Tischtennis

Grünweiß als Außenseiter in das Pokal-Duell gegen Bundesligisten

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Der Hammer Gerrit Engemann hofft auf eine Überraschung gegen den Bundesligisten.

Ohne Spitzenspieler Pavel Platonov ist Tischtennis-Zweitligist TTC Grünweiß Bad Hamm am Sonntag an eigenen Tischen gegen den Erstliga-Vertreter TTC Grenzau nur krasser Außenseiter. Zumal auch keine Zuschauer erlaubt sind.

Hamm - Ohne Spitzenspieler Pavel Platonov und ohne große Erwartungen waren die Zweitliga-Tischtennisspieler des TTC GW Bad Hamm vor Monatsfrist zum Erstrunden-Turnier um den DTTB-Pokal nach Schwarzenbek gereist. Am Ende der drei Begegnungen gegen die Drittligisten TSV Schwarzenbek und SV Union Velbert sowie Zweitliga-Konkurrent TTC indeland Jülich stand der Gruppensieg und damit der Einzug in das Achtelfinale des Wettbewerbs. Zwar ohne Zuschauer (siehe Kasten), dafür aber schon mit der leisen Hoffnung des Außenseiters erwarten die Hammer nun am Sonntag (15 Uhr) den TTC Zugbrücke Grenzau. 

Auch wenn keine Fans erlaubt sein werden, wollen sich die Grünweißen die Vorfreude auf das Kräftemessen mit dem Erstligisten nicht nehmen lassen. Zumal sich das Hammer Lager durchaus nicht als Kanonenfutter im Duell der deutschen Traditionsvereine sieht. „Grenzau ist schon eine gute Mannschaft“, weiß Vatheuer, dass sein Team nur als Außenseiter in das Duell geht. „Aber sie gehört sicher nicht zu den Top-Teams in der Bundesliga. Von daher sehe ich es schon durchaus so, dass wir die in Gefahr bringen können – auch ohne Pavel Platonov.“ Denn wie beim Quali-Turnier ist der Einsatz der Nummer eins der Grünweißen auch im Achtelfinale nicht geplant. „Wichtiger ist es für uns, dass er in den Meisterschaftsspielen dabei ist“, so Vatheuer. 

Gast in der Liga ohne Sieg

Die bisherigen Ergebnisse des TTC Zugbrücke Grenzau in der TTBL (Tischtennis Bundesliga) unterstreichen die Einschätzung des GW-Vorsitzenden, dass der Gast an einem guten Tag durchaus zu knacken ist. Denn Grenzau ist mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Zum Auftakt gab es Anfang September ein 1:3 beim Rekordmeister Borussia Düsseldorf, und am vergangenen Wochenende unterlagen die Rheinland-Pfälzer dem TTF Liebherr Ochsenhausen mit dem gleichen Ergebnis. 

Interessant aus Hammer Sicht ist der Kader des Erstligisten. Denn mit Robin Devos spielt dort an Position vier der Bruder der Hammer Nummer zwei, Laurens Devos. „Es könnte im Pokalsystem also durchaus zum Bruderduell kommen“, so Vatheuer. Der 26-Jährige gehört zum festen Stamm der belgischen Nationalmannschaft, sein sechs Jahre jüngerer Bruder Laurens zum erweiterten. Beide sind Linkshänder. Ein Tischtennis-Veteran ist Aleksandar Karakasevic. Der 44-Jährige absolvierte seinen ersten Bundesliga-Einsatz im Geburtsjahr von Laurens Devos (2000), stand bereits in einem EM-Halbfinale, bringt die entsprechende Routine mit und ist bekannt für „sein begnadetes Händchen“ (Vatheuer). Zudem ist der Name Karakasevic auch ein Teil der Grünweiß-Geschichte, denn Karakasevic‘ Vater Milivoj spielte in den 80er Jahren für die Hammer in der 1. Bundesliga. 

Engemann freut sich auf Revanche

An Position eins steht bei Grenzau der dreifache Jugend-Europameister Ioannis Sgouropoulos (2017 bis 2019). Der Grieche ist vor allem für die nominelle Hammer Nummer drei, Gerrit Engemann, ein alter Bekannter. Beide standen sich vor eineinhalb Jahren in Portugal im Finale der U21-Europameisterschaft gegenüber. Sieger nach einem Tischtennis-Krimi wurde am Ende der Grieche, der mit 11:9 im siebten und entscheidenden Satz hauchdünn die Nase vorn hatte.  An Position zwei bietet der Erstligist mit Christian Pletea einen weiteren jungen Akteur auf. Der Rumäne wechselte zu dieser Saison aus Saarbrücken zum Ligakonkurrenten und blickt in seiner Vita auf mehrere Europameisterschafts-Titel im Schüler- und Jugendbereich zurück.

 GW schickt mit Engemann, Laurens Devos, Olav Kosolosky und Andre Bertelsmeier exakt die selben Spieler ins Rennen wie beim Erstrundenturnier – zumindest, wenn alles so läuft wie geplant. Denn: Belgien, die Heimat von Devos und Kosolosky, ist seit Mittwoch auch als Risikogebiet eingestuft. „Daher können unsere Belgier nur mit einem negativen Corona-Test einreisen“, so Vatheuer. „Normalerweise müssten sie diesen aber noch rechtzeitig vorlegen können.“

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