Rollhockey

Sportkommission setzt Spiel des SKG Herringen gegen Remscheid ab

Schuhe schnüren oder nicht? Liam Hages und Lucas Karschau stehen in der Euroleague vor einer unsicheren Saison.
+
Zwangspause: Das Spiel des SK Germania Herringen gegen Remscheid wurde abgesagt.

Das nächstes Kapitel im Streit um die Austragung der Rollhockey-Bundesliga-Begegnung zwischen dem SK Germania Herringen und der IGR Remscheid ist geschrieben: Am Donnerstag setzte der Deutsche Rollsport- und Inlineverband (DRIV) die Partie, die am Samstag um 18 Uhr in der Glückauf-Sporthalle ausgetragen werden sollte, ab.

Hamm - „Ich bin gespannt, wie die Begründung des Verbandes aussehen wird“, sagte der Vorsitzende des SK Germania Herringen, Michael Brandt, am Donnerstagmorgen. „Bislang haben wir keine Erklärung für die Absage erhalten. Fakt ist, dass wir sowohl der IGR als auch dem Verband am Mittwoch mitgeteilt haben, dass wir spielen wollen und keinen Grund für eine Verlegung sehen.“

Die Frage, die sich stellt: Wird im Rollhockey-Verband mit zweierlei Maß gemessen? Zum Hintergrund: Die Remscheider Verantwortlichen hatten den Vorstand des SK Germania am Montag per E-Mail darüber informiert, dass sie aufgrund des hohen RKI-Werts in Hamm nicht bereit seien, zum Spiel am Samstag anzutreten. Eine Begründung, die am vergangenen Wochenende auch der RSC Darmstadt angeführt hatte, als er seine für den Samstag angesetzte Partie in Remscheid absagte. Nur: Diese Partie wurde von Staffelleiter Torsten Flössel mit 10:0 Toren und drei Punkten für Remscheid gewertet. „Dann wären die Darmstädter ja auch berechtigt gewesen, das Spiel abzusagen, weil der RKI-Wert in Remscheid über 50 lag“, sagt Brandt.

Wären sie nicht. Zumindest nicht nach der Auffassung von Thomas Ullrich, dem Vorsitzenden der zuständigen Sportkommission des DRIV. „Für beide Fälle gibt es unterschiedliche Voraussetzungen“, begründet Ullrich im Gespräch mit dem WA. „Darmstadt hat die Absage in Remscheid erst am Freitagabend bei der Spielleitung gemeldet – keine 24 Stunden vor der Ansetzung der Partie. Remscheid hat dagegen seit dem vergangenen Wochenende versucht, eine Spielverlegung in Herringen zu bewirken. Wir haben andere Voraussetzungen für Verlegungen, die jetzt gelten – auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen, die Darmstadt machen musste.“

Abgesehen von der Tatsache, dass der Zeitpunkt der Absage ein anderer war, räumt Ullrich ein, dass die Begründung letztlich die gleiche ist. „Es ist in beiden Fällen so, dass Spieler von Arbeitgeberseite gesagt bekommen haben, dass sie nicht in ein Risikogebiet fahren dürfen“, sagt Ullrich, der selbst Remscheider ist. „Das können wir unseren Spielern nicht aufs Auge drücken, unabhängig davon, ob das arbeitsrechtlich aufrechtzuerhalten ist. Das ist so zu werten, als wenn die jeweiligen Spieler krank sind.“

Wertung gegen Darmstadt bleibt bestehen

Eine Begründung, die für die Zukunft der gerade angelaufenen Bundesliga-Saison anhand der steigenden Corona-Infektionszahlen Ungemach verspricht. Denn mit diesem Urteil der Kommission dürfte in Zukunft jeder Verein das Werkzeug an die Hand bekommen, Spiele abzusagen. Im Fall Darmstadt hat die Kommission die ursprünglich gegen den Verein verhängte Geldstrafe und die dadurch drohende Sperre wieder zurückgenommen. Die Wertung der Partie zugunsten der Remscheider bleibt aber laut Ullrich „vorerst bestehen. Die Strafe wird erlassen, weil der tiefere Grund der Absage vorliegt. Die Wertung bleibt so bestehen. Die war aber nicht Gegenstand der Verhandlung.“

Die Frage, ob die Saison, überhaupt eine Chance habe, unter solchen Voraussetzungen beendet zu werden, beantwortet Ullrich zögernd. „Das wird eine schwierige Sache“, räumt er ein. „Wir werden Flexibilität von den Vereinen und Spielern brauchen. Wenn Spiele nachzuholen sind, muss das auch sofort passieren, wenn es wieder möglich ist.“ Nicht zuletzt aufgrund des kaum vorhandenen Zeitfensters versteht Michael Brandt die Entscheidung der Kommission nicht. „Wir sind weiter der Ansicht, dass gespielt werden muss, solange ein spielfähiger Kader vorhanden ist“, sagt er. Schließlich steht am Samstag (17. Oktober) bereits das nächste Heimspiel des SK Germania an. Gegner: RSC Darmstadt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Partie ausgetragen wird, ist nach aktueller Lage eher gering.

Der SKG weist darauf hin, dass die Regionalliga-Partie des SKG II gegen die RESG Walsum II am Sonntag (16 Uhr) mit maximal 100 Zuschauern stattfindet. Zuschauer mit Saisonkarte haben freien Eintritt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare