Tennis

WTV startet Ligenbetrieb im Juni auf freiwilliger Basis

+
Robert Hampe, WTV-Präsident aus Hamm.

Der Westfälische Tennis-Verband nimmt eine Vorreiter-Rolle ein. Vom 8. Juni an soll der Ligenbetrieb starten.

Hamm - Die vergangenen Tage waren die wohl stressreichsten und bewegendsten in der 20-jährigen Amtszeit von Robert Hampe als Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes (WTV). Ein ständiger Austausch mit den Präsidiumsmitgliedern, unzählige Telefonate mit Vereinsvertretern und ein intensiver Kontakt zur Landesregierung in Düsseldorf zerrten auch an der Substanz des pensionierten Lehrers.

Deshalb war er am vergangenen Donnerstag auch einer der ersten in Hamm, der nach den Lockerungen im Bereich Freizeit- und Breitensport einige Bälle auf dem Aschenplatz schlug. „Weil von morgens an ständig das Telefon bei mir klingelte, bin ich erst einmal zum Ruderclub gefahren und habe eineinhalb Stunden Tennis gespielt“, erzählte Hampe. „Und das hat einfach richtig Spaß gemacht.“

Hoch erfreut war der WTV-Präsident darüber, wie gut der Verein auf die Wiedereröffnung vorbereitet war. Nicht nur, was den Zustand der Plätze betraf. Auch alle coronabedingten Hygienemaßnahmen waren perfekt eingeleitet worden. Weil auch viele andere Vereine im heimischen Raum bestens präpariert waren, sah Hampe das als Bestätigung für die gute Vorarbeit durch den WTV an. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Sportverbänden, die durch die plötzlichen Lockerungen Mitte vergangener Woche durch die Landesregierung in Düsseldorf überrascht wurden, war der Westfälische Tennis-Verband bestens gerüstet. „Eigentlich hatten wir ja damit gerechnet, schon am 4. Mai wieder spielen zu dürfen. Deswegen waren auch alle unsere Vereine bereits informiert worden, welche Maßnahmen unbedingt notwendig sein werden“, betonte Hampe.

Hampe ist stolz auf den Zusammenhalt

Der registrierte zudem, dass die Corona-Pandemie auch die einzelnen Landesverbände näher zusammengeführt hat. „Ich bin richtig stolz darauf, dass wir erstmals in meiner Zeit als WTV-Präsident mit dem Mittelrhein und Niederrhein auf einer Linie fahren, wie der kommende Ligen-Betrieb in NRW aussehen wird“, bestätigte Hampe das Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung, die beim Tennisverband Niederrhein in Essen stattfand. Am vergangenen Donnerstag wurden die Rahmenbedingungen noch im erweiterten WTV-Präsidium per Videokonferenz mit den Bezirksvorsitzenden durchaus – wie Hampe bestätigte – kontrovers diskutiert, schließlich aber doch mehrheitlich verabschiedet.

Deshalb ist der Tennis-Sport in NRW eine Art Vorreiter, denn nach dem Fußball mit der 1. und 2. Bundesliga wird Tennis die zweite Sportart sein, die wieder einen geregelten Meisterschafts-Spielbetrieb startet. So wird die Sommer-Wettspielrunde am 8. Juni offiziell als Übergangssaison gestartet und muss bis zum 27. September beendet sein. Entgegen ursprünglicher Überlegungen, nur die unteren Klassen spielen zu lassen, um weite Anfahrten zu vermeiden, wird nun in allen Ligen von der Kreisklasse bis zur Westfalenliga gespielt. Allerdings auf freiwilliger Basis. Lediglich Vereine, die trotz der Umstände teilnehmen wollen, müssen melden. Wer nicht startet, behält dennoch auch für das kommende Jahr seine Klassenzugehörigkeit. Wie der WTV-Präsident zudem bestätigte, wird es keine Absteiger, aber Aufsteiger geben. Die Vereine können untereinander auch die Spieltermine verlegen. Der WTV glaubt, damit eine praktikable Lösung gefunden zu haben, mit der alle Klubs leben können.

DTB-Einladungsturnier auch in Kamen

Noch nicht klar ist, wie es in Westfalen mit den Turnieren aussehen wird. „In dieser Hinsicht warten wir derzeit auf eine Antwort vom Deutschen Tennis-Bund“, betonte Hampe. „Offiziell sind ja in Deutschland alle Ranglisten-Turniere bis zum 8. Juli verboten, international sogar bis zum 12. Juli.“

Deshalb hat der DTB eigens eine Einladungsturnierserie für Damen und Herren initiiert, die vom 8. Juni bis 26. Juli in zehn verschiedenen deutschen Städten ausgetragen wird. Wie Hampe bestätigte, werden drei Veranstaltungen dieser Serie auch in Versmold und eine in Kamen stattfinden. Ob, wann und unter welchen Voraussetzungen die heimischen Vereine Turniere ausrichten können, will der WTV möglichst zeitnah klären.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare