Fußball

Tim Lorenz kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück - Robin Ploczicki geht

Tim Lorenz kehrt nach aus Würzburg nach Rhynern zurück.
+
Tim Lorenz kehrt aus Würzburg nach Rhynern zurück.

Der eine kommt, der andere geht: Während Tim Lorenz nach fünf Jahren beim Bayern-Ligisten Würzburger FV zu Fußball-Oberligist SV Westfalia Rhynern zurückkehrt und sofort spielberechtigt ist, schließt sich Robin Ploczicki zur neuen Saison Landesligist FC Viktoria Heiden an.

Hamm – Tim Lorenz ist im Stress. Umzugsstress. Gerade ist er aus Würzburg nach Hamm zurückgekehrt und richtet seine neue Wohnung ein, in die er mit Freundin Eleni im April einziehen wird. Während die Renovierungsarbeiten im vollen Gang sind, hat er die Fußballschuhe bereits geputzt. Denn Lorenz verstärkt künftig den Oberliga-Kader von Westfalia Rhynern – und kehrt somit auch fußballerisch in seine Heimat zurück. „Ich bin heiß darauf, dass es wieder losgeht“, sagt der 28-Jährige, der nach seinen Kicker-Anfängen beim SC Westtünnen (heute Hammer SC/bis U13) und LR Ahlen (jetzt RW Ahlen/U13) bis zur U19 in Rhynern ausgebildet wurde und dort anschließend noch ein Jahr in der zweiten Mannschaft aktiv war.

Nicht zuletzt aufgrund der Vereins-Vergangenheit des Rückkehrers ist Andreas Kersting froh, Lorenz wieder am Papenloh begrüßen zu können. „Tim hat sich in Würzburg gut entwickelt. Und er wird nicht lange brauchen, um sich bei uns einzugewöhnen, weil er ja die halbe Mannschaft schon kennt“, sagt der Sportliche Leiter der Westfalia, „Wir freuen uns, dass er zurückkommt. Und er ist ab sofort spielberechtigt.“

Anfrage auch aus Holzwickede

Letztlich ist es auch dem Engagement Kerstings zu verdanken, dass sich Lorenz für Rhynern entschieden hat. Denn. „Andi hat mich bevor ich selbst wusste, dass ich nach Hamm ziehe, angerufen und gefragt ob da was dran ist, dass ich zurückkomme“, sagt Lorenz, der später noch eine Anfrage von Westfalia-Ligakonkurrent Holzwickeder SC erhalten hatte, für den er nach seinem ersten Seniorenjahr in Rhynern zweieinhalb Jahre gemeinsam mit Jan Kleine in der Westfalenliga aktiv gewesen war. „Mit Andi war ich sofort auf einer Wellenlänge, die Gespräche waren durchweg positiv. Und dadurch, dass wir nach Hamm gezogen sind, ich viele aus dem Umfeld kenne und ich von den Spielern nur Gutes über Trainer Michael Kaminski gehört habe, wurde es eben Rhynern.“

Damit, dass er in die Heimat zurückkehren würde, war in der Vergangenheit nicht unbedingt zu rechnen. In Würzburg, wo Lorenz ein Grundschullehrer-Studium absolvierte, fühlte sich der Hammer pudelwohl – als Student. Und sportlich. Fünf Jahre spielte er dort seit 2016 beim Würzburger FV in der Bayern-Liga Nord, dem Pendant zur hiesigen Oberliga. „Und sehr viel besser hätte ich es nicht treffen können“, fällt der Abschied schwer. „Dort sind viele neue Freundschaften entstanden. Und sportlich lief es auch gut.“

München zu weit weg von zuhause

Doch jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Das Studium ist beendet, im Mai beginnt er sein Referendariat an der Harkortschule in Witten. „In Bayern hatten meine Freundin und ich Plätze in München zugeteilt bekommen“, sagt er. „Das war uns zu weit weg von zuhause.“

Während er in Rhynern und Holzwickede meist auf der linken Abwehrseite agierte, wurde Lorenz in Würzburg fast ausschließlich in der Innenverteidigung eingesetzt. Zweimal in Folge verpasste er mit dem Team als Dritter der Abschlusstabelle den Aufstieg in die Regionalliga nur knapp, führte die Mannschaft in der letzten Saison sogar als Kapitän auf den Platz und erlebte mit seiner Universitätsmannschaft einen Karrierehöhepunkt, als er deutscher Hochschulmeister wurde.

Robin Ploczicki (rechts) wechselt zu Viktoria Heiden.

In Rhynern will sich Lorenz einen festen Platz in der Stammelf erarbeiten. „Ich war zuletzt zwar lange verletzt, aber ich bin auf einem guten Weg und glaube, dass ich helfen kann“, ist er sich sicher. Vor mehr als einem Jahr, kurz vor dem Corona-Lockdown, stand er zum bisher letzten Mal auf dem Platz. Danach unterzog er sich einer Hüftoperation. „Daher kam mir Corona fast gelegen, denn durch die OP war ich fünf Monate raus“, sagt er. „Aber generell ist das schon sehr hart mit Corona und ohne Fußball. Der Ausgleich zum Alltag fehlt komplett. Auch das gemeinsame Erleben in der Kabine mit den Jungs.“

Bis Mitte 30 würde Lorenz gern noch Fußball spielen. Auf den Neubau der Sportanlage am Tünner Berg freut er sich besonders („Das wird ein Schmuckstück.“). Und einen Traum würde er sich gerne noch erfüllen. „Eine Klasse höher zu spielen, wäre schön“, sagt Lorenz. „So einen Aufstieg habe ich noch nicht mitgemacht. Mit Würzburg sind wir ja zweimal knapp gescheitert.“

Plozcicki-Wechsel zur neuen Saison

Für Robin Ploczicki stehen dagegen die Zeichen am Papenloh auf Abschied. Während Lorenz im Mai sein Referendariat beginnt, hat der 25-Jährige dieses schon vor einem halben Jahr angetreten. Der Mittelfeldspieler, der neun Jahre lang in der Jugend bei der Hammer SpVg gekickt hat und 2017 vom Landesligisten SV Herbern nach Rhynern gewechselt war, ist seit einem halben Jahr an einer Schule in Dorsten tätig und wird sich zur kommenden Saison Landesligist SC Viktoria Heiden anschließen. „Robin wohnt in Haltern am See“, sagt Andreas Kersting, der den Mittelfeldmann gern im Kader behalten hätte. „Aber der Aufwand ist für ihn im Moment zu groß. Wir hoffen aber, dass er irgendwann den Weg zu uns zurück finden wird.“

Auch dem gebürtigen Bockum-Höveler ist die Entscheidung nicht leicht gefallen. „Aber zum Training sind es 80 Kilometer, ein Weg dauert 50 Minuten“, sagt er. „Da ist der Aufwand einfach zu groß. Und ich wollte mich erst einmal auf den Beruf konzentrieren.“

Dass er nun zwei Klassen tiefer in der Landesliga kickt, ist für Ploczicki kein Problem. „Auf dem Papier mag das wie ein Rückschritt aussehen. Aber für mich ist es wichtig, dass ich generell in einem Verein spiele, in dem ich mich wohl fühle“, sagt er. „Das habe ich in Rhynern immer getan. Und auch jetzt habe ich mir lange Gedanken gemacht. Das war keine Hauruck-Entscheidung. Vom Verein her ist Heiden ähnlich geführt wie die Westfalia, der ich super dankbar bin. Das ist ein toller Verein, eine menschliche Wohlfühloase, der gerade zu Beginn meiner Zeit dort, als ich wegen einer Schambeinentzündung ein Jahr ausgefallen bin, an mir festgehalten hat.“

24 Freunde bei der Westfalia

Die Türen seien daher zu einem späteren Zeitpunkt in beide Richtungen offen. „Für Oberligaverhältnisse waren wir in Rhynern 24 Freunde“, lobt Ploczicki, der sich aber ab dem Sommer auch auf seine neue sportliche Aufgabe freut. „Die Liga kenne ich ja gut. Und da kann ich dann gegen meine ganzen alten Kumpels aus Herbern kicken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare