Rollhockey

SKG-Quartett im deutschen EM-Team tonangebend

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Das Herringer Quartett um Robin Schulz (hinten) drückte dem deutschen Spiel bei der EM seinen Stempel auf.

ALCOBENDAS -  Gerade einmal 20 Kilometer liegt Alcobendas vom Zentrum von Madrid entfernt. Doch Zeit für einen kleinen Abstecher in die spanische Hauptstadt blieb für die vier Herringer Rollhockey-Spieler in der vergangenen Woche nicht.

Mit der deutschen Nationalmannschaft bestritten sie bei der Europameisterschaft fünf Partien in sechs Tagen. „Wir waren hauptsächlich am Haus und haben uns abends die anderen Spiele angeschaut“, sagte Lucas Karschau. Ein Lagerkoller kam aber nicht auf, denn „wir verstehen uns super und ich werde die anderen schon vermissen“, so Karschau nach der Ankunft am Montagmorgen nach 22 Stunden Busfahrt weiter.

Zur guten Laune im Quartier trugen sicherlich die guten Ergebnisse bei, die das deutsche Team, in dem neben Lucas Karschau auch sein Bruder Kevin sowie Liam Hages und Robin Schulz aus Herringen standen, in Spanien erzielte. Im Auftaktmatch gegen den Gastgeber kassierte Deutschland zwar eine 2:9-Niederlage, unterstrich dann aber seine Tauglichkeit auf der europäischen Bühne beim unglücklichen 2:3 gegen Italien. Der dritte Treffer der Südeuropäer fiel erst durch einen unberechtigten direkten Freistoß fünf Sekunden vor Schluss. „Das Spiel hätten wir gewinnen müssen. Da waren wir kurz davor“, ärgerte sich Lucas Karschau noch nach der Rückkehr in Hamm über die verpasste Chance. Denn damit war der Traum von der ersten EM-Medaille nach 41 Jahren für den Deutschen Rollsport und Inline-Verbandes (DRIV) im Grunde vorbei. Die Italiener wurden später sogar Europameister, Deutschland Vierter. „Wir sind voll und ganz zufrieden. Wir haben gezeigt, dass wir in den nächsten Jahren viel erreichen können. Wir haben ja eine junge Truppe“, bilanzierte Lucas Karschau.

Entscheidenden Anteil am Ergebnis hatte das SKG-Quartett. Von den 17 Toren, die Deutschland in Alcobendas erzielte, gingen 14 auf das Konto der Herringer. Kevin Karschau war mit fünf Treffern bester Schütze, doch auch seine Sturmkollegen Lucas Karschau (4) und Robin Schulz (3) sowie Defensivspezialist Liam Hages (2) ließen ihre Mannschaft häufig jubeln. Von den Qualitäten der Spieler des frisch gebackenen Double-Siegers ließ sich auch Bundestrainer Marc Berenbeck überzeugen und brachte zwischenzeitlich alle vier SKG-Feldspieler gleichzeitig. „Das ist schon eine kleine Auszeichnung für Herringen, wenn wir alle zusammen auf dem Platz stehen“, war Lucas Karschau stolz auf seinen Verein. Und er gab zu, dass sich das deutsche Spielsystem durchaus ein wenig änderte, als der Germania-Block in Aktion trat: „Wenn wir Herringer zusammenspielen, weiß jeder genau, was er machen muss. Das macht sich schon bemerkbar.“

In der letzten Partie gegen die Schweiz reichten den SKG-Akteuren 30 Sekunden auf dem Feld, ehe Kevin Karschau einen Schuss von Robin Schulz zum wichtigen 1:1-Ausgleich ins Tor abfälschte. Eine Aktion, die so auch schon in der Glückauf-Halle zu sehen war. Dort herrschte dann sogar bessere Stimmung auf den Rängen als bei den deutschen EM-Begegnungen. Denn Besucher kamen fast nur zu den Partien des Gastgebers. „Das war ein bisschen schade. Wir hatten bei unseren Spielen nur wenige Zuschauer“, waren die Plätze in der Halle meist recht leer.

Das SKG-Quartett hat nun fünf Wochen Pause, ehe die Vorbereitung wieder beginnt. Nach einer langen Spielzeit mit Playoffs und EM hat aber bei Lucas Karschau noch keine Übersättigung eingesetzt. „Ich freue mich schon auf die neue Saison. Mir würde eine Woche Pause reichen.“ - bob

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