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Spacek-Ausfall für Eisbären schlimmer als Niederlage gegen Hannover

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Von: Peter Schwennecker

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Eisbären-Neuzugang Joshua Stevens feierte sein Debüt und musste wegen der großen Personalnot gleich aushilfsweise als Verteidiger einspringen.
Eisbären-Neuzugang Joshua Stevens feierte sein Debüt und musste wegen der großen Personalnot gleich aushilfsweise als Verteidiger einspringen. © Bruse

Ein Vorwurf war den Hammer Eisbären auch nach der neunten Niederlage in Folge in der Eishockey-Oberliga Nord nicht zu machen. Mit dem letzten Aufgebot unterlag die Mannschaft von Trainer Jeff Job nach aufopferungsvollem Kampf am Freitagabend vor 487 Zuschauern den Hannover Indians mit 2:4 (0:1, 1:2, 1:1.) und kam dabei einmal mehr zu der Erkenntnis, dass mit Blick auf die aktuelle personelle Besetzung die Qualität für die dritthöchste deutsche Klasse einfach nicht ausreicht.

Hamm – Weitaus schlimmer als die erneute Heimpleite traf die Verantwortlichen der Hammer die Hiobsbotschaft, die sie zu Beginn des Wochenendes erreichte. Neben den schon seit Saisonstart fehlenden Viktor Beck (Knie-OP), dem an der Schulter operierten Maximilian Otte und Stammtorhüter Daniel Filimonow (Bänderriss) muss der Tabellenletzte jetzt auch noch lange Zeit auf den Tschechen Michal Spacek verzichten.

Der Verteidiger hat sich bereits am 19. November bei der 1:5-Niederlage bei den Rostock Piranhas den Ringfinger an der linken Hand gebrochen, danach aber in vier weiteren Spielen mitgewirkt. Jetzt konnte er es vor Schmerzen allerdings nicht mehr aushalten. Die Knochen sind im lädierten Finger schief zusammengewachsen. Deswegen muss Spacek bereits am Montag zur OP ins Krankenhaus.

Acht bis zehn Wochen Pause

„Ich werde vermutlich acht bis zehn Wochen pausieren müssen“, bestätigte Spacek am Rande der Partie gegen die Indians. Und das tut dem 24-Jährigen vermutlich mehr weh als der Eingriff. „Wir haben in dieser Saison einfach die Seuche“, ärgerte sich der Tscheche. „Wir allein haben mehr Verletzungspech als alle andere Mannschaften der Oberliga Nord zusammen“, erklärte der Abwehrspieler. „Wenn alles gut läuft, kann ich vielleicht wieder Mitte Februar eingreifen.“ Immerhin könnte Spacek seiner Mannschaft dann in der im März wohl drohenden Abstiegsrunde helfen.

Doch ein Unglück kommt bekanntlich selten allein. Für das Wochenende meldeten sich bei den Eisbären zudem Stürmer David Trivellato und Verteidiger Mike Ortwein ab. Während Ortwein mit einer Grippe flach lag, verletzte sich Trivellato am Donnerstag beim Abschlusstraining im Halsbereich. So rückte das Debüt von Joshua Stephens, den die Eisbären erst am Mittwoch vom Ligakonkurrenten Hamburg Crocodiles verpflichtet hatten, in den Hintergrund. Stephens, eigentlich gelernter Stürmer, vertrat bei seiner Premiere im Hammer Trikot Spacek in der Abwehr des ersten Blocks.

Entscheidung fällt in eigener Überzahl

Dass die Eisbären nach dem ersten Drittel nur mit 0:1 durch das Tor von Robin Palka (6.) zurücklagen, lag in der guten Torwartleistung von Marvin Nickel und der Abschlussschwäche der Indians, die viele weitere Möglichkeiten liegen ließen. In der letzten Sekunde des ersten Abschnitts dezimierten sich die Hammer selbst, weil sich Routinier Michel Maaßen von Branislav Pohanka provozieren ließ und mit dem Stock zurückschlug.

Die Folge: Die ersten fünf Minuten im zweiten Drittel agierten die Hannoveraner in Überzahl und nutzten dies zu weiteren Treffern durch Mike Mieszkowski (24.) und Pohanka (26.). Aber auch die Gastgeber jubelten mit einem Mann mehr auf dem Eis. Chris Schutz verkürzte (30.) auf 1:3. Wenig später scheiterte der Hannovers Kyle Gibbons mit einem Penalty am Pfosten.

Thomas Lichnovsky sorgte mit seinem vierten Saisontor im Schlussdrittel (48.) noch einmal kurzzeitig für Hoffnung, doch in eigener Überzahl kassierten die Eisbären schließlich das 2:4 (53.) durch Gibbons. Am Sonntag treten die Hammer um 18.30 Uhr bei der EG Diez-Limburg an.

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