Auf dem Staffeltag des Fußballkreises Unna-Hamm: 

 Pflichten in Coronazeiten für Vereinsvertreter das Top-Thema  

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Die Vertreter der Vereine, die das Pokal-Halbfinale erreicht hatten, nahmen auf dem Staffeltag Pokal und Urkunden entgegen.

Einen sehr lebhaften Staffeltag erlebten die mehr als 60 Vereinsvertreter des Fußballkreises Unna/Hamm am Abend in der Aula des Marie-Curie-Gymnasiums in Bönen.

Bönen – Kreisvorsitzender Michael Allery ahnte es schon im Vorfeld: Am Thema Corona und seinen Unsicherheiten mit Blick auf den Saisonstart kommt das Gremium nicht vorbei. Und er hatte Verstärkung gebucht. Der Geschäftsführer des westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes, Wilfried Busch referierte über das Thema und beantwortete bereitwillig die Fragen. „Ich kenne euer Problem auch konkret als Vorsitzender eines kleinen Kreisliga-A-Vereins“, betonte er zu Beginn. 

Es läge an den Vereinen, die Einhaltung ihres abgesegneten Hygienekonzeptes umzusetzen. „Jeder hat heute ein Handy mit Kamera. Aber wenn Bilder mit Besuchern ohne Abstand, nicht vorhandene Kontaktlisten am Eingang in die sozialen Netzwerke gelangen, dann darf sich der Verein nicht wundern, wenn die Behörden einschreiten“, appellierte Busch vehement. „Wir Fußballer stehen im Brennpunkt. Sägt nicht an dem Ast, der den Spielbetrieb möglich überhaupt macht.“ Was denn wäre, wenn ein Gast feststelle, dass die Regeln offensichtlich missachtet würden? Dann solle dieser Verein selber entscheiden, ob er mit Rücksicht auf die Gesundheit seiner Spieler antritt, lautete die Antwort. 

Das Ausschließen von Zuschauern, also Geisterspiele, seien auch durchaus möglich wie auch das Schließen von zu kleinen Kabinen. Man müsse auch dem Schiedsrichter keine zur Verfügung stellen, ergänzte FLVW-Vizepräsident Holger Bellinghoff: Heute käme eine entsprechende Satzungsänderung heraus. Die Vereine müssten die Besonderheiten ihres Hygienekonzeptes nur kommunizieren. Die sollen ab der kommenden Woche über die Homepage des Kreises einzusehen sein. Das entbinde die Vereine nicht, den Gastverein vor dem Spieltag per E-Mail zu informieren, betonte Allery mit Blick auf die Rechtssicherheit. 

Redebeiträge gab es an diesem Abend zu jedem Vortrag. Groß ist die Verunsicherung zum Beispiel bezüglich der Ersatzspieler. „30 Spieler dürfen aktiv werden, sieben im Spielbericht als Ersatzspieler genannt werden“, erklärte Thorsten Perschke als Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses. Kompliziert ist die Regel bei Verdachts- und Infektionsfällen und folgenden Spielabsetzungen. „Was ist, wenn vier Leute Schnupfen haben, also mögliche Symptome, ich aber nur 13 im Kader?“, war eine Frage. Die Überlegung dahinter war, dass der Verein wegen zuvieler Verletzter etwas vortäuscht. „Wir haben mit dieser Situation naturgemäß keine Erfahrung“, sagte Bellinghoff – und appellierte an die sportliche Fairness.

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