SpVg undankbarer Vierter, TVG überrascht beim Masters

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Westfalia Rhynern (blaue Trikots) gewann das Masters-Vorrundenturnier. Die SpVg belegte den undankbaren vierten Platz.

BÖNEN - Der Favorit hatte sich zwar am Ende durchgesetzt, aber es war der große Außenseiter, der in der Goethe-Halle den größten Eindruck hinterließ. Westfalia Rhynern zog als Sieger der Vorrundenhalle Bönen direkt in die Endrunde des Warsteiner Masters am 26. Januar in Werl ein.

Stimmungsvolles und spielerisches Highlight des zweitägigen Hallenfußballturniers waren aber die Tamilstars Dortmund, ein B-Ligist, der erst seit zwei Jahren existiert.

„Es waren die besten beiden Mannschaften im Endspiel“, lobte Rhynerns Co-Trainer Mark Woller den Finalgegner. Schon in der Vorrunde am Samstag waren sich beide Teams begegnet – und die Dortmunder ertrotzten sich ein 0:0 gegen den sechs Klassen höher spielenden Rivalen. „Am ersten Tag wussten wir nicht was uns erwartet. Die Tamilstars waren technisch und taktisch sehr gut, da mussten wir uns auch als Oberligist erst drauf einstellen“, zollte Woller Respekt.

Im Finale beäugten sich beide Teams lange, ehe Denis Rödel im Doppelpass mit Andrej Lorengel den entscheidenden Akzent setzte (7.). Als die Dortmunder im zweiten Durchgang öffnen mussten, konterte Rhynern geschickt. Lorengel (11.) und Mahmut Yavuzaslan (14.) schossen die weiteren Tore zum 3:0-Sieg.

„Wir haben drei gute Chancen und machen kein Tor. Rhynern hat vier gute Chancen und macht drei Tore. Das ist der Unterschied“, meinte Tamilstar Majouran Jeganathan. Die Dortmunder hatten die Vorrunde vor Rhynern und Menden Türk-Gücü gewonnen. Am zweiten Tag verloren sie im Halbfinale gegen den FC Sarajevo Bosna mit 1:2. „Wir haben ein paar gute Hallenspieler“, meinte Jeganathan, der selbst beim Lüner SV und Phönix Eving gespielt hat.

Vor allen hatten die Dortmunder aber die besten Fans. Ohrenbetäubend laut trommelten die ihre Mannschaft nach vorne, wurden vom Ausrichter SpVg Bönen deshalb mit dem Preis für die besten Fans ausgezeichnet. Gemeinsam mit Bosna als Dritten, das sie im Spiel um Platz mit 2:0 nach Verlängerung schlugen, buchten die Tamilstars das Ticket für die Lucky-Loser-Runde in Werl. „Wir sind mega-stolz“, so Jeganathan. Der bosnische A-Ligist absolvierte am Sonntag neun Spiele, hatte sich ohne Niederlage durch die Quali-Runde gekämpft. „Das war sensationell“, war Kapitän Muhamed Ahmedovic überwältigt von seinem jungen Team.

Pech hatte der Gastgeber: Die SpVg verpasste das Finalwochenende knapp: In der entscheidenden, taktisch geprägten Partie gegen die Tamilstars resultierte die Niederlage aus einem Tor nach einer Ecke für Bönen. Dortmund spielte schnell nach vorne und Delepen Vasanthakulasingam netzte zum 1:0-Endstand ein. Die Truppe von Axel Maurischat bot ein gutes Turnier. Souverän holte sich die SpVg in der Vorrunde den Gruppensieg vor Bezirksligist TSC Hamm, der am Sonntag nur die dritte Mannschaft schickte, und schaltete in der ersten Zwischenrundenpartie im Derby auch die IG Bönen hochverdient aus, auch wenn Dominik Sorge und Dominik Sadrinna per Neunmeter erst in der Verlängerung trafen.

Bönen kassierte anschließend die erste Niederlage gegen Rhynern (1:2), „weil wir zweimal pennen“, so Maurischat. Das 0:1 durch Lorengel nach wenigen Sekunden spielte der Westfalia in die Karten. Der Treffer von zum 1:2 von Torhüter Marco Behrend kam zu spät. Die SpVg gewann in der Trostrunde gegen den BSV Heeren (2:0 – Sadrinna, Scheibke). „Wir haben nach den anderen Turnieren gezeigt, dass wir es in der Halle können“, war der Coach zufrieden.

Für die größte Überraschung nach den Tamilstars sorgte der TVG Flierich-Lenningsen als geteilter Fünfter mit Heeren. „Das war ein grandioses Turnier. Damit hätten wir nie gerechnet“, meinte Betreuer Tim Lüblinghoff. Dabei liest sich die Bilanz des zweiten Tages angesichts von 4:14 Toren gar nicht so toll. Mit Rhynern (0:8) und Tamilstars (0:5) trafen die Germanen aber auch auf die besten Teams. Da versöhnte der verdiente 4:1-Erfolg im Derby gegen die IG (Tore: Rademacher, Zogmann, Sebastian Lüblinghoff, Eickhoff; Gegentreffer Thiemann). Vor allem in der Vorrunde hatten die Fliericher groß aufgespielt, als Dritter zogen sie direkt in die Endrunde ein. „Es hat einfach gepasst und Spaß gemacht“, so Tim Lüblinghoff.

Nicht nur die zwei Derby-Niederlagen dürften die Verantwortlichen der IG wurmen. Zwar zeigten die Bönener kämpferisch starken Einsatz, überstanden die harte Mühle der Quali-Runde als Zweiter, weil sie nie aufsteckten, doch es blieb ein Makel: Im entscheidenden Spiel gegen die SG Massen – der Sieger würde in die Zwischenrunde einziehen – glich Mehmet Duman erst zum 1:1 aus, dann drehte Laye Toure nach dem 1:2 durch Nils Martello in Unterzahl (Ali Gökce hatte eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Meckerns erhalten) mit zwei Toren die Partie zum 3:2-Sieg. Doch nach dem Spielende kam es zu einer Rudelbildung. SGM-Keeper Roman Spielfeld trug ein blaues Auge davon. Die Unnaer riefen die Polizei, Spielfeld erstattete Anzeige – Übeltäter soll ein IG-Spieler gewesen sein, der als Zuschauer in der Halle war. „Sie haben uns provoziert“, meinte IG-Coach Ayhan Sezer, „aber so etwas darf nicht sein. Das gehört nicht zum Fußball.“ Der sportliche Auftritt der Bönener geriet zur Nebensache.

Heeren profitierte als Lucky-Loser vom Nicht-Erscheinen der Mannschaft von Menden Türk-Gücü, die sich eigentlich für die Zwischenrunde qualifiziert hatten. Die Mendener waren allerdings auch beim RWE-Wintercup im Einsatz und nur für den VfL Mark eingesprungen, der keine Mannschaft stellte, da der Verein zwei Turniere angenommen hatte. „Wir haben uns teuer verkauft“, meinte BSV-Co-Trainer Sebastian Eckei zufrieden. - bob

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