Die Titelkämpfe der Nachwuchsleichtathleten finden statt in Tallinn statt

Tallinn statt Bergen: Achterbahnfahrt wegen U23-EM für Linn Kleine

Linn Kleine kann nun doch im Juli bei der U23-Europameisterschaft starten.
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Linn Kleine kann nun doch im Juli bei der U23-Europameisterschaft starten.

Neue Entwicklung bei den U 23-Europameisterschaften der Leichtathleten: Noch am Freitag gab der europäische Dachverband European Athletics bekannt, dass der vom 8. bis 11. Juli im norwegischen Bergen geplante Wettbewerb abgesagt werden müsse. Jetzt steht fest: Die EM wird zum gleichen Zeitpunkt stattfinden: in Tallinn, der Hauptstadt Estlands.

Hamm/Dortmund – Für die Hammer Leichtathletin Linn Kleine eine großartige Nachricht. „Ich bin total erleichtert“, sagte die 20-Jährige, die sich schon ihres Saisontraums beraubt gesehen hatte. „Das war eine Achterbahn der Gefühle in den letzten Tagen.“

Zur Chronologie: Die Absage am Freitag hatte Kleine, die sich bereits für die EM-Strecke über 10 000 Meter qualifiziert hatte, förmlich den Boden unter den Füßen weggerissen. Schließlich war das Event Saisonhöhepunkt der für die LG Olympia Dortmund startenden Langstreckenläuferin. Doch vor wenigen Tagen kündigte der nationale Verband in Norwegen an, dass ihm die Ausrichtung der Titelkämpfe nicht möglich sei. Der Grund seien Probleme mit der Regierung im Land. Trotz intensiver Abstimmungen mit den Ministerien für Kultur und Gesundheit sei keine Sonderregelung in den strengen Quarantänevorschriften für Einreisen aus dem Ausland zu erwirken gewesen. „Was soll ich sagen, ich bin sprachlos“, postete Kleine in den sozialen Medien. „Mein Traum von Bergen ist gerade geplatzt.“

Zeitliche Verlegung hätte zu enormen Aufwand der Athleten geführt

Ein Hoffnungsschimmer blieb. European Athletics verkündete, sich um eine Alternative für die EM-Austragung zu bemühen.

Bis Montag waren Kleine und ihr Trainer Pierre Ayadi allerdings davon ausgegangen, dass im Falle einer örtlichen Verlegung der EM auch der zeitlich anberaumte Termin nicht mehr zu halten sei. Beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) wurde bereits davon ausgegangen, dass die U 23-EM am neuen Ort voraussichtlich erst nach den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) ausgetragen werden könne.

Was enorme Auswirkungen auf die Trainingspläne der Athleten hatte. Auch bei Kleine. Das für den Tag nach der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig (7. Juni) geplante Höhentrainingslager in St. Moritz sollte um drei bis vier Wochen verlegt, weitere Wettkämpfe eingeschoben werden. Nur so wäre die Form über einen längeren Zeitpunkt zu konservieren gewesen. Eine Herausforderung für Trainer und Athleten, die jetzt nicht leichter wird. „Das müssen wir jetzt wohl erneut ändern“, sagt Kleine.

„Wahrscheinlich gehen wir zur ursprünglichen Planung zurück. Ich denke, dass es jetzt wieder nach einem Höhentrainingslager in St. Moritz vom 7. bis 25. Juni aussieht. Davor die DM in Braunschweig und danach die U 23-DM in Koblenz. Aber das werde ich nochmal im Detail mit meinem Trainer besprechen, der hat im Moment alle Hände voll zu tun.“

Die Norm für Bergen hatte die Hammerin am 1. Mai bei der deutschen U 23-Langstrecken-Meisterschaft in Mainz erfüllt. Dort gewann sie die Bronzemedaille auf ihrer Spezialstrecke, die 10 000 Meter, in neuer persönlicher Bestzeit von 34:19,42 Minuten. Im Nachgang schaffte die Hammerin zudem die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in Braunschweig (4. bis 6. Juni) über 5000 Meter.

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