Frauenfußball

Sjoeke Nüskens Länderspiel-Debüt macht Lust auf mehr - auch bei der Bundestrainerin

Debüt in Aachen: Sjoeke Nüsken (rechts) mit der Belgierin Jody Vangheluwe.
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Debüt in Aachen: Sjoeke Nüsken (rechts) mit der Belgierin Jody Vangheluwe.

Beim Länderspiel-Debüt der Hammerin Sjoeke Nüsken gelang der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft ein 2:0-Pflichtsieg gegen Belgien. Für die 20-Jährige, die für die SG Eintracht Frankfurt spielt, war es auch eine Art Bestätigung.

Aachen - Fritz Keller verfolgte bei seinem Sonntagausflug auf den Aachener Tivoli auf einem der gepolsterten Ehrenplätze, wie sich die deutschen Fußballerinnen zum Länderspielauftakt 2021 zu einem 2:0-Pflichtsieg mühten. Ein Mini-Turnier unter dem Slogan „Three Nations. One Goal“ soll die gemeinsame Bewerbung im Dreiländereck für die Frauen-WM 2027 voranbringen. Der DFB-Präsident teilte im Anschluss mit, wie sehr ihm „das tolle Stadion“ gefallen habe – und wie wichtig ihm als „überzeugten Europäer“ das Gemeinschaftsprojekt „mit unseren belgischen und niederländischen Freunden“ sei.

Dass der deutsche Auftritt überaus mühevoll ausschaute, musste von präsidialer Seite nicht beschrieben werden – das beschäftigte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg genug. „Im letzten Drittel haben wir nicht immer die richtige Entscheidung getroffen. Bei der Präzision, beim letzten Pass – daran müssen wir arbeiten. Im Tennis würde man sagen: Wir haben zu viele ‚unforced errors‘ gemacht“, urteilte die 53-Jährige. Die Gründe seien vielfältig: fehlende Beidfüßigkeit, falsches Timing, aber auch mangelnde Spielpraxis.

Zu denjenigen, die ohne jede Bundesliga-Minute in diesem Jahr auf dem frisch verlegten neuen Rollrasen zum Einsatz kamen, gehörte auch Sjoeke Nüsken. Dass die Mittelfeldspielerin von Eintracht Frankfurt nach 73 Minuten debütieren durfte, war mehr als ein verspätetes Präsent zum 20. Geburtstag. Hinter der einst zu den Toptalenten zählenden Nüsken liegt eine lange Krankengeschichte, immer wieder warfen sie Verletzungen aus der Bahn.

Mit 18 brach das Wadenbein

Mit 18 Jahren brach sie sich in einem Spiel mit den Jungs von Westfalia Rhynern die Spitze des Wadenbeins und fiel monatelang aus. Immer wieder wurde bei der 2019 nach Frankfurt gewechselten Fußballerin, die bis zum elften Lebensjahr auch mit besonderer Befähigung leistungsmäßig Tennis spielte, der Rhythmus unterbrochen. Doch die Bundestrainerin hatte die Hammerin nie aus den Augen verloren.

„Es war irgendwo auch die Bestätigung, dass ich mich zurückgekämpft und meine Leistung in den letzten Monaten gezeigt habe. Das hat mich sehr gefreut“, sagte Nüsken nach ihrem Debüt. „Jetzt heißt es, weiter dran arbeiten und hoffen, dass man noch mehr Länderspiele machen darf.“ Als sie nach 65 Minuten den ersten Hinweis auf ihre Einwechslung erhielt, sei sofort die Aufregung gekommen, die ihr bei dem Kurzeinsatz auch anzumerken war. Mit ihr debütierte auch Nicole Anyomi von der SGS Essen.

Lob von der Bundestrainerin

„Beide haben mutig agiert, wollten den Ball haben. Man hat bei beiden gesehen, dass sie große Potenziale haben“, sagte Voss-Tecklenburg. „Wenn wir sie die nächsten zwei, drei Jahre bei uns haben, können wir uns darauf freuen.“ Gerade Nüsken habe eine anstrengende Woche hinter sich gehabt, weil es so viel Input gegeben habe, um die taktischen Abläufe zu verstehen.

Vermutlich wird sich die Frankfurterin das nächste Länderspiel nur von der Bank ansehen dürfen: Gegen die Niederlande in Venlo (Mittwoch, 18.30 Uhr/ Eurosport) wird die deutsche Elf in Bestbesetzung antreten. Der Vizeweltmeister hatte die Belgierinnen zum Turnierstart gleich mit 6:1 düpiert. Die „Oranje Leeuwinnen“ gelten nun als der härteste Prüfstein seit dem Sieg in Wembley gegen England im November 2019.

„Nach dem Spiel sind wir schlauer“, sagte die Bundestrainerin. Und Sjoeke Nüsken wohl um eine weitere Erfahrung reicher – selbst, wenn es noch nicht zum zweiten Länderspiel-Einsatz kommen sollte.

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