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ASV: Spannend bis zur letzten Sekunde - ein Punkt gegen Lübeck-Schwartau

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Von: Günter Thomas

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Spielte stark auf: ASV-Mittelmann Dani Baijens.
Spielte stark auf: ASV-Mittelmann Dani Baijens. © Reiner Mroß

Handball-Spektakel in der Westpress Arena: 1 681 Zuschauer verwandelten die Halle in ein Tollhause – nach dem 32:32 (14:16)-Endergebnis gegen den VfL Lübeck-Schwartau war den Spielern des Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen dennoch nicht nach Feiern zumute.

Hamm – Ein vergebener Siebenmeter in der Schlussminute, der die Entscheidung hätte bringen können, und die ausgelassene Chance, in den letzten 30 Sekunden der Partie doch noch für die Entscheidung zu sorgen, ließen den Stachel der Enttäuschung zu tief sitzen. Dass Aufstiegskampf-Konkurrent HSG Nordhorn-Lingen, dessen Partie gegen den VfL Eintracht Hagen 15 Minuten später begonnen hatte, am Ende sogar mit einer 30:31-Niederlage aus der Halle ging, registrierten die Gastgeber erst später.

„Gut“, sagte ASV-Coach Michael Lerscht, als er direkt nach der Pressekonferenz von dem doppelten Punktverlust der Nordhorner erfuhr – das dazu passende Lächeln ließ er allenfalls nach innen folgen, ehe er die eigene Partie analysierte. „Wir hatten großen Respekt vor dieser Aufgabe. Der jetzt nahezu vollständige Kader von Schwartau birgt unglaublich viele Möglichkeiten, gepaart mit der Thematik des Sieben-gegen-Sechs-Spiels, das in letzter Zeit vermehrt zum Einsatz kam. Wir hatten anfangs Probleme, diese Situationen in Unterzahl zu lösen, wodurch der Rückstand entstand. In der zweiten Halbzeit hatten beide Mannschaften immer wieder die Option, den Deckel auf die Partie zu machen. Daher bin ich glücklich damit, wie es ausgegangen ist.“

Auch Gästecoach Michael Roth zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden, obwohl seine Mannschaft vor allem im ersten Durchgang lange geführt hatte. „Wir haben uns dann doch ein bisschen von der Atmosphäre und der Kampfkraft Hamms beeinflussen lassen“, sagte er. „Das eine oder andere Fehlabspiel, erkämpfte oder gehaltene Bälle, die dann ins leere Tor gefallen sind, müssen wir, wenn wir sieben gegen sechs spielen, akzeptieren.“

Lerscht hatte bis auf die verletzten Sören Südmeier und Markus Fuchs alle Spieler zur Verfügung – auch Vladimir Bozic, der zuletzt in Hagen mit einer Wadenzerrung pausieren musste. Torhüter Jan Wesemann, der Matchwinner von Hagen, stand dennoch mit im Kader – als dritter Keeper neben Felix Storbeck und Bozic.

Auf dem Feld hatten die Gastgeber ab der ersten Minute große Probleme mit der taktischen Variante der Gäste, im Angriff ohne Torhüter und dafür mit sieben Feldspielern zu agieren. In der Defensive hatte Hamm lange Zeit große Probleme, die beiden Kreisläufer Carl Löfström und Jan Schult in den Griff zu bekommen – fast jeder Angriff der Lübecker landete im Tor. Und in der Offensive wirkte das ASV-Team zeitweise arg von der Rolle. Einfachste Aktionen misslangen. Zudem ließen die Hausherren etliche Möglichkeiten aus, um nach Balleroberungen zu leichten Treffern zu kommen – Abschlüsse auf das leere Schwartauer Tor waren mehrfach möglich, doch die Hammer agierten zu zaghaft, brachen Gegenstöße mehrfach ab, so dass der VfL genügend Zeit bekam, um sich in der Defensive wieder zu stellen.

Lübeck nutzte die Phase zwischen der 16. und 18. Minute, um drei Treffer in Folge zum 6:9-Zwischenstand zu erzielen – ein Rückstand, dem der ASV lange hinterherlief. Erst in der 30. Minute gelang es Spielmacher Dani Baijens, den Rückstand erstmals wieder auf einen Treffer zu verkürzen (14:15). Doch Joscha Ritterbach, ein Lübecker mit ASV-Vergangenheit, stellte zur Pause wieder auf zwei Treffer (14:16).

Deutlich entschlossener kamen die Gastgeber aus der Kabine. In der Abwehr wurden nun mehr Bälle erobert, und vorne sorgte vor allem Baijens, der vor der Pause bereits stark aufspielte, für enorme Zugkraft. Am folgenden 4:1-Lauf zur ersten ASV-Führung seit der siebten Minute (18:17/35.) war er mit drei Treffern maßgeblich beteiligt. Danach ging es hin und her. Erst, als der ASV in der 59. Minute durch Marian Orlowski, Alexander Reimann und Matej Mikita mit drei Toren in Folge auf 32:30 wegzog, schien die Partie entschieden

Doch in der Schlussminute scheiterte Fabian Huesmann erstmals vom Siebenmeterstrich - es wäre das 33:31 gewesen - und Matej Klima gelang kurz darauf der Ausgleich. „Am Ende ein gerechtes Ergebnis“, urteilte Lerscht. „Und wer weiß, wofür dieser eine Punkt am Ende gut ist.“

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