Fußball-Kreisliga B

Urteile nach Spielabbruch zwischen dem SSV Hamm und TuS 59 stehen fest

Schiedsrichter unterbricht Fußball-Match
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Die Begegnung zwischen dem SSV und dem TuS 59 wurde abgebrochen.

Das Spiel der Fußball-Kreisliga B1 (Unna-Hamm) zwischen dem SSV Hamm und dem TuS 59 ist am 26. September in der zweiten Halbzeit beim Spielstand von 4:2 für die Gäste von Schiedsrichter Albert Pier (GS Cappenberg) abgebrochen worden. Jetzt stehen Urteile fest.

[Update, 15. Oktober, 15.05 Uhr] Harte Strafen durch das Kreissportgericht (KSG) des Fußball-Kreises 32 Unna/Hamm unter dem Vorsitz von Michael Zaharodnyi (TuS Germ Lohauserholz) zog jetzt der Abbruch des Kreisliga-B-Spiels zwischen dem SSV Hamm und dem TuS 1859 Hamm nach sich.

Schiedsrichter Albert Pier (GS Cappenberg) hatte am 26. September die Begegnung beim Stande von 2:4 in Hälfte zwei vorzeitig beendet, nachdem es auf dem Platz zu tätlichen Auseinandersetzungen in Form vom Spuckattacken und Tritten gekommen war. Ein Anwohner hatte angesichts der Tumulte auf dem Platz die Polizei gerufen, die später eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung aufnehmen musste. Ein Mann war angeblich von einem Spieler mit einem Stollenschuh getreten worden.

SSV-Vorsitzender Sascha Raulf hatte damals gegenüber unserer Zeitung von einer Rangelei unter 20 Personen gesprochen, anschließend den Schiedsrichter schützend in die Kabine geleitet. Raulf wurde jetzt vom KSG allerdings wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber dem Schiedsrichter zu einer Geldstrafe von 50 Euro verurteilt. Der Spieler des SSV, der den Abbruch verursachte, wurde wegen grob unsportlichem Verhalten für 16 Spiele, eine weiterer Akteur der Gastgeber für acht Begegnungen gesperrt. Die Partie wurde mit 2:0 für den Gast gewertet.

Ursprünglicher Text:

Auslöser für die Auseinandersetzungen auf dem Sportplatz am Südpark, zu denen schließlich auch die Polizei gerufen worden ist, scheint nach mehreren übereinstimmenden Aussagen die Spuckattacke eines SSV-Akteurs an der Seitenlinie gegen TuS-Spielertrainer Christian Mellmann gewesen zu sein.

Die Hammer Polizei bestätigte auf WA-Anfrage, dass es einen Einsatz („Tumultlage“) gegeben hat. Beim Eintreffen von fünf Beamten habe sich ein Mann zu erkennen gegeben, der behauptete, geschubst und getreten und dabei leicht verletzt worden zu sein. Von ihm liege eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung vor, da es sich um einen Tritt mit einem Stollenschuh gehandelt habe. Der Polizei liegt ein Video vor, das die Vorfälle auf dem Sportplatz zeigt. Doch tatsächlich sei nicht besonders viel darauf zu erkennen, hieß es. Die Auswertung dauere an.

„20 Mann auf einem Haufen“

Begonnen habe alles damit, sagt SSV-Vorsitzender Sascha Raulf als Augenzeuge, dass einer seiner Spieler nach einem Foul in der Nähe der Gästebank am Boden liegen geblieben sei, der TuS 59 aber weiter gespielt und auch der Schiedsrichter die Partie nicht unterbrochen habe. „Das hat die Jungs aufgeregt“, sagt Raulf. Dann habe er gesehen, wie zwei Spieler Kopf an Kopf gestanden hätten, anschließend habe es eine Schubserei und Rangelei mit Spielern beider Mannschaften gegeben. „Da waren bestimmt 20 Mann auf einem Haufen“, schildert der SSV-Vorsitzende.

„Es ist richtig, dass der Spieler des SSV gespuckt hat. Das steht auch so im Spielbericht, ansonsten möchte ich mich dazu nicht äußern“, sagt Christian Mellmann, „weil ich ja irgendwie auch beteiligt war. Und ich möchte niemanden in ein schlechtes Licht rücken“ Den gengerischen Spieler könne er anhand der Rückennummer benennen. Und das vom SSV reklamierte Foul zuvor sei auch keines gewesen. Grundsätzlich sei man sich ja auch mit den Verantwortlichen des SSV einig gewesen, dass so etwas auf einem Fußballplatz nichts zu suchen habe, aber nach und nach habe das Gespräch eine andere Tendenz genommen. „Zuerst wollten sie sich ja nur entschuldigen...“, sagt der TuS-Spielertrainer.

„Ich weiß nicht, wie der Schiedsrichter das so deutlich sehen konnte, was er in den Spielbericht eingetragen hat“, erwidert Sascha Raulf, der schließlich einen TuS-Spieler davon abgebracht haben will, mit einer Glasflasche Schlimmeres anzustellen. Er persönlich habe diesen dann schützend in die Kabine begleitet und man sei mit den Verantwortlichen des TuS überein gekommen, die Polizei zu rufen.

Anwohner verständigte die Polizei

Diese hatte offensichtlich zeitgleich auch ein Anwohner verständigt, der von seinem Garten aus eigentlich nur ein bisschen Fußball schauen wollte. Es habe an der Seitenlinie Streitigkeiten gegeben, berichtet der Mann. Ein SSV- und ein TuS-Spieler seien aneinandergeraten, der Spieler der Gastgeber habe seinen Kontrahenten dabei beleidigt, dieser etwas erwidert, „was ich allerdings nicht verstanden habe“, wie der Augenzeuge berichtet. Daraufhin habe der SSV- den TuS-Spieler angespuckt, was dieser sich wiederum nicht habe gefallen lassen und den gegnerischen Akteur weggestoßen habe. Es habe dann Jadgszenen gegeben, die ihn veranlasst hätten die Polizei zu rufen. Er sei sehr Fußball-affin und fände es toll, dass sich beim SSV gerade etwas positiv entwickle, meinte der Augenzeuge, und sei daher sehr erschüttert gewesen über Tumult, Schläge und Tritte. „Das“, sagt er. „habe ich in diesem Ausmaß noch nicht erlebt.“

SSV-Spielertrainer Christian Grewe sagte, beide Parteien hätten wohl das Nötige dazu beigetragen. Es sei eine Sache, die auf dem Fußballplatz nichts zu suchen habe, eine Katastrophe. „Wir müssen auch bei uns ein Gespräch mit dem Vorstand führen, wie wir das zu sanktionieren haben.“ Allerdings hat Grewe die Schilderungen aus zweiter Hand. Er selbst war zwar als Trainer auf dem Spielbericht eingetragen, wegen einer privaten Feier aber nicht dabei gewesen.

Jetzt entscheiden die Gerichte

Wer jetzt was wie gemacht hat, müssen die Gerichte entscheiden – im Fall der angezeigten Körperverletzung ein Zivil-, im Fall des Spielabbruchs ein Sportgericht. „Ich gehe davon aus, dass wir die Punkte bekommen werden“, sagt TuS-Spielertrainer Mellmann. „Der Schiedsrichter hat das zwar nur kurz knapp, aber eindeutig in seinem Spielbericht geschildert.“

Nur keiner Entscheidung vorgreifen, sagt da Torsten Perschke, Schiedsrichter-Obmann im Fußballkreis. Beide Seiten würden nun erst einmal zu einer Stellungnahme aufgefordert, dann würde das Kreissportgericht darüber entscheiden, ob in einem schriftlichen Verfahren oder in einer Sitzung verhandelt wird. Michael Zahorodnyj, Vorsitzender des Gremiums, werde da schon da passende Verfahren finden.

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