Handball

ASV gewinnt Westfalenderby beim TV Emsdetten

Marten Franke ASV Hamm-Westfalen
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Marten Franke

Zweiter Sieg in Folge in der 2 Handball-Bundesliga für den ASV Hamm-Westfalen. Beim zuletzt in der Liga formstarken TV Emsdetten gewann die Mannschaft von Trainer Michael Lerscht nach einer lange Zeit umkämpften Partie mit 29:26 (16:15) und verschaffte sich damit weiter Luft zu den Teams im Tabellenkeller.

Emsdetten – Am Mittag hatten die ASVer ihrem langjährigen Geschäftsführer Franz Dressel noch einen emotionalen Abschied beschert. Der hatte zuvor angekündigt, sich an seinem 70. Geburtstag, den er am Sonntag feierte, aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen und die Verantwortung komplett an Thomas Lammers zu übergeben. „Wir haben eine gute Stunde Filmmaterial zusammengestellt, in dem alte Weggefährten und Spieler zu Wort gekommen sind“, sprach Lammers von einer gelungenen Überraschung und ergänzte schmunzelnd. „Da haben ehemalige Spieler wie Martin Ziemer, Marcus Hock oder Mario Clößner eine Botschaft gesendet - und man konnte selbst einen harten Mann wie Franz Dressel ein paar Tränen weinen sehen...“

Während der Partie, in der Neuzugang Mikkel Beck Jørgensen bei ASV erstmals mit auf der Bank saß, hatte der neue alleinige Geschäftsführer zudem auf ein paar Freudentränen gehofft. Wie Trainer Michael Lerscht setzte er auf eine positive Wirkung durch den knappen 29:28-Erfolg vom Mittwoch gegen den Aufsteiger TuS Fürstenfeldbruck. „Ich hoffe, das war der Brustöffner“, sagte Lerscht im Vorfeld der Partie beim TVE.

Und genau so wirkten die Gäste zu Beginn in der Ems-Halle. Engagiert, mutig und bissig präsentierte sich der ASV gegen einen allerdings ebenso hoch motivierten Hausherrn. Denn Emsdetten ging mit noch breiterer Brust in die Begegnung, blickte das Team von Trainer Peter Portengen doch auf eine Mini-Serie von drei Siegen in Folge im Jahr 2021 zurück. Sowohl der VfL Lübeck-Schwartau (32:25) als auch Fürstenfeldbruck (29:27) und der TV Hüttenberg (34:27) wurden bezwungen. Dennoch rangierten die Münsterländer vor der Partie weiter auf dem ersten Abstiegsplatz – da, wo die Gäste sie um jeden Preis behalten wollten.

Und das schien zunächst auch zu gelingen. Denn nach Treffern von Marian Orlowski, Fabian Huesmann und Gerrit Genz lagen die Hammer schnell mit zwei Treffern vorn.

Bis zur achten Minute bauten sie den Vorsprung auf drei Treffer aus (7:4) – vor allem, weil es gelang, die schnelle Mitte und das Tempogegenstoßspiel der Hausherren weitestgehend zu neutralisieren. Auf der anderen Seite zeigten sich Orlowski und Spielmacher Merten Krings, der an alter Wirkungsstätte aufblühte, konsequent und treffsicher. Hinten war die Abwehr im gebundenen Spiel kaum zu überwinden. Und was durchkam, parierte Felix Storbeck, der allein im ersten Durchgang neun Paraden auf dem Zettel hatte.

So wuchs der Vorsprung bis auf fünf Tore an (16:11/23.). Und er hätte zu diesem Zeitpunkt noch größer sein können, doch der Tabellenzwölfte ließ noch weitere freie Möglichkeiten liegen.

Was sich rächte. Denn die verbleibenden Minuten, in denen die Hammer zwei Zeitstrafen kassierten, nutzte der TVE, um mit vier Treffern in Folge zum 15:16-Pausenstand zu verkürzen. Statt der erhofften Vorentscheidung war das Spiel wieder komplett offen.

Und das blieb es nach dem Wechsel. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Für die Offensivabteilungen wurde es zunehmend schwieriger, in gute Wurfpositionen zu kommen. Immerhin gelang es dem ASV, seinen knappen Vorsprung zu halten. Nach 42 Minuten nahm Lerscht seine zweite Auszeit – Hamm führte mit 21:20.

Und als Storbeck kurz darauf erstmals im Siebenmeterduell gegen Emsdettens Schützen Dirk Holzner Sieger blieb und Jan Brosch im Gegenzug auf 23:20 erhöhte (45.), standen die Karten erneut gut für die Spieler in den roten Trikots.

Mit einem Drei-Tore-Vorsprung ging (27:24) der ASV in die letzten fünf Minuten. Und als Jo Gerrit Genz kurz darauf sein dritter Treffer in Folge zum 28:24 gelang, gab es keinen Zweifel mehr daran, dass die Punkte mit nach Hamm gehen würden.

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