ASV ergattert einen Zähler bei Meister Leipzig

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Jan-Lars Gaubartz (links), Lukas Blohme (2. von links) und Joscha Ritterbach (rechts) gratulieren Torwart Dennis Doden zu einer herausragenden Leistung.

Leipzig - Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen hat am Mittwochabend beim Meister SC DHfK Leipzig ein beachtliches 28:28 (15:14)-Unentschieden erzielt.

Die finale Szene war symptomatisch. Zwei Sekunden vor Schluss versuchte Lukas Binder ein letztes Mal, Dennis Doden zu überwinden. Doch der überragende Schlussmann des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen gewann das Duell – und sicherte der Mannschaft von Trainer Kay Rothenpieler damit einen Zähler beim bereits als Meister und Aufsteiger feststehenden SC DHfK Leipzig.

„Dennis hat hervorragend gehalten“, lobte der Coach nach dem 28:28 (14:15) beim souveränen Klassenprimus, der damit in dieser Saison kein Mal gegen den ASV gewinnen konnte. Denn das Hinspiel hatten die Hammer für sich entschieden. Was Rothenpieler freute: „Wir wollten hier unbedingt was mitnehmen. Das ist uns gelungen.“

Anfänglich kein gutes Rückzugsverhalten

Dabei sah es anfangs überhaupt nicht danach aus. Die Defensive hatte in der 6:0-Formation Probleme, das gesamte Rückzugsverhalten war nicht gut, sodass die Gastgeber zu leichten Gegenstoß-Treffern kamen. Auch im Angriff lief kaum etwas zusammen, obwohl Ondrej Zdrahala nach zuletzt eher durchwachsenen Leistungen einen guten Start erwischte.

Vier der ersten fünf Hammer Treffer gingen auf das Konto des tschechischen Mittelmanns. Rothenpieler nahm früh eine Auszeit (9.), beorderte den an einem Außenbandriss leidenden Jan-Lars Gaubatz auf die Platte. Die Deckung agierte von nun an zudem im 5:1-System mit Lars Gudat als „Speerspitze“ – was sich als deutlich effektiver erwies.

Abwehr kompakter und aufmerksamer

Und als Rothenpieler wenig später im Angriff zwei Kreisläufer aufbot, hatte er ein Bündel an Maßnahmen ergriffen, das den Leipzigern einige Rätsel aufgab. Zwar zog der Meister zunächst auf 9:5 davon (13.).

Ondrej Zdrahala war mit sieben Treffern der beste Werfer des ASV in Leipzig.

Doch die Hammer waren nun wach, stabilisierten sich. Vor allem die Abwehr war kompakter und aufmerksamer, Doden wurde nach großen Problemen zu Beginn immer sicherer. „Wir hatten schon überlegt zu wechseln“, erklärte Rothenpieler mit Blick auf die Torwartposition. Doch Doden wollte noch im Kasten bleiben, er „hat uns gesagt, dass er ein gutes Gefühl hat“. Und das trog den Schlussmann nicht, der unter anderem kurz vor dem Seitenwechsel einen Siebenmeter entschärfte. Drei weitere sollten im Spielverlauf folgen.

Hammer beißen auf die Zähne

Die knappe Führung zur Halbzeit bewies, dass der ASV in die Partie gefunden hatte. Und dabei blieb es. Die Hammer waren ein Kontrahent auf Augenhöhe für den Klub des Ex-ASVers Felix Storbeck, hielten den Ein-Tor-Vorsprung – und bissen mächtig auf die Zähne.

Markus Fuchs hatte Probleme mit dem Handgelenk, was Rothenpieler abermals zwang, zu reagieren. Fortan bot er drei Kreisläufer auf (Björn Wiegers, Jan Brosch, Martin Doldan) – und piesackte die Leipziger damit abermals spürbar. „Wir haben das in der Vorbereitung öfter gespielt. Das ist ein Mittel, auf das sich der Gegner erstmal einstellen muss“, so Rothenpieler.

Manöver "Siebter Feldspieler" geht schief 

Auch, als die Begegnung wieder kippte (20:19/41.), ließen sich die Hammer nicht beirren, strebten durch drei Treffer in Serie und spätestens beim Stand von 22:25 (50.) ihrem zweiten Erfolg in dieser Spielzeit gegen Leipzig entgegen. Doch drei Minuten später hatte der feststehende Aufsteiger erneut gleichgezogen – unter anderem, weil ein Manöver nicht funktionierte.

Als Rothenpieler beim Stand von 23:25 einen siebten Feldspieler auf das Parkett beorderte, spielte ein Ballverlust des ASV dem SC in die Karten und verhalf ihm zum Anschlusstreffer. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagte Rothenpieler lächelnd.

Doldans Fußverletzung bricht wieder auf

Sein Team blieb aber mehr als unbequem. Auch nach einem abermaligen personellen Rückschlag. Bei Martin Doldan brach die Fußverletzung wieder auf, er dürfte sein letztes Spiel für die Hammer vor seinem Wechsel nach Spanien nach dieser Saison bestritten haben.

Für ihn musste Fuchs trotz Schmerzen am Kreis ran. Da auch Gudat (Zeh) angeschlagen war, wurden die Alternativen knapp. Umso bemerkenswerter war der Wille der Gäste, die beim Stand von 26:28 (57.) alle Trümpfe in der Hand hielten. „Wenn wir danach etwas cleverer spielen, gewinnen wir vielleicht“, meinte Rothenpieler, haderte aber nicht.

„Der Substanzverlust ist enorm. Und die Jungs haben alles reingehauen, haben bewiesen, dass sie bis zum Ende der Saison alles versuchen“, so der Coach, der den Spielern über Pfingsten ein paar freie Tage gönnt: „Wir freuen uns irrsinnig über den Punkt.“

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