Sommerkick ohne Sieger: Herringen und Wiescherhöfen nur 1:1

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Thanuyen Markandesar (links, gegen Wiescherhöfens Alfred Koschel) schoss den späten Ausgleich für Herringen.

HAMM - Wieder nicht gewonnen – aber diesmal auch nicht verloren. Der vom Abstieg bedrohte SVF Herringen hat dank eines späten Tores von Thanuyen Markandesar zum 1:1-Endstand im Bezirksliga-Derby gegen den TuS Wiescherhöfen den ersten Punkt des Jahres geholt.

Die Wiescherhöfener verlieren nach der vierten sieglosen Partie in Serie immer weiter Boden auf die Tabellenspitze. „In unserer Situation ist ein Punkt eigentlich zu wenig. Aber du musst mit einem 1:1 gegen den Tabellendritten zufrieden sein. Darauf können wir aufbauen. Das ist ein erster Schritt“, sagte SVF-Trainer Ralph Oberdiek nach zuletzt zwei 0:3-Niederlagen. Der angeschlagene TuS-Spielertrainer Steven Degelmann, der sich in der 65. Minute auswechselte, nahm das Remis äußerlich gelassen: „Die Herringer haben gespielt wie ein Team aus den unteren Tabellenregionen: viel mit weiten Bällen. Aber sie haben individuelle Klasse. Da kann man sich nicht einfach so durchkombinieren. Wir hätten das 1:0 über die Zeit bringen müssen.“

Die Mannschaften lieferten sich vor gut 250 Zuschauern einen spielerisch schwachen Kick. Das Geschehen verdichtete sich vor der Pause im Mittelfeld – nur hin und wieder einmal entsprangen dem von halbhohen Anspielen und Fehlpässen geprägten Geschehen klare Spielzüge, die zu erhöhter Gefahr führten. Die besseren Torgelegenheiten hatten die Gastgeber, die kurzfristige Absagen von Nico Schiller, Henning Kastilan (beide Grippe) und Musa Usta (Adduktorenzerrung) zu verkraften hatten.

Die Wiescherhöfener durften sich vor den Augen ihres Ex-Trainers Mark Bördeling bei Torwart Stefan Küritz bedanken, dass es beim 0:0 blieb. Er rettete gegen Philipp Grzesch, lenkte den Nachschuss von Modibo Doumbia an den Pfosten (12.) und hielt auch gegen die folgenden Versuche der beiden zentralen Herringer Offensiven (17., 19.) sowie von Innenverteidiger Lukas Hulboj (38./Kopfball) sein Tor sauber. „Wir haben es trotz guter Chancen mal wieder nicht geschafft, in Führung zu gehen. Man hat gemerkt, dass die Spieler verunsichert sind“, ärgerte sich Oberdiek. Wiescherhöfen kam nur zweimal gefährlich vor das SVF-Tor: Steinke legte nach Konter quer statt selbst den Abschluss zu suchen (16.), und kurz vor der Pause war Michael Mryka nach einem Eckball so überrascht, dass er frei zum Kopfball kam, dass der Ball um Zentimeter über die Latte strich (42.).

In der zweiten Halbzeit verlagerten die Wiescherhöfener das Geschehen dank besserer Spielanlage in die Herringer Hälfte. Gefährlich wurden sie jedoch nur dann, wenn Erkan Baslarli aus der Distanz abzog. In der 51. Minute zwang er SVF-Keeper Marko Zielinski zur Glanzparade. Kurz nach einem weiteren Versuch (67.) hatte er dann indirekt Erfolg. Seinen verdeckten Flachschuss aus 16 Metern halblinker Position ließ Zielinski prallen – Steinke war zur Stelle und staubte ab (69.).

Das weckte die Lebensgeister der schwerfälligen Herringer. Markandesar kam frei zum Schuss (78./vorbei). Zwei Minuten später stand er nach Zuspiel von Marvin Nuß so allein, dass die Wiescherhöfener Abseits witterten. Die Pfeife von Schiedsrichter Sebastian Schickentanz, der nicht immer auf Ballhöhe war, blieb stumm. Markandesars schöner Drehschuss zum 1:1-Ausgleich zählte. Dabei blieb es, weil Zielinski in der Nachspielzeit einen Weitschuss von Alfred Koschel knapp hinter die Latte bugsierte. - sst

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