Handball

ASV verpasst mit nur acht Feldspielern beim TuS N-Lübbecke eine große Überraschung nur knapp

TuS N-Lübbecke
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Zweiter Sieger: ASV-Kapitän Jakob Schwabe gegen TuS-Keeper Aljosa Rezar.

Großer Kampf - aber außer viel Lob nichts gewonnen. Mit gerade einmal acht Feldspielern war der ASV Hamm-Westfalen zur Partie beim Topfavoriten TuS N-Lübbecke angereist. Nach 60 aufopferungsvoll gekämpften Minuten ging er mit einer 20:22 (9:11)-Niederlage, aber mit erhobenem Haupt vom Feld.

Nettelstedts Trainer Emir Kurtagic hatte im Vorfeld der Partie bereits davor gewarnt, dass die Aufgabe gegen den ASV, „schwer genug wird. Wir müssen 60 Minuten lang komplett auf der Höhe sein.“ Denn einen Ausrutscher durfte sich sein Team im Rennen um die beiden Aufstiegsplätze nicht noch einmal erlauben, nachdem bereits am Mittwoch das Auswärtsmatch beim VfL Lübeck-Schwartau mit 30:33 verloren gegangen war. Mit einem Minuspunkt weniger auf dem Konto lauerte der VfL Gummersbach auf Rang drei. Der Vorsprung von Spitzenreiter HSV Hamburg betrug vor der Partie bereits vier Zähler.

Im Hinspiel setzten sich die Ostwestfalen kurz vor Weihnachten mit 30:28 in der Hammer Arena durch - auch, weil dem ASV in der Schlussphase aufgrund des Ausfalls einiger Verletzter die Puste ausgegangen war.

Dieses Mal wäre Lerscht gerne mit dem selben Personal wie damals angetreten. Denn die Sorgen waren nach dem überzeugenden 28:23-Erfolg vom Mittwoch gegen den TSV Bayer Dormagen noch einmal deutlich größer geworden. Neben den weiterhin fehlenden Akteuren, die nach dem Dresden-Spiel positiv getestet worden waren und den zuletzt ausgefallenen Sören Südmeier und Marten Franke, hatten auch Rechtsaußen Lars Gudat und Kreisläufer Melf Krause die Fahrt nach Ostwestfale nicht mit angetreten. Marian Orlowski hatte sich zudem gegen Dormagen eine Prellung zugezogen, die dafür sorgte, dass er gegen seinen Ex-Klub nur in Zivilkleidung auf der Bank Platz nehmen konnte. So standen dem Trainer gerade einmal neun Feldspieler zur Verfügung.

Wer geglaubt hatte, dass der Favorit aus Nettelstedt unter diesen Voraussetzungen leichtes Spiel haben würde, sah sich zunächst getäuscht. Zwar setzten sich die Gastgeber nach ausgeglichenem Start und einem 4:3-Zwischenstand nach acht Minuten zwischenzeitlich mit drei Toren auf 7:4 ab (13.). Doch der ASV ließ sich nicht abschütteln, behielt die Ruhe und kämpfte sich wieder zurück. In der ungewohnten Formation mit Merten Krings auf der halblinken Position und Alex Rubino auf Rechtsaußen (auch Matthias Zimny blieb mit Oberschenkelproblemen nach dem Aufwärmen schließlich auf der Bank) zeigte sich auch Florian Schöße auf der Spielmacherposition umsichtig mit der nötigen Übersicht. Dazu kam ein erneut bärenstarker Jan Wesemann im Tor, der allein in Durchgang eins auf neun Paraden kam und sein Team so im Spiel hielt. Sein Gegenüber Aljosa Rezar brachte es zu diesem Zeitpunkt allerdings noch auf einen gehaltenen Ball mehr.

Drei Treffer von Jan Brosch, Fabian Huesmann und eben Schöße sorgten dafür, dass de Gäste nach 19 Minuten wieder ausglichen (7:7). Und auch nach 24 Minuten hatte das Unentschieden beim 9:9 noch Bestand. Dann gelangen dem Tabellenzweiten allerdings noch zwei Treffer durch Tom Skroblien und Valentin Spohn zur 11:9-Pausenführung.

Nach dem Wechsel wurde es für die Hammer allerdings zunehmend schwerer, sich gegen die kompakte Deckung des Aufstiegsaspiranten durchzusetzen. Auf der anderen Seite Florian Baumgärtner und Skroblien zwei weitere Tore zum 13:9 nach. Jetzt galt es, den Anschluss nicht zu verlieren. Was Schöße mit einem Dreher zum 13:10 zumindest einmal gelang (36.). Dass sich Nettelstedt dennoch bis auf 19:15 absetzte (45.), konnten die Gäste nicht verhindern.

Doch auch das bedeutete nicht die Entscheidung. Hamm kämpfte weiter aufopferungsvoll, fand vorne seine Lücken und profitierte von einigen unkonzentrierten Abschlüssen der Hausherren. Nach 51 Minuten gelang Huesmann per Siebenmeter der 19:19-Ausgleich - in Unterzahl. Und kurz darauf hatte das Lerscht-Team sogar die Chance auf die Führung - zum ersten Mal seit dem Anwurf zu Beginn der Partie.

Der Favorit war nervös. Kurtagic nahm eine Auszeit, um die Nerven noch einmal zu beruhigen (54.). Doch es blieb spannend. Bis zum Schluss. Noch ein zweites Mal verpassten die Hammer die mögliche Führung. Dann traf Lutz Heiny zur erneuten TuS-Führung (56.). Als dann der Versuch von Krings im Zeitspiel am Tor vorbei rauschte, hatte der Tabellenzweite wieder alle Karten in der Hand. Doch noch einmal bot sich die Chance zum Ausgleich durch Fabian Huesmann, ehe Peter Strosack zwei Sekunden vor dem Ende für den Jubel bei den Gastgebern sorgte.

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