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Sprach- und körperlos: Auftritt der HSV schürt erste Zweifel am Klassenerhalt

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Von: Rainer Gudra

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Halil Dogan war der einzige HSV-Torschütze in den jüngsten drei Spielen.
Halil Dogan (rechts) war der einzige HSV-Torschütze in den jüngsten drei Spielen. © Reiner Mroß/Digitalbild

Lange Zeit hatte die Hammer SpVg das Gefühl vermittelt, dass ihre Mannschaft in der Fußball-Oberliga Westfalen tatsächlich wieder wettbewerbsfähig ist und über eine gute Platzierung in der Abstiegsrunde auch in der kommenden Saison darin spielen wird.

Hamm - Doch das 0:3 (0:1) am vergangenen Sonntag beim RSV Meinerzhagen schürt erste Zweifel. „Man muss ja auch Vreden und das Heimspiel gegen Haltern mit einbeziehen. Drei Partien, nur ein Elfmetertor – offensiv sind wir zuletzt gar nicht in Erscheinung getreten“, resümiert Steven Degelmann, der nach dem Trauerspiel im Sauerland erst einmal schwieg.

Heimspiel gegen Holzwickede

„Da haben wir ganz großes Glück, dass wir trotz dieser drei ganz schlechten Spiele noch die Chance haben, den Klassenerhalt selbst zu schaffen“, sagte der HSV-Trainer tags darauf. Aber schon das Heimspiel am Donnerstag (19 Uhr, 24nexx Arena) gegen den Holzwickeder SC beinhaltet die letzte Chance, im eigenen Film weiter Regie zu führen und ein Happy End selber zu gestalten. Ein Problem bleibt für Degelmann: „Dass wir am letzten Spieltag zuschauen müssen.“

Für den Trainer war nach dem ungewohnt blutleeren Heimauftritt gegen Haltern (1:1) die Hoffnung groß, dass der Abstiegskrimi wieder eine Fortsetzung nach seinen Wünschen bekommen würde: „Bei den Spielern ist es ja auch angekommen, dass es bei fünf Absteigern bleibt. Das wussten wir vorher. Alleine das hätte reichen müssen, um zu sehen, dass wir Meinerzhagen in Richtung Westfalenliga schicken und uns dabei ein Polster rausarbeiten können.“

Starke Paraden von Oberwahrenbrock

Die 90 Minuten zeigten anderes: „Es ist ein ekliges Auswärtsspiel, keine Frage, aber dass wir so körperlos aufgetreten sind...“, ließ Degelmann den Satz unvollendet. Okay, das Tor zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich erzielte Halil Dogan nicht, wie der Unparteiische entschied, aus einer Abseitsposition heraus, „aber das ist nichts gegen die richtigen Chancen von Meinerzhagen im zweistelligen Bereich“. Tim Oberwahrenbrock, der zwischen die Pfosten rückte, weil sich Jonas Trebing an einem Hüftbeuger verletzt hatte, hielt sein Team bis in die Schlussphase hinein mit starken Paraden im Spiel.

Tore auf dem Silbertablett serviert

Die entscheidenden Gegentore in der 87. und 88. Minute wurden den Gastgebern – wie das frühe 1:0 (15.) – durch eklatante Abwehr- und Abspielfehler auf dem Silbertablett serviert. Auch hinten stimmte es nicht bei der HSV – weder im anfänglichen 3-5-2, noch mit Vierer-Abwehr nach dem Seitenwechsel. „Da fehlte mir auch die Kommunikation auf dem Platz, da kam nichts“, ärgerte sich Degelmann.

Schon auf der Rückfahrt habe er sich Gedanken darüber gemacht, was für das Donnerstag-Spiel gegen Holzwickede zu ändern ist: „Körpersprache, Selbstvertrauen, das wollen wir über individuelle Gespräche regeln. Aber auch taktisch werden wir etwas ändern, damit sich die Spieler auf neue Gegebenheiten einstellen müssen, und sich so hoffentlich stärker fokussieren. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber oft funktioniert das.“

Spiel gegen Sprockhövel vorgezogen

Was Degelmann letztlich gar nicht versteht: „Im Training ist die Härte da, so wie wir sie auch im Spiel brauchen. Aber dann am Sonntag? Da hast du auf der Suche nach den Ursachen, warum sie in Meinerzhagen so eine Körpersprache zeigen, ganz schön dran zu knabbern.“ Für Donnerstag ist klar: „Wir müssen auch gegen Holzwickede unseren Platz und die Zweikämpfe annehmen.“ Wenn nicht, könnte das vorgezogene Spiel ausgerechnet am Freitag, einem 13., daheim gegen Sprockhövel ein Drama werden für die HSV.

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