Später Tiefschlag: HSV unterliegt in Erkenschwick 0:1

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Semih Yigit (rechts) ist nach seiner Gelben Karte in Erkenschwick für das Derby gesperrt.

OER-ERKENSCHWICK - Das saß: Sieben Tage nach ihrem späten Doppelschlag zum 3:2-Sieg über den SuS Neuenkirchen waren es diesmal die Oberliga-Fußballer der Hammer SpVg, die kurz vor dem Gong ausgeknockt wurden. Als alles auf ein torloses Unentschieden hinauslief, traf Davide Basile in der 90. Minute mit dem Hinterkopf zum 1:0-Erfolg für die Spvgg. Erkenschwick.

Von Simon Stock 

„Das ist traurig und bitter für meine Truppe. Aber so ist Fußball“, sagte HSV-Trainer Oliver Gottwald gefasst. Die Last-Minute-Pleite – die erste für die HSV nach zuvor drei Spielen ohne Niederlage – war nicht die einzige schlechte Nachricht des Tages. Sprockhövel (2:1 gegen Hüls) und Neuenkirchen (2:0 gegen Erndtebrück) siegten. Herne, das die Konkurrenz seit der Winterpause vor sich her treibt, stand bei RW Ahlen ebenfalls vor dem Dreier, ehe der Spitzenreiter in der Nachspielzeit zum 1:1 ausglich. Wenigstens dieser späte Treffer war nach dem Geschmack der HSV. Der Abstiegskampf erstreckt sich nun über die gesamte untere Tabellenhälfte. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen die Punkte holen, die wir noch benötigen“, meinte Gottwald.

Bei der auf eigenem Platz noch unbesiegten Spvgg. Erkenschwick stellte sich seine Mannschaft aufgrund der großen Personalprobleme fast von selbst auf. Auf der Bank saßen lediglich der junge Jannik Prinz, der angeschlagene Jochen Höfler (Rippenprellung) sowie Haris Kahric und Keeper Burak Karali aus der U 23. Was der verbliebene Rest zeigte, war beachtlich. Die HSV bestimmte das Geschehen auf dem Kunstrasen-Nebenplatz (das Stimberg-Stadion ist wegen der baufälligen Haupttribüne gesperrt) und kombinierte sich phasenweise im Stile einer Heimmannschaft bis an den gegnerischen Strafraum. Gottwald gefiel es weniger, dass seine Elf so weit vorrückte: Er fürchtete das schnelle Umschaltspiel der Gastgeber. „Wir wollten sie das Spiel machen lassen, denn damit haben sie Probleme. Aber wir haben uns immer wieder rauslocken lassen“, kritisierte der Wittener.

So hatte Erkenschwick zwar die besseren Torchancen, doch die HSV hatte Manuel Lenz. Der Torwart bekam bei einem unplatzierten, aber versteckten Versuch von Tim Forsmann (24.) rechtzeitig die Fäuste hoch und parierte auch die aus nächster Nähe abgefeuerten Schüsse von Deniz Batman (25.) und Oberliga-Torjäger Stefan Oerterer (40.). Auf der Gegenseite vergab Hamms Solo-Spitze Danny Radke nach einem schnellen Angriff über Semih Yigit und den ansonsten schwachen Djaniny dos Santos Taveres das 0:1 (31.).

Nach mahnenden Worten von Gottwald in der Kabine zogen sich die Gäste mit Beginn der zweiten Halbzeit zurück. Das ging auf Kosten des letzten Rests an Torgefährlichkeit, doch Erkenschwick wusste mit dem Ball tatsächlich erstaunlich wenig anzufangen. „Kopf und Beine waren bei uns müde nach zwei englischen Wochen hintereinander. Die HSV war defensiv auch gut strukturiert – anders als im Hinspiel“, sagte Spvgg.-Coach Magnus Niemöller fast entschuldigend. Batman (51.) vergab für die Gastgeber, Faysel Khmiri zu Beginn der Schlussphase für die Gäste (78.). Nur Basile; der vergab nicht. Er bugsierte den Ball nach einem Freistoß von Oerterer mit dem Hinterkopf an Lenz vorbei zum 1:0 in Netz (90.). - sst

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