer 2022 verlängert. Anschließend will er schauen, wie es bei ihm studien- und jobmäßig ausschaut. An der Hochschule Hamm-Lippstadt hat er sein Studium mit dem Bachelor abgeschlossen. Entweder will er noch den Master draufsetzen oder ins Berufsleben einsteigen. „Mein Ziel ist es auf jeden Fall, noch im neuen Stadion zu zocken. Und wenn wir dann noch einmal in die Regionalliga aufsteigen könnten, wäre das perfekt. Ich werde jedenfalls alles versuchen, um mit meinen Toren einen Teil dazu beizutragen”, sagt Kleine.

Ausnahmestürmer in der Oberliga

Die Rhyneraner Verantwortlichen jedenfalls freuen sich sehr, dass der Angreifer der Westfalia weiter erhalten bleibt. „Lennard ist in der Oberliga eine Ausnahmestürmer. Er ist eine absolute Persönlichkeit”, sagt Andreas Kersting. Und Kaminski stellt klar: „Das ist eine tolle Nachricht für uns, dass er in Rhynern weiter am Ball bleibt. Auch als Mensch ist Lennard ein feiner Kerl, wir haben ein gutes Verhältnis. Ich denke, das ist für ihn wichtig, dass er sich wohl fühlt. Er ist ein Spielertyp, an dem sich die jungen Akteure orientieren. Er ist definitiv jemand, mit dem ich gerne zusammenarbeite.”

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