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Spiel der HSV braucht gegen Eintracht Rheine mehr Tiefe

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Von: Rainer Gudra

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HSV-Stürmer Vincent Ocansey soll seine Stärken da ausspielen, wo sie benötigt werden.
HSV-Stürmer Vincent Ocansey soll seine Stärken da ausspielen, wo sie benötigt werden. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Vier Punkte holte die Hammer SpVg aus den letzten vier Spielen in der Fußball-Oberliga, wobei der erhoffte Befreiungsschlag mit dem 4:3 gegen Clarholz und dem 2:2 gegen Ennepetal durch die jüngsten Niederlagen (Schermbeck, Wattenscheid) deutlich an Wirkung verloren hat.

Hamm - Aus den beiden letzten Begegnungen des Jahres gegen den Tabellenneunten FC Eintracht Rheine an diesem Sonntag (14.30 Uhr, Jahn II Kunstrasen) sowie am Freitag, 10. Dezember, in Sprockhövel müssen Punkte her, will die HSV nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern.

Dabei sah Steven Degelmann, der am vergangenen Sonntag aus privaten Gründen fehlte, in der Videoanalyse des Wattenscheid-Spiels („Ein Dämpfer gegen einen abgezockten Gegner“) einmal mehr ein grundsätzliches Problem. „Wir sind nicht in deren hinteren Bereich gekommen, hatten zu wenig Tiefe in unserem Spiel“, sagt der HSV-Trainer, der sich darüber im Verlauf der Woche auch mit Vincent Ocansey, vorderster Mann im Hammer 4-2-3-1, noch einmal ausgetauscht hat: „Er meint es gut, will immer nach hinten helfen, nimmt uns dadurch aber Wirkung nach vorne. Das haben wir Anfang der Saison sicher besser gemacht – oder auch gegen Clarholz.“

Einsatz- und Laufbereitschaft untadelig

In dieser Partie gelang das Spiel über die Flügel bis hinab zur Grundlinie. „Da haben die Jungs dann auch gemerkt, dass sie torgefährlich sind. Das haben wir gegen Wattenscheid vermissen lassen, und das ist eine wichtige Erkenntnis aus dem Spiel“, sagt Degelmann. Ansonsten sei auch in der Lohrheide zu erkennen gewesen, dass Einsatz- und Laufbereitschaft, und damit das Rückzugsverhalten, untadelig sind – allerdings gelinge es auch mit vieler Analysen nicht, trotz guter Strafraumbesetzung im Detail sauber zu verteidigen.

Auch das war unter der Woche noch einmal Thema bei den Gesprächen im Rahmen des Trainings, das „nicht hat erkennen lassen, dass wir in einer kleinen Krise stecken“, wie Degelmann sagt. „Wir waren jeweils 22 Mann bei den Einheiten und haben super gearbeitet.“

Kaum Spielrhythmus für Rheine

So geht die HSV gut vorbereitet in das Spiel gegen eine routinierte Mannschaft, die vorne eine gute Qualität hat. Zuletzt hatte das Team des gebürtigen Hammers Cihan Tasdelen allerdings nur wenig Spielrhythmus – und sich diesen lediglich in Pokalpartien gegen Regionalligist Rödinghausen (3:4) und Landesligist Wettringen (6:5, jeweils im Elfmeterschießen) geholt. Ansonsten verlief das jüngste Programm wellenförmig mit Siegen und Niederlagen im Wechsel. Die jüngste Partie gegen Sprockhövel fiel zudem aus.

Für die HSV war es sehr wichtig, dass am Freitag im Zuge der neuen Corona-Verordnung die 3G-plus-Regelung von der Landesregierung nicht einkassiert und in eine strikte 2G-Regel umgewandelt worden ist. Denn mit Regisseur Hosan Ahmed und Verteidiger Emre Cakir wären sonst zwei Säulen seines Teams weggebrochen. Degelmann hatte eigentlich kein gutes Gefühl: „Nicht, dass das in einer Nacht- und Nebelaktion umgesetzt wird und ich da am Sonntag der Gelackmeierte bin...“, meinte er vor Bekanntgabe durch die NRW-Regierung. Nun hat sich für beide Spieler ausgezahlt, dass sie die nötigen PCR-Tests selber organisiert und bezahlt haben, um weiter mittrainieren zu dürfen.

HSV: Latifaj und Fuest nicht dabei

Gegenüber Wattenscheid sind auf jeden Fall Torhüter Tim Oberwahrenbrock, der wegen einer Magen-Darm-Erkrankung von Kevin Scierski vertreten wurde, und Sebastian Stroemer (Gelbsperre) wieder dabei. Dafür fehlen neben dem Langzeitverletzten Marcel Todte (Kreuzbandriss) auch Rion Latifaj (krank) und Tobias Fuest, der über muskuläre Probleme klagt.

Möglicher Vorteil HSV: Am Freitagmittag wurde die Partie vom Rasen der 24nexx Arena auf das benachbarte Kunstgrün verlegt. „Da läuft bei uns der Ball deutlich besser. Und der Platz ist etwas enger, sodass wir die Räume dichter machen können“, meint Degelmann.

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