Rollhockey

SKG-Heimauftakt in Gefahr: Remscheid weigert sich, in Herringen anzutreten

Gesprächsbedarf: Der SKG-Vorsitzende Michael Brandt (links) und sein Stellvertreter Norbert Hages.
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Gesprächsbedarf: Der SKG-Vorsitzende Michael Brandt (links) und sein Stellvertreter Norbert Hages.

In Zeiten von Corona ist im Sport nichts mehr wirklich planbar. Eine Erfahrung, die Michael Brandt, Vorsitzender des SK Germania Herringen, in diesen Tagen in ihrer intensivsten Form macht.

Hamm - Die jüngste Hiobsbotschaft: Ob das erste Meisterschafts-Heimspiel des deutschen Rollhockey-Meisters am Samstag gegen die IGR Remscheid (15.30 Uhr/Glückauf-Sporthalle) tatsächlich stattfinden wird, ist derzeit mehr als fraglich. „Wir haben eine E-Mail von den Remscheidern bekommen, in der sie uns mitteilen, dass sie am Samstag bei uns nicht antreten wollen“, sagt Brandt.

Soweit die reine Nachricht. Die dazugehörige Geschichte hört sich allerdings eher an, wie eine aus Eulenspiegels Büchern und hat ihren Beginn in einer Meldung, die vordergründig erst einmal gar nichts mit dem SK Germania zu tun hat.

Darmstadt trat nicht in Remscheid an

Es beginnt damit, dass der RSC Darmstadt nach Brandts Informationen die IGR 20 Stunden vor Spielbeginn darüber informiert hat, zu seinem Auswärtsspiel in Remscheid nicht anzutreten. Der Grund: Der hohe Wert des Corona-Indizes (Infizierungen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) in Remscheid, der über 50 und damit im Hot-Spot-Bereich lag. Bundesliga-Staffelleiter Torsten Flössel reagierte prompt, wertete die Begegnung mit drei Punkten und 10:0 Toren für die IGR und belegte Darmstadt mit einer Strafgebühr.

So weit, so schlecht. Für Kopf schütteln und Unverständnis beim Herringer Vorsitzenden sorgt allerdings erst das zweite Kapitel der Geschichte. Denn nun will auch die IGR ihrerseits nicht in Herringen antreten. Als Begründung dienen auch hier die hohen Coronazahlen – dieses Mal in Hamm. Was gewissermaßen von Hotspot zu Hotspot doppelt verwundert. „Remscheid hat uns am Montag per E-Mail informiert, dass einige Spieler seitens ihrer Arbeitgeber und Schulen Probleme bekommen haben und sie keine komplette Mannschaft zusammen bekommen, um bei uns anzutreten“, sagt Brandt. „Jetzt will der Verein, dass wir in eine Spielverlegung einwilligen.“

Brandt hat eine klare Tendenz

Eine Argumentation, die für den SKG-Chef allerdings keiner logischen Linie folgt. Daher geht seine Tendenz dahin, einer Verlegung nicht zuzustimmen. „Wir haben einen verdammt engen Terminplan“, sagt er. „Und wo soll das denn hinführen, wenn wir jetzt schon unter Voraussetzungen, unter denen wir auflaufen können, die Spiele ausfallen lassen? Wir werden das nun im Vorstand noch einmal besprechen, weil ich das ja nicht alleine entscheiden kann. Aber die Situation wird in den kommenden Monaten ja nicht besser.“

Auch ein weiteres Argument aus Remscheid ist für den SKG-Vorsitzenden nicht schlüssig: „Die haben geschrieben, dass unsere Champions-League-Termine ja wegfallen würden und wir daher genügend Ausweichmöglichkeiten hätten. Allerdings ist vom internationalen Verband noch gar keine Entscheidung gefallen, ob der Wettbewerb abgesagt.“

Dürfen Zuschauer in die Halle?

Eine weitere Baustelle tut sich durch die Frage auf, ob die Germanen am Samstag überhaupt Zuschauer zulassen dürfen. Um das zu klären, hofft Brandt auf eine zeitnahe verlässliche Auskunft durch das Ordnungsamt.

Nur eine Woche nach der Partie gegen Remscheid könnten die Germanen dann bereits zu den Hauptdarstellern des nächsten Eulenspiegel-Kapitels werden. Denn dann sollte am Samstag, 17. Oktober, um 18 Uhr der RSC Darmstadt in die Glückauf-Halle kommen. Ob der Verein bis dahin seine Verbandsstrafe beglichen hat und ob die Mannschaft überhaupt gewillt ist, im nächsten Corona-Hotspot aufzulaufen, scheint aktuell mehr als fraglich.

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