Handball

Topduell in Hamm: ASV trifft auf VfL Gummersbach

Felix Storbeck, Torhüter des  ASV Hamm-Westfalen
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Felix Storbeck

Schon am dritten Spieltag der 2. Handball-Bundesliga kommt es am Samstag zum Aufeinandertreffen von ASV Hamm-Westfalen und VfL Gummersbach (19.15 Uhr/Westpress Arena). Eine Partie zweier Mannschaften, die noch verlustpunktfrei sind - und sich den Aufstieg auf die Fahne geschrieben haben. Zuschauer sind coronabedingt aber nicht zugelassen.

Hamm – Die Botschaft, die der VfL Gummersbach schon vor dem Start der gerade begonnenen Spielzeit sendete, war eindeutig. Saisonziel: Aufstieg. Alles andere: indiskutabel. Der VfL ist Traditionsverein, zwölffacher Deutscher Meister, fünfmaliger Sieger des Europapokals der Landesmeister – und selbst, wenn der letzte große Erfolg mit dem Europapokalsieg der Pokalsieger aus dem Jahr 2011 datiert, muss es den Verantwortlichen wie eine Strafe vorkommen, nun schon im zweiten Jahr in Folge in der 2. Bundesliga um Punkte kämpfen zu müssen. Daher verwundert es nicht, dass sich das Ziel der Mannschaft auch für das Duell am Samstag beim ASV Hamm-Westfalen (19.15 Uhr/Westpress Arena) bei allem Respekt für den Gegner auf einen einfachen Nenner herunter brechen lässt. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, lautet die simple Aussage von Rückraumakteur Alexander Hermann.

Das ist in den ersten beiden Begegnungen beim VfL Lübeck-Schwartau (27:25) mit Mühe und zuhause gegen Aufsteiger Fürstenfeldbruck (40:25) mit Bravour gelungen. Leistungen, die den Hammer Trainer nicht überraschen. Schließlich hat auch Michael Lerscht registriert, dass der VfL für viele in der Liga der Topfavorit auf Platz eins und den Aufstieg in die 1. Liga ist. Die Favoritenrolle möchte er den Gästen am Samstag daher gerne überlassen – die Punkte allerdings nicht. „Gut, Gummersbach hat sein Ziel sehr offensiv ausgegeben“, sagt Lerscht. „Daran müssen sie sich nun messen lassen. Fakt ist aber auch: Wir werden die Westpress Arena nicht kampflos hergeben. Das ist unser Zuhause.“

Um das auf der Platte umsetzen zu können, hat der Hammer Trainer sein Team akribisch auf den Gegner eingestellt, hat Stärken und Schwächen analysiert und seinen Spielern das nötige Handwerkszeug mit auf den Weg gegeben. Ob es zum Sieg reicht? „Weiß ich nicht. Handball ist ja kein Schach“, sagt der Coach. „Aber wir haben versucht, uns bestmöglich auf viele Eventualitäten, die uns Gummersbach bieten wird, vorzubereiten. Ich hoffe, dass wir dann den richtigen Matchplan haben werden.“

Dass es ein enges Spiel wird, in dem am Ende Kleinigkeiten entscheiden, steht für Lerscht fest. „Das sieht man ja in fast allen Spielen, dass es in die eine wie die andere Richtung gehen kann. In der Liga ist wie immer alles möglich.“

Potpourri der taktischen Möglichkeiten

Vorbereitet sind die ASV-Akteure auf ein breites Potpourri an taktischen Möglichkeiten, mit dem der VfL aufwarten kann. Angefangen bei den Abwehrsystemen, die das Team sowohl offensiv als auch in einer sehr kompakten 6:0-Variante anbieten kann. Und fortgeführt bei einem effektiven Angriff mit einem starken Rückraum. „Mit Herzig, Bozovic, Schneider und Hermann haben sie sehr viel Wurfgewalt und Physis“, weiß der Hammer Trainer. „Zudem können sie auch mal mit Blohme auf Rückraumrechts Geschwindigkeit reinbringen – das sind schon breit gefächerte Optionen. Und wir dürfen nicht viel Zeit bei den Wechseln verbrauchen.“

Gerade auf den Schlüsselpositionen hat sich der Gast im Vergleich zur Vorsaison noch einmal verändert, hat unter anderem mit Timm Schneider vom Erstligisten MT Melsungen einen erfahrenen Mittelmann verpflichtet, der dafür sorgen soll, „dass wir nicht mehr so fickerig agieren wie in der vergangenen Saison“, sagt Lukas Blohme, der in der vergangenen Serie nach viereinhalb Jahren in Hamm zum VfL gewechselt ist. Auch Linksaußen Raul Santos soll mit seiner Erstligaerfahrung dazu beitragen, dass dieses Mal in Gummersbach in Sachen Aufstieg nichts schief geht.

Mit Robin Haller und Luis Villgrattner muss Gummersbach auf zwei verletzte Akteure verzichten – beim ASV wird die Rückkehr von Marian Orlowski und Marten Franke weiter herbei gesehnt. „Ja, sie können den Ball in die Hand nehmen“, sieht Lerscht bei beiden Fortschritte. „Und wir haben von Woche zu Woche den Glauben daran, dass mehr gehen könnte. Ob es so kommen wird, werden wir final erst nach dem Aufwärmen entscheiden können.“ Der Einsatz von Merten Krings (Daumenbruch) ist dagegen kein Thema. „Wir haben daher Ansatzpunkte gesucht, um unsere eigenen Stärken weiter einzusetzen“, konzentriert sich der Coach auf die Akteure, die auflaufen können. So schlecht haben sie es bisher ja nicht gemacht.

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