Rehbein-Turnier: "Einnahmen sind fest einkalkuliert"

Michael Schulz hofft auf einen Einzug des SVE ins Halbfinale.

HAMM - In Sachen Hallenfußball-Spektakel geht in Hamm kein Weg am Anton-Rehbein-Turnier des SVE Hesssen vorbei. Zum 37. Mal findet die Veranstaltung zwischen Weihnachten und Silvester in der Sachsenhalle statt.

Warum das Turnier so ein großer Publikumsmagnet ist, warum die Hammer SpVg dieses Mal nicht dabei ist und wie die neuen Hallenregeln umgesetzt werden, das verriet der SVE-Vorsitzende Michael Schulz in einem Gespräch mit Patrick Droste.

Herr Schulz, was ist bei Ihnen größer: die Vorfreude auf ein volles Haus und viele Tore oder der Respekt vor der Arbeit, die wieder einmal auf Sie und Ihr Team zukommt?

Schulz: Das ist eine Mischung aus beidem. Respekt vor der vielen Arbeit hat man auf jeden Fall Aber auch die Vorfreude ist da, zumal unsere erste Mannschaft in der Kreisliga A derzeit ganz gut dasteht. Außerdem sieht man in der Halle immer ein paar Leute, die man sonst das ganze Jahr über nicht getroffen hat. Da hat man dann ein wenig Zeit und auch die Ruhe, um mit denen mal zu quatschen.

Wie wichtig ist dieses Turnier für den SVE, denn die Einnahmen, die Sie durch den Getränkeverkauf und Verzehr haben, werden doch sicher nicht so schlecht sein?

Schulz: Um ganz ehrlich zu sein, diese Einnahmen sind bei uns fest einkalkuliert. So ein Turnier hilft uns ungemein, um finanziell über die Runden zu kommen. Und für uns wäre es fatal, wenn es wegbrechen würde.

Dieses Jahr schien es aber fast so, als könnte das passieren. Denn durch das Hochwasser im Sommer hat die Sachsenhalle arg Schaden genommen. Wie ist da der Stand der Dinge?

Schulz: Wir haben von der Stadt die Zusage, dass am 26. Dezember alles fertig und die Halle wieder spielbereit ist. Wir hatten zwischenzeitlich natürlich schon einen Plan B aufgestellt und die Halle der Stefan- und Sophie-Scholl-Schule für die Zeit geblockt. Aber es wäre nicht das Gleiche gewesen, es wäre nicht mehr – aus Hessener Sicht – das Turnier der kurzen Wege gewesen. Wir hätten daher sicherlich mit einem finanziellen Verlust rechnen müssen. Aber jetzt wird ja alles klappen wir bisher.

Nicht geklappt hat, dass die Hammer SpVg als Rekordsieger bei der 37. Auflage dabei sein wird. Können Sie die Entscheidung nachvollziehen?

Schulz: Natürlich ist es schade, wenn ein Oberligist fehlt. Aber ich kann die Entscheidung auch ein wenig verstehen, denn die HSV ist sicher mit ganz anderen Erwartungen in die Saison gegangen, hatte immer verletzte Spieler.

Es gab in Hamm Gerüchte, dass die Hammer SpVg ein Antrittsgeld gefordert haben soll und dann, als sie dies nicht bekommen hat, das Turnier abgesagt hat. Stimmt das?

Schulz: Nein, das stimmt nicht. Es gab mal vor einem Jahr Unstimmigkeiten wegen des Startgeldes, dass die HSV nicht zahlen wollte. Aber für einen kleinen Verein, wie wir es sind, sind diese 30 oder 40 Euro auch wichtig. Und für einen Oberligisten dürfte das nicht die Welt sein. Aber wir hatten mit der HSV im vergangenen Jahr auch das Problem, dass die Hammer kein AH-Team stellen konnten, obwohl sonst jeder Teilnehmer mit einem Senioren- und einem Alte-Herren-Team kommt. Und an dieser Tradition würden wir auch gerne festhalten.

Dann muss es Sie aber jetzt doch noch mehr ärgern, dass die HSV Ihnen aufgrund von Verletzungsproblemen absagt, aber dann am Warsteiner Masters teilnimmt, wo an zwei oder drei Wochenenden über Vor-, Zwischen- und Endrunde der Sieger ermittelt wird?

Schulz: Natürlich kam das schon ein bisschen komisch bei uns an. Ich will da jetzt auch kein böses Blut reinbringen, das muss der Verein selber wissen. Wir überlegen allerdings schon, ob wir die Hammer SpVg noch einmal einladen werden.

Aber auch ohne die HSV werden Sie die Hütte voll haben, oder?

Schulz: Das hoffen wir. Und damit rechnen wir. Wir haben natürlich nicht mehr diese Zuschauerzahlen wie wir sie vor 15 oder 20 Jahren hatten. Aber wir arbeiten daran, da wieder hinzukommen.

Sie müssen dennoch demjenigen, der vor fast 40 Jahren die Idee hatte, das Turnier zwischen den Feiertagen in der Sachsenhalle zu installieren, ewig dankbar sein?

Schulz: Das stimmt. Unser Turnier ist irgendwie ein spezielles. Während andere Vereine bei ihren Veranstaltungen um jeden Zuschauer kämpfen und am Ende mit plusminusnull aus der Sache herauskommen, passt das bei uns.

Wie passt es Ihnen als Ausrichter, dass es neue Hallenregeln gibt?

Schulz: Wir spielen nach den neuen Futsal-Regeln, sind aber für dieses Jahr noch einmal davon befreit, diese Bälle einsetzen zu müssen – auch wenn wir die schon besorgt hatten.

Und wenn Sie zu Weihnachten einen Wunsch frei haben, steht der Turniersieg des SVE ganz oben auf dem Zettel?

Schulz: Das wünschen wir uns jedes Jahr. Aber wir wären schon mehr als zufrieden, wenn der SVE mal wieder das Halbfinale in der Sachsenhalle erreichen würde.

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