Handball

Storbeck hat Spaß, Rothenpieler Blut an der Stirn

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Erleichtert nach der Überraschung in Solingen: ASV-Torwart Felix Storbeck.

14 Paraden, darunter drei Siebenmeter: Felix Storbeck, Torwart des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen, hielt am Mittwoch beim 27:25-Erfolg in Solingen gegen Spitzenreiter Bergischer HC was auch nur irgendwie zu halten war.

Hamm - „Störte hat ein super Spiel gemacht“, sagte Trainer Kay Rothenpieler. „Ich habe vorher gesagt: Das ist ein Duell, in dem jeder persönlich zeigen kann, was er drauf hat.“ Storbeck hatte sich die Worte zu Herzen genommen.

Der 25-Jährige gab das Lob allerdings brav an seine Vorderleute weiter: „Sie haben das toll gelöst, sind den Rückraum des BHC aggressiv angegangen. So musste der Gegner oft unter Druck abschließen. Das hat es mir leichter gemacht.“ Bei den drei gehaltenen Siebenmetern (von insgesamt fünf) hatte Storbeck aber keine Hilfe. „Man bereitet sich vor, schaut sich Videos an“, erklärte der Keeper. „Aber ich bin kein Hellseher, ich weiß nicht, was die Schützen machen werden. Ich kann nur versuchen sie zu locken. Und dann gehört Glück dazu.“ Das hatte sein Team in der Schlussphase, nach dem 25:25 in der 58. Minute drohte die Partie zu kippen. Ein Versuch von BHC-Rückraumschütze Lars Gutbrod, der links am ASV-Tor vorbei ging, war allerdings der Knackpunkt. Mit großer Erleichterung feierten die Gäste den Überraschungssieg zunächst auf dem Feld, dann mit den Fans und später in der Kabine. Die Schlager-Hits waren auch auf dem Flur klar herauszuhören. „Das zeigt die gute Laune im Team“, sagte Storbeck. „Das war ein cooler Abend. Wir haben das zwölfte Spiel in Serie nicht verloren und ein Ausrufezeichen gesetzt. Das wird uns Selbstbewusstsein geben und sollte Ansporn sein, nicht nachzulassen.“

Gesittet gefeiert

Gelöste Stimmung herrschte laut Rothenpieler auch auf der rund einstündigen Rückfahrt im Bus. „Es wurde gesittet gefeiert. Das sollten die Jungs nach so einer Partie auch mitnehmen dürfen“, erklärte der Trainer. Am Donnerstagmorgen folgte eine regenerative Einheit, am Freitag wird Rothenpieler die Zügel wieder etwas anziehen. Ab sofort gilt der Fokus der Partie am Sonntag gegen den Tabellenvierten VfL Lübeck-Schwartau (17 Uhr, Westpress-Arena).

Dann dürfte auch Lars Gudat wieder mit von der Partie sein. In Solingen wäre er zwar einsatzbereit gewesen, durfte aber nicht ran. „Ein technisches Problem“, wie Rothenpieler erklärte. Der Trainer hatte somit nur 13 Akteure im Kader. Gudat war bei der Eintragung auf den Spielberichtsbogen vergessen worden. Ist der Bogen einmal hochgeladen, darf er nicht mehr verändert werden. „So etwas macht niemand mit Absicht. Für Lars war das eine unglückliche Situation“, sagte Rothenpieler, der Gudat bei einer Umstellung auf eine 5:1-Formation eingeplant hatte. „Zum Glück ist es gut ausgegangen“, sagte der Trainer, der ein besonderes Souvenir aus Solingen mitgenommen hatte: Die Pressekonferenz nach dem Spiel bestritt er mit einer blutigen Wunde an der Stirn. „Beim Feiern muss da jemand mit dem Fingernagel lang gekommen sein. Das nehme ich aber gerne mit.“

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