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Talent des TTC GW Bad Hamm bejubelt Platz zwei bei der Jugend-DM

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Von: Günter Thomas

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Silbermedaille: André Bertelsmeier (rechts) wurde deutscher Vizemeister der U18 im Einzel - Michael Servaty coachte.
Silbermedaille: André Bertelsmeier (rechts) wurde deutscher Vizemeister der U18 im Einzel - Michael Servaty coachte. © Gerhards

Das Viertelfinale war sein Ziel - am Ende wurde es bei der Deutschen Meisterschaft der U18 in Chemnitz Platz zwei für André Bertelsmeier vom TTC GW Bad Hamm. Erst im Finale wurde der Nachwuchsmann gestoppt.

Chemnitz/Hamm – Auf der Rückfahrt von Chemnitz nach Düsseldorf hatte André Bertelsmeier nur wenig Zeit, um den vielleicht bisher größten Erfolg seiner noch jungen Tischtennis-Karriere zu genießen. „Die Autofahrt war richtig anstrengend“, sagte der 16-Jährige. „Die ersten Gratulationen kamen von meiner Familie.“ Danach stand das Telefon nicht mehr still. Immer wieder erhielt das Tischtennis-Talent Glückwünsche – schließlich wirst du nicht jeden Tag deutscher Vizemeister.

Bertelsmeier gelang das Kunststück bei den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz im U18-Einzel, wo er zwar im erweiterten Kreis der Favoriten gehandelt wurde, nicht aber als Finalkandidat. Doch gestoppt wurde sein Lauf erst im Endspiel. Mit 1:4 (8:11, 8:11, 5:11, 11:9, 8:11) unterlag er dem an Position fünf gesetzten Matthias Danzer vom TV Hilpoltstein. „Im Finale hat es mein Gegner sehr gut gemacht. Wir spielen relativ ähnlich. Aber er hat mir kaum eine Chance gelassen“, zeigte sich Bertelsmeier nach dem Duell zweier Angriffsspieler, die in den Ballwechseln die Chance zum schnellen Abschluss suchten, als fairer Verlierer. „Vielleicht war ich noch kaputt vom Halbfinale.“

Da gelang dem 16-Jährigen der größte Coup seines Turnierverlaufs, nachdem er im Achtelfinale Maximilian Dreher (4:0) und im Viertelfinale Kevin Matthias (4:1) ausgeschaltet hatte. „Ich hatte mir vorgenommen, ins Viertelfinale zu kommen“, war sein Ziel zu dem Zeitpunkt schon erreicht. „Aber am ersten Tag hatte ich schon gemerkt, dass es sehr gut läuft. Im Viertelfinale war es dann ein bisschen holprig, aber irgendwie habe ich es noch geschafft.“

Dramatisches Halbfinale

Im Halbfinale traf er dann auf den an Nummer eins gesetzten Tom Fabian Schweiger. Die Partie entwickelte sich zu einem Tischtennis-Krimi – mit dem besseren Ende für den Hammer. Der 4:3 (4:11, 11:6, 4:11, 11:8, 6:11, 11:9, 16:14)-Erfolg bot alles, was den Tischtennissport so attraktiv macht – und hatte mit Bertelsmeier einen nervenstarken Sieger. Vier Matchbälle wehrte er ab, ehe er selbst die Faust in die Luft reckte. „Ich glaube, davor habe ich noch nie offiziell gegen ihn gespielt“, sagte Bertelsmeier, der vor seinem Wechsel zum TTC GW Bad Hamm bei Westfalia Rhynern Tischtennis spielen und lieben gelernt hat und jetzt in Düsseldorf im Sportinternat lebt. „Nur im Training haben wir ein, zwei Mal gespielt – und da habe ich nie eine Chance gehabt. Aber dieses Mal habe ich es am Ende irgendwie geschafft, meine Taktik besser einzubringen. Und in der Verlängerung hatte er es als Favorit vielleicht schwerer, weil ich nichts zu verlieren hatte.“

Platz drei in der Gruppenphase für von Burgsdorff

Mit Friedrich Kühn von Burgsdorff hatte sich ein zweiter Grünweißer für die U18-DM qualifiziert. Der erst 15-jährige Gütersloher wurde nach Niederlagen in der Gruppe gegen Mathis Kohne (1:3) und Mike Hollo (0:3) sowie einem Sieg über Mathis Braunwarth (3:2) Dritter seiner Gruppe und verpasste den Sprung in die K.o.-Runde.

Am Montag saß der Hammer bereits in Düsseldorf wieder auf der Schulbank – allerdings nur für einen Tag. Denn am Dienstag ist der Rechtshänder, der seit diesem Jahr wieder zum Kader der Jugend-Nationalmannschaft (NK1-Kader) gehört, bereits wieder in Sachen Tischtennis unterwegs. Dann trifft er im Rahmen des WTT Youth Contender bei einem Turnier in Linz (Österreich) auf die besten Spieler der Welt in seiner Altersklasse. Weitere Turniere, bei denen es um Weltranglistenpunkte geht, folgen in Berlin und Polen. „Ein Jahr lang war ich nicht im Kader“, sagt Bertelsmeier. „Jetzt darf ich wieder bei diesen Turnieren spielen.“ Sein großes Ziel ist aber die Teilnahme an der U18-Europameisterschaft in diesem Jahr. „Dafür habe ich mich jetzt empfohlen“, sagt er. „Aber viele andere haben auch gute Chancen.“

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