HSV schlägt Regionalligisten Wiedenbrück mit 3:1

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Jochen Höfler traf gegen den Regionalligisten Wiedenbrück gleich dreimal.

HAMM - Goran Barjaktarevic hatte sich während der Partie reichlich Notizen gemacht. Dabei notierte er sich Spielsituationen, die ihm entweder gut oder weniger gut gefallen hatten. „Ich werde jetzt sofort einige Sequenzen zusammenschneiden. Denn den Tag werden wir in der Sportschule Kaiserau mit Videoanalysen von unseren bisherigen Testbegegnungen abschließen“, erklärte der HSV-Trainer am Samstag nach dem 3:1 (1:0)-Erfolg vor 150 Zuschauern in der Evora-Arena gegen den Regionalligisten SC Wiedenbrück.

Gegen die Ostwestfalen überwogen die positiven Eindrücke. Die Rot-Weißen setzten gegen den klassenhöheren Gegner, der bereits am kommenden Wochenende mit dem Ziel Ligaerhalt in die Regionalliga-Saison startet, ein Ausrufezeichen. Deshalb gab es nach dem Schlusspfiff ein Sonderlob von Gäste-Trainer Alfons „Ali“ Beckstedde, der früher einmal die Westfalia aus Rhynern betreute. „Diese Hammer Mannschaft wird in der Oberliga eine sehr gute Rolle spielen. Da bin ich mir ganz sicher“, betonte Beckstedde, der die Vorstellung der eigenen Elf allerdings ebenfalls einzuordnen wusste. „Wir haben so kurz vor dem Meisterschaftsauftakt bewusst einige angeschlagene Spieler draußen gelassen. Und man merkt schon deutlich, wenn die nicht auf dem Platz sind.“

Was die Leistung der HSV allerdings keineswegs schmälern sollte. Denn auch bei den Gastgebern, die morgens noch eine Einheit im Rahmen des Trainingslagers in der Sportschule Kaiserau absolvier hatten, fehlten sechs angeschlagene Akteure. Barjaktarevic standen für den Test gerade einmal zwölf Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung. Dennoch war von Beginn an kein Klassenunterschied zu erkennen. Vor allem die Abwehr der Rot-Weißen stand im ersten Durchgang sehr sicher, ließ bis zum Seitenwechsel nur eine richtige Torchance für den SC Wiedenbrück zu. Doch Schlussmann Manuel Lenz, der im ersten Durchgang mit seinem konservativen Torwartspiel weitaus mehr Sicherheit ausstrahlte als sein mehr mitspielender Konkurrent Trifon Gioudas nach dem Seitenwechsel, klärte gegen den freistehenden Wojciech Pollok (23.). Auf der anderen Seite nutzte der Oberligist gleich seine erste Möglichkeit konsequent. Nach einem krassen Abwehrfehler des SCW 2000 bediente Sven Preissing den Hammer Torjäger Jochen Höfler mit einem perfekten Rückpass von der Torauslinie, so dass Höfler den Ball nur noch zum 1:0 (31.) über die Linie schieben musste.

Angesichts des konzentrierten Auftritts hatte Barjaktarevic an den ersten 45 Minuten nichts auszusetzen. Das änderte sich aber in Abschnitt zwei. „Da haben wir phasenweise die Ordnung verloren“, bemerkte der Hammer Coach kritisch an. An den Kräfteverhältnissen auf dem Platz änderte das aber nichts. Wiedenbrück versuchte zwar, mehr Druck zu machen, lief dabei aber immer wieder ins Abseits. Möglichkeiten gab es auch nach der Pause für die Ostwestfalen kaum, während die Platzherren bei den schnellen Gegenstößen einige Male Szenenapplaus für ihre schönen Kombinationen erhielten. Zwei davon führten zu den weiteren Treffern. Beim 2:0 in der 55. Minute legte Dennis Jungk den Ball glänzend für den Torschützen Höfler auf. Und bei Höflers 3:0 (64.) leistete Segit Ersoy per Traumpass die Vorarbeit.

Kurz vor Schluss kam der Regionalligist durch einen Kopfball des eingewechselten Markus Bollmann aus kurzer Distanz zum Ehrentreffer (87.). Dabei sah Gioudas nicht gut aus. Den Freistoß von Cihad Kücükyagci hätte er abfangen müssen. Doch viel schlimmer als der Patzer des Torwarts traf die Hammer eine unglückliche Aktion in der letzten Minute. Neuzugang Jovan Grozdanic blieb beim Versuch, den Ball an der Außenlinie noch im Spiel zu halten, mit dem Stollen im stumpfen Rasen hängen und verdrehte sich dabei das rechte Knie. „Ich hoffe, dass dabei kein Kreuzband gerissen ist“, befürchtete Barjaktarevic unmittelbar nach dem Schlusspfiff schon Schlimmes. Was wirklich passiert ist, wird erst eine Untersuchung zu Beginn der Woche im Krankenhaus zeigen. - P. Sch.

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