Spitzenreiter Rhynern II gewinnt 2:1 gegen Herringen

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Dicke Luft vor dem Rhyneraner Tor: Herringens Stürmer Thomas Wilczek (links) im Duell mit Moritz Köhler.

HAMM - Richtig glücklich wirkte Thomas Schneider nicht. Dabei hatte sein Team durch einen 2:1 (1:0)-Derbyerfolg beim SVF Herringen die Tabellenführung in der Fußball-Bezirksliga verteidigt. Doch der Trainer des weiterhin ungeschlagenen SV Westfalia Rhynern II wusste, dass die Gäste „einen mehr als glücklichen Dreier“ ergattert hatten.

„Herringen hätte mindestens einen Punk verdient gehabt.“ Das sah sein Gegenüber genauso. „Es ist einfach ärgerlich“, meinte SVF-Coach Reiner Fiebig. „Die Mannschaft hat alles gegeben. Für uns war mehr drin, wenn man sieht, was wir für Chancen hatten.“

Tatsächlich brachten die Gastgeber den Spitzenreiter in der ersten halben Stunde gehörig ins Wanken. Die Westfalia bekam keinen Zugriff auf die Partie, weil die Herringer energisch störten und sich die Abwehr der Rhyneraner als anfällig erwies. Sowohl Thomas Wilczek (11.) als auch Fabian Düser (30.) tauchten jeweils nach Steilpässen frei vor SVW-Schlussmann Nils Offermann auf, zielten aber vorbei beziehungsweise über das Gehäuse. Und Coskun Hizarci legte in einer ähnlichen Situation den Ball quer, anstatt selbst den Abschluss zu suchen (26.). „Wir hatten extrem viel Glück“, so Schneider. „Das waren hochkarätige Dinger. Wir hätten führen müssen“, ärgerte sich Fiebig.

So fiel der Treffer auf der Gegenseite aus heiterem Himmel, auch wenn die Gäste nach einer halben Stunde etwas besser in Tritt kamen. Thanh Tan Tran, der zuvor die bis dahin einzige Rhyneraner Gelegenheit gehabt hatte (19.), traf per Freistoß aus 22 Metern (36.) – SVF-Torwart Thomas Olbrich hinterließ bei dem haltbaren Ball allerdings keine gute Figur.

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Der Treffer verlieh der Westfalia sichtbar Sicherheit, zwei Chancen für Kevin Messner waren die Folge (40., 45.). Endgültig verschoben sich die Gewichte nach der Pause. Die Gäste kontrollierten nun das Geschehen, die Aktionen wurden strukturierter. Wirklich zwingend kam die Westfalia zwar nicht vor das Tor der Platzherren, abgesehen von einer guten Möglichkeit für Andrei Lorengel (51.). Aber das 0:2 (67.) war die logische Folge der zwischenzeitlichen Überlegenheit der Rhyneraner. Dabei verwertete Marius Michler einen Pass von Jonas Michler und traf per Flachschuss.

Es war ein Treffer mit Wirkung – auf die Gäste. Denn die verloren nun wieder ihre Souveränität, die sie in der Abwehr nie wirklich hatten. „Wir standen defensiv nicht gut gestaffelt“, so Schneider. Schon in der Drangphase hatte der Tabellenführer eine Möglichkeit von Düser zugelassen (63.), nach dem Treffer fand der SVF endgültig zurück in die Partie. Hatte Wilczek zunächst zweimal Pech (69., 74.), so sorgte er kurz darauf aus elf Metern nach einer Hereingabe Düsers für das 1:2 (75.). „Wir haben bis zum zweiten Tor ordentlich gespielt, danach aber die klare Linie vermissen lassen“, so Schneider.

Die Herringer witterten nun Morgenluft, bissen sich in die Begegnung. Fiebig verordnete seinem Team mehr Offensive, sodass sich zwangsläufig Räume für die Gäste ergaben. Doch die eingewechselten Mergim Deljiu (79.) und Jannick Kastner (81.) sowie Marius Michler, der die Unterkante der Latte traf (90.), vergaben die Möglichkeiten zur Entscheidung zum Teil kläglich. „Dass sie diese Chancen hatten, war dann normal“, meinte Fiebig, während Schneider mit dem Auftritt haderte: „Das war mit Abstand unser bislang schlechtestes Spiel in dieser Saison. Aber vielleicht war es vor dem Derby gegen Wiescherhöfen auch zum richtigen Zeitpunkt ein Schuss vor den Bug.“ - fh

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