Hammer Verein nach der "Sintflut"

Platz unter Wasser: Beim TSC rollt kein Ball mehr

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Das Unionstadion gleicht derzeit eher einer Seenlandschaft als einem Fußballplatz. An Training oder an die Austragung von Spielen ist beim TSC momentan jedenfalls nicht zu denken.

HAMM - Die starken Regenfälle der vergangenen Woche haben nicht nur in Herringen ihre Spuren hinterlassen. Auch der TSC Hamm leidet noch immer unter den extremen Niederschlägen.

„Wir haben keinen Sportplatz mehr, sondern den Unionsee“, scherzt Erdal Akyüz. Dabei ist dem Trainer des Fußball-Bezirksligisten eigentlich überhaupt nicht nach lachen zumute. Denn der Sportplatz ist derzeit nicht zu bespielen, an ein Training nicht zu denken. Kurzum: „Unser Verein liegt still. Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt Akyüz.

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Am Dienstagabend hatte er mit seinen Spielern zumindest hinter dem Tor ein kleines trockenes Fleckchen gefunden und dort ein wenig den Ball laufen lassen. Zudem wurden noch ein paar Kraftübungen absolviert, ehe sich die Mannschaft oberhalb der Zuschauerränge auslief. „Ich habe keine Ahnung, wie das in den nächsten Wochen funktionieren soll. Denn es ist derzeit nicht absehbar, wann das Wasser abfließt“, sagt der Coach – und fügt gefrustet hinzu: „Letztlich war das alles nur eine Frage der Zeit, bis so etwas passiert. Was da alles runter gekommen ist, hat dem Platz nun den Rest gegeben.“

Daher hat Geschäftsführer Yüksel Tirgil zum einen Kontakt mit dem SV Lippstadt 08 aufgenommen, dessen Reserve am Sonntag eigentlich zur Meisterschaftspartie im Unionstadion antreten soll. „Aber an ein Spiel ist nicht zu denken“, sagt Tirgil. „Entweder tauscht Lippstadt mit uns das Heimrecht. Oder wir müssen das Spiel absagen.“ Zum anderen hat der TSC-Geschäftsführer auch schon bei der Stadt Hamm nachgefragt, bislang aber noch keine Antwort erhalten.

Ingesamt elf Mannschaften – drei Senioren-, ein AH- und sieben Jugendteams – können beim TSC seit vergangenem Donnerstag nun nicht mehr trainieren oder ihre Meisterschaftsspiele austragen. Entsprechend groß ist der Frust bei den Vereinsverantwortlichen. „Der Ball rollt keinen Meter auf den Platz. Und auch wenn die Pfützen weg sind, wird es noch lange dauern, ehe man ihn wieder bespielen kann, ohne was kaputt zu machen“, sagt Tirgil, der sich daher mehr denn je wünscht, dass im Unionstadion ein Kunstrasenplatz gebaut wird. „Das ist für uns die einzige Lösung“, sagt er. „Wir haben nun mal nur einen einzigen Platz zur Verfügung, der ist jetzt schon mit unseren elf Mannschaften komplett überlastet. Jeder weiß doch, wie viele Stunden Training man so einer Anlage zumuten darf. Bei uns ist das schon lange überreizt.“

Auf Nachfragen bei der Stadt, ob der TSC nicht auch einen Kunstrasenplatz erhalten könne, wurde er mit dem Hinweis auf die leeren Kassen vertröstet – für Tirgil durchaus nachvollziehbar. „Die Stadt hat ja zuletzt schon viel Geld in Sportanlagen investiert, nur eben leider nicht bei uns. Und unsere Möglichkeiten beim TSC sind beschränkt“, erklärt er. „Vielleicht stellt man uns aber zumindest einen zweiten Platz zur Verfügung, auf dem wir dann trainieren könnten, damit das Unionstadion nicht ganz so extrem belastet wird. So wie jetzt kann es nicht weiter gehen. Die augenblickliche Situation ist eine echte Katastrophe für unseren Verein“ –pad–

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