Taekwondo

TKD-Kämpferin Dina Kamandi will in Tallin EM-Gold gewinnen

Dina Kamandi (rechts) hat intensiv für die Europameisterschaft in Tallin trainiert.
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Dina Kamandi (rechts) hat intensiv für die Europameisterschaft in Tallin trainiert.

Wegfahren in den Sommerferien und Urlaub, Strand und Meer genießen? Oder einfach zuhause bleiben und die Seele mal baumeln lassen? Nein, darauf hat die zwölfjährige Dina Kamandi keine Lust. Die junge Taekwondokämpferin von TKD Herringen hat jede freie Minute in der kleinen Sporthalle der Lessingschule verbracht und alles dafür getan, um sich optimal auf die Europameisterschaften der Kadetten in Tallin (Estland) vorzubereiten.

Hamm - „Ich möchte die Goldmedaille gewinnen“, erklärt die Schülerin, die an der Arnold-Freymuth-Gesamtschule die siebte Klasse besucht. „Dafür habe ich jeden Tag vier, fünf Stunden trainiert. Ich will immer nur Taekwondo machen. Und mit dem EM-Start geht für mich ein Traum in Erfüllung.“

Die Anreise am Montag war allerdings nicht nach Plan verlaufen. Eigentlich wollte Kamandi mit ihrem Vater per ICE nach Frankfurt fahren. Durch den Streik der Lokführer musste eine alternative Anreise erfolgen. „Sie ist dann mit Ünal Öztürk, unserem Landestrainer aus Gladbeck, nach Frankfurt zum Flughafen gefahren“, sagt ihr TKD-Trainer Cevdet Gürle.

Erster Kampf am Donnerstag

In Tallin wird sie am Donnerstag ihren ersten Kampf bestreiten und hofft, dass sie sich von Anfang an in guter Form zeigt und ihrer Favoritenrolle gerecht werden kann. Denn neben Kämpferinnen aus Spanien und der Türkei gehört die junge Hammerin in der Klasse weibliche Jugend bis 44 Kilogramm zu den Aspirantinnen auf einen Treppchenplatz.

Doch Gürle ist zuversichtlich, dass sich das intensive Training auszahlen wird. „Dina ist sehr leidenschaftlich dabei, diszipliniert, ehrgeizig und auch begabt“, erklärt Gürle. Zudem, so betont der Coach, kommt ihr ihre Körpergröße von 1,66 Metern zugute. „Sie ist ein langer Lulatsch und kann daher besser mit ihren elektronischen Socken die Weste oder den Kopfschutz ihrer Gegnerin treffen.“

Mitglied des internationalen Flüchtlingsteams

Insgesamt werden in Kamandis Gewichtsklasse 22 Kämpferinnen aus 18 Nationen an den Start gehen. Die Hammerin wird bei der EM allerdings nicht für die deutsche Nationalmannschaft antreten. Im Jahr 2018 waren ihre Eltern mit ihr aus dem Iran geflüchtet und kamen zuerst in Siegburg unter. Im Februar 2019 siedelte die Familie nach Hamm um, damit Dina Kamandi am NRW-Verbandsstützpunkt der weiblichen Jugend in Herringen intensiver in Sachen Taekwondo betreut werden kann. Allerdings besitzt die Zwölfjährige noch nicht die deutsche Staatsbürgerschaft, sodass sie in Tallin zum internationale Flüchtlingsteam gehören wird. „Sie wird aber von den deutschen Trainern betreut. Und sie ist auch mit der deutschen Teamkleidung ausgestattet worden”, betont Gürle, denn es steht außer Frage, dass Kamandi demnächst für das deutsche Team starten wird. „Die deutsche Staatsbürgerschaft für sie ist beantragt. Normalerweise muss man sechs Jahre in Deutschland leben, bei Leistungssportlern ist das auf drei Jahre verkürzt”, erläutert Gürle.

Kamandi hatte sich über Ausscheidungskämpfe auf nationaler Ebene für diese EM in Estland qualifiziert. Vor der Coronazeit hatte sie Anfang 2020 bei den Slowenien Open den ersten Platz belegt. „Das war ihre Einladung für die Nominierungskämpfe”, erklärt Gürle. Da in diesem Jahr aber erneut keine Deutschen Meisterschaften stattfinden konnten, nahm Kamandi vor zwei Monaten an einem Einladungsturnier in Nürnberg teil. „Da hat sie sich bewährt und wurde dann für die EM nominiert”, so Gürle.

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