Sven Lodde: Durch den Matsch zum Autocross-Titel

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Autocross-Fahrer: Sven Lodde gewann den ADAC Deutschlandcup.

HAMM -  Es war eher Zufall, dass Sven Lodde über seinen Nachbarn zum Motorsport kam. Genauer: zum Autocross durch Matsch, Sand und Lehm. Mit 14 Jahren fing der Hammer an zu fahren. Seither ist er mit Feuer und Flamme dabei. Und erfolgreich: In diesem Jahr gewann er zum ersten Mal seine Klasse beim ADAC-Deutschlandcup.

Von Beginn an wird der heute 22-Jährige im Autocross von seinem Vater Frank begleitet und tatkräftig unterstützt. Das erste Auto schraubten beide zusammen, als Sven Lodde 16 Jahre alt war. „Das hat schon länger gedauert. Man braucht etwa sechs Monate, um so ein Rennfahrzeug komplett fertigzustellen“, erklärt der Student der Fahrzeugtechnik.

Mit 17 nahm er an seinem ersten Rundstreckenrennen in der Jugendklasse teil. Mit 18 folgte der Wechsel zu den Senioren. Seither startet er bei dem im Norden Deutschlands stattfindenden ADAC-Cup. „Oben in Norddeutschland gibt es einfach die besseren Strecken, die das ganze Jahr befahrbar sind“, sagt Lodde. In Nordrhein-Westfalen werden nur für kurze Zeit Bahnen präpariert, etwa auf abgeernteten Feldern. Zum Trainieren fährt er daher meist nach Uelzen (Niedersachsen). Dort gibt es eine Rennstrecke, auf der die Fahrer ihre Autos testen dürfen. Eine Reise dorthin bedeutet für Lodde jedoch viel Aufwand – zeitlich und finanziell. „Wir müssen mit dem Budget auskommen, das es uns ohnehin nicht erlaubt, viel öfter als einmal pro Monat zu trainieren. Trotzdem wäre es schön, mehr fahren zu können“, so Lodde, der für das Team „Devil Drivers“ antritt, das über fünf Autos verfügt. Lodde fährt einen Proton Satria 318 GTi mit 135 PS.

Den Mangel an Trainingsmöglichkeiten scheint dem Hammer aber keinen Nachteil zu bringen. In diesem Jahr setzte er sich in der dritten Klasse der Division I denkbar knapp im ADAC-Deutschlandcup durch. Nach fünf Saisonrennen lag er punktgleich mit seinem Konkurrenten Jan Hellbach auf dem ersten Platz. Das „Superfinale“, in dem jeweils die drei Besten der ersten, zweiten und dritten Klasse zum Abschluss der Saison gegeneinander antreten, musste die Entscheidung bringen. „Ich bin schon mit technischen Problemen ins Rennen gegangen und wollte eigentlich nur ins Ziel“, berichtet Lodde. Doch auch sein Hauptkontrahent in der Klasse 3 hatte offenbar Schwierigkeiten mit seinem Fahrzeug. Hellbachs Auto fiel aus. Loddes nicht. Und holte sich somit den Titel. Ein Riesenerfolg, mit dem er nicht gerechnet hatte.

Hinter dem Sieg steckt ein großer finanzieller Aufwand, den der Rennfahrer mit Hilfe seiner Familie und eines Hammer Sponsors abdeckt. „Ein Rennwochenende kostet 600 bis 700 Euro. Da kommt einiges zusammen“, sagt Frank Lodde. Aktuell bastelt das Vater-Sohn-Gespann an einem neuen Boliden, der leistungsfähiger sein wird als der bisherige. Schon mit seinem „alten“ Auto schaffte er es auf eine Geschwindigkeit von bis zu 130 Kilometer pro Stunde – und das in der Kurve. „In einem fertigen Auto stecken ungefähr 12 000 Euro“, erklärt er weiter.

Sven Lodde hat ehrgeizige Ziele. Zunächst die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft und in ein paar Jahren an den europäischen Titelkämpfen. „Da es keine Weltmeisterschaft gibt, ist die EM das Größte, das es in unserem Sport gibt“, so Lodde. Er ist auf einem gutem Weg – durch Matsch und Lehm. - jl

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