Der Status als Nummer eins beflügelt Timo Tegethoff

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Derzeit in starker Verfassung: Timo Tegethoff, Torwart des Rollhockey-Bundesligisten SK Germania Herringen.

Hamm - In überragender Form präsentiert sich derzeit Timo Tegethoff, 22 Jahre alter Torwart des Rollhockey-Bundesligisten SK Germania Herringen. Warum er momentan so stark ist und welche Chancen sich der Sportklub am Samstag (18 Uhr) im Hinspiel des Cers-Cups gegen Follonica Hockey aus Italien ausrechnet, verriet der Keeper in einem Interview mit Patrick Droste.

Herr Tegethoff, nach der bitteren Dopingsperre gegen Ihren Torwartkollegen Maurice Michler sind Sie seit Saisonbeginn die unumstrittene Nummer eins in Herringen und kommen mit dieser Rolle bestens zurecht. Woran liegt es, dass Sie derzeit ein so sicherer Rückhalt für Ihr Team sind?

Tegethoff: Mir macht es Spaß, Rollhockey zu spielen. Und noch mehr Freude bereitet es, mit diesen Leuten zusammen zu spielen, denn das sind ja alles meine Freunde bei uns im Verein. Ich muss aber auch sagen, dass mir durch den Ausfall von Mucki (Anm. der Redaktion: Maurice Michler) der Druck ein wenig genommen ist, unbedingt zu beweisen, dass ich die Nummer eins bin. Sonst war es so, dass ich immer im Hinterkopf hatte, dass ich, wenn ich einen Fehler mache, kurz danach gegen Mucki ausgetauscht werde. Jetzt bin ich aber der einzige Keeper, die Jungs vor mir müssen sich auf mich verlassen. Und das ist ein großer Ansporn für mich. Hinzu kommt, dass ich jetzt in jeder Partie durchgespielt habe, dass ich mich dadurch an die Leute vor mir und die sich auch an mich gewöhnt haben. Es ist einfach ein Rhythmus da, es läuft wie am Schnürchen.

Kommt es Ihnen da überhaupt entgegen, dass mit dem Portugiesen Bruno Joao Loelho Ferreira ein zweiter Torwart im Anflug ist?

Tegethoff: Doch, das passt schon. Die Belastung im Training ist schon sehr groß für mich, da wir mit dem Jugendkeeper Lukas Andrioff derzeit nur noch einen zweiten Mann neben mir zur Verfügung haben. Ich denke aber einfach mal, dass sich auch mit dem neuen Torwart für mich nicht viel ändern wird, dass ich weiter die Nummer eins bleibe. Und ich hoffe, dass daran nicht zu rütteln ist. Ich werde jedenfalls weiter mein Bestes geben.

Ihr Bestes gibt derzeit die ganze Mannschaft. Woran liegt es, dass Ihr Team trotz der Ausfälle von Maurice Michler und Liam Hages ungeschlagen an der Tabellenspitze der Bundesliga thront?

Tegethoff: Klar fehlt uns ein spielerisch starker Liam Hages, dafür haben wir seinen Cousin Luis Hages zurückbekommen, der seinen Job sehr gut macht. Und auch die anderen Jungs wie Stefan Gürtler, Philipp Michler, Justin Klein und Marcel Stork, die sonst meist draußen sitzen, müssen sich jetzt beweisen und machen das gut. Außerdem reden wir viel auf dem Spielfeld, tauschen uns aus. Das alles sorgt dafür, dass wir derzeit so stark sind.

Wie viel Anteil hat daran Trainer Hans-Werner „Alfredo“ Meier, der jetzt im zweiten Jahr in Herringen arbeitet?

Tegethoff: Das Zusammenspiel mit ihm funktioniert bestens. Wir haben ihn mittlerweile besser kennen gelernt und er uns. Er gibt die Taktik vor und fordert von uns natürlich das umzusetzen, was er vorgibt. Aber wenn wir zum Beispiel während einer Partie merken, dass es mit seinen Plänen nicht so klappt, dann besprechen wir das mit ihm. Ihm geht es nicht darum, was wir spielen, sondern dass wir spielen.

Am Samstag steht nun die erste internationale Aufgabe in dieser Saison auf dem Programm, wenn im Hinspiel der ersten Runde des Cers-Cups Follonica Hockey in der Glückauf-Halle gastiert. Sind Sie und Ihre Teamkollegen nach zwei Jahren in der Königsklasse überhaupt richtig heiß auf diese Partie?

Tegethoff: Wir haben da alle Lust drauf. Und so viel tut sich das ja auch nicht zwischen European League und Cers-Cup. Wir treffen auch jetzt wieder auf eine Mannschaft, die vom Papier her stärker ist und aus einer richtig guten Liga kommt. Unser Vorteil wird sicher sein, dass uns die Italiener unterschätzen und dass das Überraschungsmoment auf unserer Seite sein wird. Denn Follonica rechnet wohl nicht damit, auf eine so spielstarke Mannschaft wie uns zu treffen. Und mit unserer Halle werden sich die Italiener auch schwer tun, das haben wir schon in der Königsklasse in den Heimspielen gegen Forte dei Marmi und Viareggio gemerkt.

Also rechnen Sie sich gute Chancen aus, Follonica auszuschalten?

Tegethoff: Natürlich werden die Italiener wieder eine Mannschaft sein, die kompakt steht und schussstarke Spieler in ihren Reihen hat. Aber wir sind auch ein gutes Team und werden unsere Tormöglichkeiten bekommen. Unser großer Vorteil ist, dass wir eine echte Mannschaft sind, dass wir alle Freunde sind. Bei den Italienern dagegen ist viel zusammengekauft.

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