Nach 13 Spielen ohne Sieg

Stefan Küritz nicht mehr Trainer der SG Bockum-Hövel

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Bockum-Hövels Vorstand entband Trainer Stefan Küritz von seinen Aufgaben.

Hamm - 13 Spiele ohne Sieg waren am Ende doch zu viel: Fußball-Bezirksligist SG Bockum-Hövel hat Trainer Stefan Küritz mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden und wird nun mit Markus Matzelle, der zuletzt nur noch als Sportlicher Leiter aktiv war, versuchen, den Abstieg in die Kreisliga zu verhindern.

„Es gab für uns mehrere Möglichkeiten, wie wir den sportlichen Negativtrend versuchen zu stoppen. Die einfachste Lösung ist leider der Trainer“, erklärte der Verreinsvorsitzende Michael Schwennecker die Entlassung – und fügte hinzu: „Das war aber keine Entscheidung gegen Stefan, sondern eine Entscheidung für den Verein. Denn wenn wir tatsächlich absteigen würden, wäre das für uns der Super-GAU. Denn dann wären unsere Pläne, die Ausrichtung des Vereins und Absprachen mit Gönnern hinfällig gewesen. Wir müssen langsam die Kurve bekommen.“

Es sind in der Tat alarmierende Zahlen, die die SG vorzuweisen hat. Der letzte Sieg datiert vom 27. September 2015, als die Bockum-Höveler mit 5:0 gegen den VfL Hörste-Garfeln gewannen. Anschließend folgten 13 sieglose Spiele, in denen das Team fünfmal Remis spielte und achtmal verlor. In diesem Jahr steht lediglich ein Unentscheiden zu Buche, zudem gab es zuletzt zwei Niederlagen mit jeweils fünf Gegentoren, was zur Folge hat, dass die Mannschaft auf Rang zwölf abgestürzt ist und nur noch sechs Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat. „Es muss jetzt was passieren“, stellt Schwennecker klar.

Dafür sorgen soll vor allem Matzelle, der vor Küritz jahrelang als Coach in Bockum-Hövel tätig war, sich zuletzt aber aus dem operativen Trainergeschäft zurückgezogen hatte und nur noch als Sportlicher Leiter aktiv war. „Natürlich hätten wir auch Markus mit rauswerfen können, aber es war eine Bauchentscheidung“, erklärt der Vereinschef.

Matzelle hat daher schon ein schlechtes Gewissen, dass er nun bis zum Saisonende der Nachfolger seines eigenen Nachfolgers wird. „Es tut mir wirklich leid für Stefan. Ich habe ihn 2014 überredet, nach Bockum-Hövel zu kommen. Und ich habe ihn im Winter gefragt, ob er das ab dem Sommer alleine macht. Dem hatte er zugestimmt, so war es geplant“, betont Matzelle – und erklärt weiter: „Stefan und ich waren immer einer Meinung. Wenn wir mal jeweils in eine andere Richtung gedacht haben, haben wir stets einen Kompromiss gefunden, aber unter dem Strich haben wir immer gemeinsam die Mannschaft aufgestellt.“ Doch egal, welchen Torwart oder welchen Spieler sie auflaufen ließen, zuletzt führte keine einzige Entscheidung zum erhofften Erfolg.

"Eigentlich hätte der Vorstand sagen müssen, wenn Küritz fliegt, muss auch Matzelle gehen. Aber ich habe vielleicht aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit eine andere Lobby im Verein“, sagt Matzelle. „Jetzt versuche ich mit der Mannschaft zusammen die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Jetzt zählt nur das Spiel am Sonntag gegen Hörste-Garfeln.“ Wie es dann ab dem Sommer bei der SG weiterlaufen wird, darüber haben sich weder Matzelle noch Schwennecker Gedanken gemacht. „Wir haben uns ja erst am Dienstag dazu entschlossen, Stefan zu entlassen, hatten also nicht viel Zeit. Fakt ist aber, dass wir zur kommenden Saison einen neuen Trainer suchen“, so der Vorsitzende.

Enttäuscht äußerte sich dagegen der geschasste Coach, der die Entscheidung nicht nachvollziehen konnte. „Ich bin schon arg gefrustet, da mache ich kein Geheimnis raus“, sagte Küritz. „Natürlich bin ich dem Verein dankbar, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, hier als Trainer meine Erfahrungen zu sammeln. Aber ich habe mir hier zwei Jahre lang, zuerst als Spieler und dann als Trainer, den Hintern aufgerissen. Daher ist die Abwicklung und wie es gelaufen ist, vor allem in menschlicher Hinsicht, sehr enttäuschend.“

Denn während mit den Spielern und auch Markus Matzelle in den vergangenen Tagen Gespräche geführt wurden, suchte laut Küritz niemand von verantwortlicher Seite den Kontakt zu und den Austausch mit ihm. „Ich nehme diese Entscheidung jetzt so hin. Aber wenn mir nach der Niederlage in Freckenhorst gesagt wird, dass sich die Mannschaft taktisch entwickelt hat, dann macht das alles für mich sportlich, aber auch menschlich keinen Sinn. Daher ist das alles nicht so richtig nachvollziehbar für mich.“

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