„Spitzenreiter, Spitzenreiter“: Wiescherhöfen gewinnt 3:2 gegen Hilbeck

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Der SV Hilbeck musste eine bittere 2:3-Heimniederlage im Spitzenspiel gegen Wiescherhöfen hinnehmen.

HILBECK - Auf der einen Seite tanzten die Spieler des TuS Wiescherhöfen und skandierten „Spitzenreiter, Spitzenreiter“. Auf der anderen Seite hatten sich die Akteure des bisherigen Tabellenführers SV Hilbeck an ihrer Auswechselbank zusammengefunden, wo sie mit frustrierten Mienen das Treiben der Gäste, die ausgelassen den 3:2 (0:0)-Sieg im Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga feierten, verfolgten.

„Das ist ja nicht das erste Mal, dass wir so etwas miterleben müssen“, knurrte SVH-Trainer Alf Dambrowsky, der dann auch schnell den Schuldigen in Person von Schiedsrichter Markus Cinar (Gütersloh) ausgemacht hatte: „Das war ohne Frage unser schlechtestes Spiel in der Rückrunde. Aber wie der Unparteiische Einfluss auf die Partie genommen hat und wie er zu einem Zeitpunkt, als Wiescherhöfen schon tot war, einen Elfer gibt, bei dem es kein Foul gegeben hat und bei dem das angebliche Vergehen auch außerhalb des Strafraums war, das macht mich fassungslos.“ Deutlich besser war dagegen die Laune beim TuS Wiescherhöfen. „Das ist für uns eine schöne Momentaufnahme“, strahlte Spielertrainer Steven Degelmann. „Sicherlich war es glücklich, dass uns erst eine Minute vor dem Abpfiff der Siegtreffer mit einem Lucky Punch gelungen ist. Aber damit haben wir doch wieder für Spannung in der Liga gesorgt.“

In der ersten Halbzeit war von Spannung auf dem Spielfeld allerdings nicht viel zu sehen. Beiden Mannschaften war die Nervosität anzumerken, weil es in dieser Begegnung eine Menge zu gewinnen und zu verlieren gab. Auf Seiten der Platzherren waren Nils Overmann (5.) und Kai Luig (37.) zu guten Möglichkeiten gekommen, für den TuS hatten Erkan Baslarli (7.) und Dominik Degelmann (26.) zweimal für Gefahr gesorgt. Ansonsten herrschte im Willi-Hafer-Stadion eine Menge Tristesse.

Das änderte sich aber im zweiten Durchgang schlagartig. Denn bereits eine Minute nach dem Wiederanpfiff zappelte das Leder zum ersten Mal im Netz von Hilbecks nicht immer souveränen Torwart Fabian Golisch. Nachdem der Ball von der SVH-Defensive in die Mitte abgewehrt worden war, nahm Michael Mryka aus 20 Metern Maß und traf per Direktabnahme zum 0:1 (47.). Doch viel Zeit, ihren Führungstreffer zu genießen, hatten die Wiescherhöfener nicht. Acht Minuten später sorgte nämlich Lino Köhler für den 1:1-Ausgleich (55.). Einen tollen Diagonalball von Jannuik Siepmann hatte er aufgenommen, dabei Hüseyin Kücük unglücklich aussehen lassen und an Keeper Stefan Küritz vorbei getroffen. Anschließend bestimmte einzig und allein der SV Hilbeck das Geschehen, vergab aber zu viele Chancen: so wie Andreas Neumann (61., 74.) und Philipp Sterthoff (65.). Lediglich Overmann münzte mit einer tollen Direktabnahme an die Unterkante der Latte, von wo der Ball ins Tor sprang, die Überlegenheit mit dem 2:1 in Zählbares um (75.).

Dann aber folgte die Szene, die Dambrowsky auch noch eine Viertelstunde später in Rage versetzte. Im Zweikampf mit Daniel Diers war Thorsten Heinze an der Strafraumgrenze zu Fall gekommen – und Cinar hatte auf Strafstoß entschieden. Alfred Koschel ließ sich die Chance nicht entgehen und schob zum 2:2 ein (77.). Doch damit nicht genug. Als sich beide Mannschaft bereits mit einem Remis abgefunden hatten, wurde Erkan Baslarli auf die Reise geschickt. Der Angreifer schüttelte zuerst alle Gegenspieler ab und überwand dann auch den nicht unbedingt reaktionsschnell parierenden Golisch zum 3:2-Siegtreffer. „Das war gegen die Laufrichtung“, strahlte der Torschütze wenig später. Und sein Coach fügte ehrlich hinzu: „Unser Torwart Stefan Küritz hatte uns nach dem 1:1 im Spiel gehalten. Ein Unentschieden wäre sicher das gerechtere Ergebnis gewesen.“ Diese Aussage konnte Dambrowsky aber überhaupt nicht teilen: „Wir müssen das Spiel gewinnen, hatten in beiden Halbzeiten ein klares Chancenplus.“ - –pad–

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