Die SSV-Basketballer kratzen an ihren Bestmarken

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Roland Leidag führte den SSV Hamm an die Tabellenspitze.

Hamm - Sie wollten mit einem guten Auftakt die Grundlage für eine ruhige Saison schaffen. Doch nach vier Siegen in Serie jagen die Basketballer des SSV Hamm plötzlich ihre eigenen Bestmarken. Zum ersten Mal führen sie zur Herbstpause die Oberliga-Tabelle an. Gewinnen sie auch gegen die Baskets Lüdenscheid, haben sie einen neuen Startrekord aufgestellt.

Dazu kann das Team am Samstag (19 Uhr) durch einen Sieg beim Landesligisten SC Union Lüdinghausen zum ersten Mal die dritte Runde des WBV-Pokals erreichen. „Wir greifen im Moment nach einigen Rekorden“, sagt Trainer Vladimir Docenko.

Das ist erstaunlich. Und unerwartet. Dass es sein Team an guten Tagen mit den Besten der Liga würde aufnehmen können – das hatte der 34-Jährige nach der Vorbereitung zwar vermutet. Dass es aber selbst zu den Besten gehören würde, nicht so sehr. „Ich freue mich gerade, dass es so gut läuft. Wer hätte das gedacht?“, fragt Docenko.

Es ist nicht das erste Mal, dass seine Mannschaft einen Blitzstart hinlegt. Schon vor zwei Jahren gewann der SSV die ersten vier Partien. Damals waren die Ambitionen jedoch ganz andere: „Wir dachten, wir sind sooo cool, wir haben die richtigen Leute, wir wollen aufsteigen“, sagt Docenko sarkastisch. „Das hat dann ja gar nicht geklappt.“ Es folgten die ersten Niederlagen, Spieler verließen den Club, es ging abwärts.

Auch in der vergangenen Spielzeit lief es mit einem umgekrempelten Team und größerem Fokus auf die eigenen Talente nicht gut. Die Hammer, bei denen zwischenzeitlich sogar Docenko selbst aushelfen musste, retteten sich erst spät vor dem Abstieg. „Die letzte Saison war furchtbar. Daran hatte ich sehr stark zu knabbern. Ich habe auch ans Aufhören gedacht“, gibt Docenko zu und fügt nach einer kurzen Pause an: „Zum Glück bin ich geblieben.“

Und zum Glück kam ein anderer: Roland Leidag. „So einen Aufbauspieler hatten wir noch nie. Er ist jung, sehr kreativ und eröffnet seinen Mitspielern viele Chancen. Egal, wie schnell er das Spiel macht: Er findet gute Lösungen. Er ist der Kopf der Mannschaft“, lobt der SSV-Coach seinen Regionalliga erfahrenen Spielmacher.

Dass Flügelspieler Dennis Wirtelarz, seit langem Leistungsträger des SSV, beim 86:81-Erfolg gegen den ASC 09 Dortmund mit 36 Punkten einen neuen persönlichen Bestwert schaffte, lag nicht zuletzt an den Passqualitäten Leidags. Die dritte zentrale Figur im Spiel der Baskets ist Jens Sabel auf der Center-Position. Auf der hatten die Hammer in den zurückliegenden Spielzeiten oft Probleme. Hinzu kommt Docenkos Taktik, die zu dem jungen Team passt: schnell spielen, schnell passen, schneller abschließen als vergangene Saison. „Wir spielen einen einfachen Basketball. Wir wollen nicht zu viel Komplexität. Basketball soll nicht zu Schach mutieren“, sagt Docenko.

Der gute Start macht ihn optimistisch, aber nicht euphorisch. „Sicher, wir haben gegen gute Gegner gewonnen. Und immer wieder auch Spiele zu unseren Gunsten entschieden, die auf der Kippe standen. Das ist ein gutes Zeichen. Alle unterstützen sich gegenseitig. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass es menschlich überhaupt keine Probleme gibt“, so der Coach. „Aber ich sage beim Training immer: Jungs, es ist nicht selbstverständlich, dass wir gewinnen. Die Liga ist sehr ausgeglichen. Wir werden auch irgendwann wieder verlieren.“

Diesen Zeitpunkt will er allerdings so lange hinauszögern, wie es geht. „Im Moment haben wir das sportliche Glück, das einfach dazugehört. Es wäre schön, wenn es uns noch ein paar Wochen begleiten würde.“

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