Andre Budde und Arne Strickmann:

25 Jahre Altersunterschied, aber Heessener Sturmduo  harmoniert prächtig

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Auf einer Wellenlänge trotz der 25 Jahre Altersunterschied: Andre Budde und Arne Strickmann vom SVE Heessen.

Andre Budde, Torjäger-Routinier des SVE Heessen, ist mit seinen 44 Jahren deutlich älter als der gerade aus den A-Junioren hochgerückte Arne Strickmann, der es auf nur 19 Lenze bringt. Trotz des Altersunterschiedes harmoniert das Duo.

Hamm – Der Wendler macht es vor. Der Schlagersänger ist 48, seine Frau Laura zarte 20. Der Altersunterschied beträgt satte 28 Jahre – und trotzdem scheinen Michael Wendler und seine Gattin in einer glücklichen Beziehung zu leben. Auch die beiden Fußballer machen sich über die enorme Spanne von 25 Jahren keine Gedanken, harmonieren prächtig und sorgten am vergangenen Sonntag in perfekter Zusammenarbeit für den 3:2-Siegtreffer des Bezirksliga-Aufsteigers beim SuS Cappel. „Auf dem Feld ist es ja völlig egal, wie alt man ist. Da geht es um Leistung und um Fußball“, sagt Budde, der im Oktober 45 Jahre alt wird. Und Strickmann betont: „Wir sind nun mal beide Fußballer, da kommt man einfach gut miteinander aus.“ 

Wie gut sie sich vor allem auf dem Platz verstehen, hatten sie in Cappel gezeigt. Zwei Treffer hatte Oldie Budde bereits zum Auftakt beim 5:1-Sieg gegen den SC Sönnern erzielt, am Sonntag ließ er dann bei einem langen Ball in die Tiefe seinen deutlich jüngeren Gegenspieler problemlos hinter sich und legte quer in die Mitte, wo Arne Strickmann mitgelaufen war und zum 3:2-Endstand einschob. Der 19-Jährige, der in diesem Frühjahr am Schloss Heessen sein Abitur gebaut hatte, erzielte damit seinen ersten Pflichtspieltreffer im Seniorenbereich und stürmte anschließend mit weit ausgebreiteten Armen über den Platz, ehe er von seinen Teamkollegen unter sich begraben wurde.

"Kurz nach rechts geschielt und den Arne gesehen"

 „Ich wollte den Ball eigentlich über den Torwart lupfen. Aber dann habe ich kurz nach rechts geschielt und Arne gesehen“, erinnert sich Budde an die entscheidende Szene, die er selbst recht gelassen zur Kenntnis genommen, die dem jungen Arne Strickmann aber einen riesengroßen Sack voller Glückseligkeit beschert hatte. „Ich bin voll durchgestartet nach vorne. Und als der Ball drin war, habe ich kurz für zwei Sekunden geguckt, und dann sind schon alle auf mich draufgestürzt. Das war schon megageil“, sagt der 19-Jährige, der ab Herbst in Paderborn Betriebswirtschaft studieren möchte. 

Altersunterschied ist kein Thema

Trotz der fast 25 Jahre Unterschied ist es in keiner Weise ein Vater-Sohn-Verhältnis zwischen dem Routinier und dem Nachwuchstalent. Vielmehr sehen sie sich als Teamkollegen, die voneinander profitieren können. „Ich habe Andre früher bei den Hallenturnieren in der Sachsenhalle immer gesehen und bewundert. Dass ich jetzt mit ihm zusammen trainieren und spielen kann, das ist schon richtig cool“, sagt Strickmann. „Er ist immer noch ein Topstürmer, der den Kopf nie hängen lässt und einen immer wieder anfeuert und motiviert. Er ist pfeilschnell, hat einen klasse Schuss mit links und hat immer eine Lösung. Da kann man sich einiges abgucken. Und er ist lustig, reißt witzige Sprüche und ist für jeden Spaß zu haben. Die 25 Jahre Unterschied fallen überhaupt nicht auf.“ 

Auch Budde ist von der für Bezirksliga-Verhältnisse großen Professionalität des SVE-Eigengewächses beeindruckt. „Ich kann nichts Negatives über ihn sagen. Arne ist absolut bodenständig und hat keine Flausen im Kopf“, erklärt er. „Er ist körperlich sehr präsent. Und Kicken kann er auch. Früher, als ich so jung wie er war, hat man ja nur auf lange Dinger nach vorne gesetzt. Und ich musste da immer hinterherrennen. Jetzt wird das Spiel von hinten aufgebaut, man braucht dafür mehr Technik. Das haben Arne und die anderen Jungs aus der A-Jugend voll drauf.“ 

Jogginghose an und gemütlich aufs Sofa

Auch nach dem Training sind die beiden auf einer Wellenlänge. „Wir hören die gleiche Musik, Pop, Rock – alles quer Beet, was so angesagt ist“, sagt der als Fachlagerist arbeitende Budde – und Strickmann nickt dazu. Lediglich mit dem Deutsch-Rap, der ab und an in der Kabine aufgelegt wird, oder mit Heavy Metall kann sich Budde nicht anfreunden. „Dann gehe ich schon mal früher raus“, sagt der Oldie. Selbst in Sachen Kleidung ähneln sich die beiden, habe das gleiche Lieblingsstück. Sowohl Budde als auch Strickmann ziehen sich, wenn sie nach Hause kommen, sofort eine Jogginghose an, um sich dann gemütlich aufs Sofa zu legen und zu entspannen. 

Unterschiede bei der Partyhärte

In Sachen Partyhärte gibt es allerdings Unterschiede. „Die Jungs bleiben nach dem Training oder Spiel doch schon mal etwas länger sitzen als ich. Ich muss nun mal am nächsten Morgen um 5 Uhr wieder aufstehen“, sagt Budde, der aber auch mit seinen 44 Jahren noch einen unerfüllten Wunsch hat. Nachdem er in Cappel genauso wie Strickmann erst in der Schlussphase eingewechselt worden war, möchte er mit seinem neuen kongenialen Partner auch gerne von Beginn an auf dem Feld stehen. Vielleicht klappt das ja schon am Sonntag, wenn Westfalia Soest im Marienstadion gastiert. Dann müssten die Fans und Teamkollegen eventuell nicht wieder bis in die Nachspielzeit warten, ehe die beiden den entscheidenden Treffer erzielen und den nächsten Dreier perfekt machen.

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