Tischtennis

TuS Uentrop will Zuschauerrekord knacken

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ASV-Geschäftsführer Franz Dressel (links) hatte Uentrops Damentrainer Alexander Daun schon im Dezember des vergangenen Jahres spontan seine Hilfe angeboten, um die 2. Bundesliga im Tischtennis zu erhalten.

Zweitligist TuS Uentrop trägt 13. Januar das Heimspiel gegen die Leutzscher Füchse in der Westpress Arena in Werries aus und will dabei den seit der Saison 1992/93 bestehenden Zuschauerrekord im deutschen Damen-Tischtennis brechen. 1200 Besucher sahen damals die Begegnung zwischen der SpVg Steinhagen und der TSG Dülmen.

„Das soll das Happy End unser Rettungsaktion werden“, gibt sich TuS-Trainer Alexander Daun optimistisch. „Ich bin ein Kämpfer. Wir wollen eine Euphoriewelle auslösen, uns aber mit diesem besonderen Event auch für die großartige Unterstützung, die wir in dieser Stadt von allen Seiten erfahren haben, bedanken.“

Noch vor gut einem Jahr standen die Uentroper Tischtennis-Damen vor dem Aus in der 2. Bundesliga. Weil der Verein den Spitzensport nicht mehr finanzieren konnte, wollte er die Mannschaft aus der Klasse abmelden. Doch Daun zog damals alle Register, um das Team und die Liga zu erhalten. Unter anderem war er Anfang Dezember 2017 mit seinen Damen bei einem Heimspiel des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen zu Gast, der spontan seine Hilfe zugesagt hatte. 

Unterstützung vom Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen

„Die Resonanz war überwältigend. Für uns war das eine tolle Erfahrung, zu sehen, welche positiven Emotionen uns und der Mannschaft in der wohl schlimmsten Phase des Vereins entgegengebracht wurden“, hinterließ der Besuch in der Westpress Arena nicht nur bei Daun nachhaltige Wirkung. „Später haben mir dann ASV-Geschäftsführer Franz Dressel und sein Sohn Christof, der für die Halle verantwortlich ist, angeboten, dort einmal ein Heimspiel austragen zu können“, erzählt der TuS-Trainer.

Bis zum 6. März 2018 musste Daun, der vom TuS-Vorstand für sein Engagement Grünes Licht erhalten hatte, drei Punkte erfüllen, damit der Verein die Mannschaft nicht aus der 2. Bundesliga zurückziehen würde. Er musste den Saisonetat in Höhe von 40 000 Euro mit Sponsorengeldern abdecken, den Förderverein mit neuen Leuten besetzen und die Zusage des kompletten Teams, in Uentrop zu bleiben, einholen. „Den Tag, als wir es dann schließlich geschafft hatten, werde ich nie vergessen. Deswegen bin ich allen so unendlich dankbar, die dabei geholfen haben.“

Die Uentroper Spielerinnen Nadine Sillus, Elena Shapovalova und Alex Scheld starteten Ende des vergangenen Jahres in der Westpress Arena eine Sammelaktion zur Rettung.

Vor dem Gastspiel in der Westpress Arena, vor allem vor den Dimensionen, hat Daun sehr großen Respekt. „Wir spielen in unserer kleinen Turnhalle in Uentrop meist vor 70 bis 80 Zuschauern. Wenn dort 100 kommen würden, dann würden diese schon Schulter an Schulter stehen. Eine solche Zahl sähe in der großen Arena natürlich spaßig aus“, weiß Daun, der deswegen aus dem Heimspiel gegen die Leutzscher Füchse ein besonderes Event machen will.

Vereine aus anderen Sportarten sind mit im Boot

„Die Idee, den Rekord im deutschen Damen-Tischtennis zu brechen, kam uns bei einer Sitzung des Fördervereins“, berichtet der Coach. Und der startete gleich eine besondere Aktion, warb bei den Spitzenvereinen dieser Stadt um Beistand. „Wir haben neben dem ASV auch die Hammer Eisbären, den Rollhockey-Bundesligisten SK Germania Herringen, die Basketballer der TuS 59 HammStars und die Oberliga-Fußballer des SV Westfalia Rhynern mit ins Boot geholt“, bestätigt Daun, dass er auch diesmal auf die große Unterstützung anderer Klubs bauen kann. 

Deshalb wird das Event unter dem Motto „Gemeinsam für Hamm“ laufen. Die Vertreter der heimischen Spitzenvereine haben den Uentropern zugesagt, dabei zu sein und bei ihren Heimspielen für das Ereignis zu trommeln. „Wir dürfen uns noch einmal bei den Zweitliga-Handballer präsentieren, am kommenden Sonntag werden wir Gast bei den Eisbären sein. Dort können wir auch für unsere Sache werben“, freut sich Daun, der den Zusammenhalt unter den Hammer Vereinen als einmalig bezeichnet.

Trainer Daun hofft auf möglichst viele Hammer Zuschauer

Er hofft jetzt darauf, dass sich möglichst viele Hammer an diesem Rekordversuch zu Beginn des kommenden Jahres beteiligen werden. „Wir wollen aber auch unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen und dieser Stadt etwas zurückgeben“, betont Daun.

Die Tischtennis-Abteilung des TuS Uentrop sei zwar nach wie vor auf jeden Euro angewiesen, und natürlich wolle der Verein mit dieser Aktion auch die Kassen wieder auffüllen, doch hat der Förderverein beschlossen, zehn Prozent der Einnahmen für einen gemeinnützigen Zweck zu spenden.

„Das Geld wird der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Hamm erhalten“, verspricht der Uentroper Trainer, der auch für ein attraktives Rahmenprogramm sorgen will.

Ticket-Vorverkauf: 

Tickets für den Rekordversuch der Tischtennis-Zweitliga-Frauen des TuS Uentrop am Sonntag, 13. Januar, gibt es ab Mittwoch, 12. Dezember, in der Geschäftsstelle des Westfälischen Anzeigers an der Widumstraße 12 in Hamm. Erwachsene zahlen 10 Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche 5 Euro.

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