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Er hat nicht nur die Haare schön

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Von: Peter Schwennecker

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In Sachen Einsatz ein Vorbild: Eisbären-Stürmer Thomas Lichnovsky gibt immer alles.
In Sachen Einsatz ein Vorbild: Eisbären-Stürmer Thomas Lichnovsky gibt immer alles. © Henrik Wiemer/Digitalbild

Thomas Lichnovsky spielt beim Eishockey-Oberligisten Hammer Eisbären nur in der dritten Angriffsreihe. Doch auf Grund seiner vorbildlichen kämpferischen Einstellung ist er inzwischen zum Publikumsliebling geworden. Und die „schönen Haare“ sind dabei zu seinem Markenzeichen geworden.

Hamm – Wenn der Spieler mit der Nummer 19 vor den Heimbegegnungen des Hammer Eishockey-Oberligisten bei der Mannschaftsvorstellung das Eis betritt, dann rufen die Fans auf den Rängen vor allem den Zusatz seines Namens besonders laut mit. Thomas „du hast die Haare schön“ Lichnovsky hat sich mit seiner vorbildlichen Einstellung in die Herzen der Eisbären-Fans gekämpft, wobei sein Spitzname eigentlich aus einem Schmähgesang der Anhänger der EG Diez-Limburg entstand. „Ich habe damals bei einem Spiel in Diez meinen Helm verloren. Die EG-Fans haben dann meine langen Haare gesehen und entsprechend reagiert, wobei die das bestimmt nicht positiv gemeint haben“, schmunzelt der 24-Jährige über sein „Markenzeichen“.

Für Jan Koch hat es einen einfachen Grund, dass sich Lichnovsky, der vor vier Jahren vom damaligen Regionalliga-Konkurrenten EC Lauterbach nach Hamm kam, in Werries zum Publikumsliebling gemausert hat. Die Bezeichnung „Kampfschwein“ ist dabei als großes Lob gemeint. „Thomas ist ein Spieler, der immer alles aus sich herausholt, seine kleinen technischen Defizite mit enormem Einsatz mehr als wettmacht, daher für viele gegnerische Spieler sehr unangenehm werden kann“, betont der Manager. „Deswegen spielt er in der Mannschaft auch eine wichtige Rolle.“

Verkäufer in einem Stahlhandel

Der in München geborene Stürmer ist einer der wenigen Amateure im Team, geht als Verkäufer in einem Stahlhandel einer geregelten Arbeit nach. Er kann deswegen nur einmal am Tag trainieren, während sich die zwölf Profis im Team auch morgens zur Übungseinheit in der Eishalle treffen. Ausgegrenzt fühlt er sich deshalb nicht. „Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist gut“, betont der frühere Iserlohner, der inzwischen im Hammer Ortsteil Uentrop sesshaft geworden ist und sich dort schon heimisch fühlt.

Während Lichnovsky, so Manager Koch, in dieser Saison noch einmal einen großen Schritt nach vorn gemacht hat, läuft es für die Mannschaft in der Oberliga, die mit nur zwei Siegen am Tabellenende steht, bisher nicht. „Wir sind sicherlich stärker als in der vergangenen Saison, doch gilt das für alle Klubs, die sich enorm verstärkt haben“, meint Lichnovsky. „In der vergangenen Saison haben wir die Klasse als Neuling vielleicht ein wenig unterschätzt, konnten vor allem das hohe Tempo nicht mithalten“, sagt der Stürmer. „Was die körperliche Fitness angeht, sind wir gegenüber dem Vorjahr viel stärker geworden, doch reicht es offenbar nicht.“

Hoffnung auf bessere Zeiten

Die Hoffnung auf bessere Zeiten hat er allerdings nicht aufgegeben. „Wir sind es unseren treuen Fans einfach schuldig, dass wir weiter alles aus uns herausholen. Vielleicht platzt ja irgendwann der Knoten und wir schaffen mal ein paar Siege in Serie.“ So ganz hat Lichnovsky deshalb die Pre-Playoffs nicht abgeschrieben, auch wenn er die Teilnahme an der Abstiegsrunde momentan für wahrscheinlicher hält. Er selbst ist mit seinen Leistungen als Center der dritten Sturmreihe neben den Außen Michel Limböck und David Trivellato nicht unzufrieden. „Wir sind alle noch recht jung und können uns weiter entwickeln“, sagt Lichnovsky, der bisher drei Tore erzielte und damit bereits einmal mehr getroffen hat als in der gesamten vergangenen Saison.

Höhere Ziele hat er derzeit nicht. „Natürlich gibt es Träume. Doch ich will mich erst einmal in der Oberliga etablieren. Das ist schon eine große Herausforderung“, schätzt er seine Chancen realistisch ein. Momentan sieht er seine Zukunft weiter in Hamm. „Ob das ewig so bleiben wird, kann ich natürlich nicht schwören“, beteuert Lichnovsky. Nur eins kann er den Fans versprechen: „Wir sind keine Mannschaft, die vorzeitig aufgibt. Das haben wir in vielen Spielen bewiesen. Und vielleicht werden wir ja dafür auch einmal belohnt.“

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