Fußball

DFB-Pokalfinale mit Hammer Beteiligung

Die Hammer Fußball-Nationalspielerin Sjoeke Nüsken will am Sonntag mit Eintracht Frankfurt in Köln den DFB-Pokal gewinnen.
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Die Hammer Fußball-Nationalspielerin Sjoeke Nüsken will am Sonntag mit Eintracht Frankfurt in Köln den DFB-Pokal gewinnen.

Beim SV Westfalia Rhynern lernte Sjoeke Nüsken das Fußballspielen. Inzwischen kickt sie in der Bundesliga für Eintracht Frankfurt, schaffte schon den Sprung in die Nationalmannschaft. Am Sonntag will sie in Köln den DFB-Pokal gewinnen.

Hamm – Es sind nicht gerade die allerbesten Erinnerungen, die Sjoeke Nüsken an Pokalendspiele hat. Als sie noch im Nachwuchsbereich des SV Westfalia Rhynern aktiv war, unterlag die mittlerweile 20-Jährige im Endspiel des Kreispokals mit ihren Jungs sowohl bei den B- als auch bei den A-Junioren zweimal gegen die Hammer SpVg. Am Sonntag, so hofft die deutsche Fußball-Nationalspielerin, will sie aber auf der Seite der Siegerinnen stehen, wenn sie mit der Frankfurter Eintracht in Köln erstmals in ihrer noch jungen Karriere im DFB-Pokalfinale (Anstoß 16 Uhr/live in der ARD) auflaufen und auf den VfL Wolfsburg treffen wird. „Wenn wir da gewinnen würden, wäre das der krönende Abschluss eines tollen Fußballjahres für mich”, sagt die Hammerin, die seit zwei Jahren in der Bundesliga für das Team aus Hessen spielt.

Es ist in der Tat eine beeindruckende Saison, die Nüsken absolviert hat. Sie war trotz ihrer im vergangenen Sommer erlittenen Verletzung (Außenbandriss im Knie) in allen bislang absolvierten Bundesliga-Spielen zum Einsatz gekommen, stand dabei zehnmal über die volle Distanz von 90 Minuten auf dem Rasen, gehörte 15-mal zur Anfangsformation und wurde sechsmal eingewechselt. „Am Anfang der Saison bin ich meist von der Bank reingekommen. Ich musste nach der Zwangspause erst wieder Matchpraxis sammeln. Aber als ich dann meinen Rhythmus gefunden und das nötige Selbstvertrauen wieder hatte, da lief es”, sagt Nüsken. Verdienter Lohn für ihre starken Auftritte waren im vergangenen Monat das erste Länderspiel und auch das erste Tor in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.

Hoffnung auf die Startelf

Daher ist Nüsken auch verhalten zuversichtlich, dass sie am Sonntag gegen Wolfsburg zur Anfangsformation der Eintracht gehört, auch wenn sie es keineswegs als Selbstverständlichkeit ansieht, dass sie von Beginn an im Finale im Müngersdorfer Stadion mitwirken wird. „Ich hoffe, dass ich meine Spielzeit an diesem Tag bekommen werde”, sagt sie und hat in dieser Woche im Training großen Einsatz und viel Bereitschaft gezeigt, damit Coach Niko Arnautis bei seinen personellen Überlegungen nicht an ihr vorbeikommen kann. „Ich habe alles versucht, damit unser Trainer sieht, dass ich spielen will. Aber wir haben einen starken Kader. Und letztlich können nur elf Spielerinnen von Beginn an auflaufen.”

Trotz der harten Konkurrenz innerhalb der Mannschaft und des guten sechsten Tabellenplatzes in der Bundesliga gehen die Frauen aus Frankfurt als Außenseiterinnen in das Endspiel. Denn der VfL rangiert in der Bundesliga auf dem zweiten Platz, hat vor dem letzten Spieltag nur zwei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München. Zudem haben die Wolfsburgerinnen beide Aufeinandertreffen mit der Eintracht in dieser Saison gewonnen, hatten sich am zehnten Spieltag deutlich mit 3:0 durchgesetzt und am vergangenen Wochenende einen knappen 3:2-Sieg gefeiert, durch den sie die Chance auf den Meistertitel gewahrt haben.

Aber gerade diese enge Partie von vor sieben Tagen macht Nüsken und ihren Teamkolleginnen eine Menge Mut für das Duell im DFB-Pokal. „In der zweiten Halbzeit haben wir richtig gut gespielt und nach dem 0:2 zur Pause viel Moral gezeigt. Diese Euphorie wollen wir mit nach Köln nehmen”, sagte die Hammerin. „Außerdem haben wir die Partie gut analysiert und erkannt, dass uns zu viele individuelle Fehler unterlaufen sind, wir haben den Ball zu schnell wieder verloren. Das müssen wir abstellen. Und wenn uns dies gelingt, dann wird es sicherlich ein enges Match.”

Live-Übertragung aus Köln

Auch im vergangenen Jahr waren die VfL-Frauen als klare Favoritinnen in das Endspiel gegen die SGS Essen gegangen, setzten sich am Ende aber nur hauchdünn im Elfmeterschießen durch. „Es ist ein Spiel, in das man alles hineinwerfen muss. Und in einem Pokalfinale ist nun mal alles möglich”, sagt Nüsken und geht daher genauso wie ihre Mitspielerinnen mit einer gewissen Anspannung, aber noch mehr Motivation und Zuversicht in das Duell, das von einem Millionenpublikum verfolgt wird. Aber davon will sich die 20-Jährige nicht beeindrucken und aus der Ruhe bringen lassen. „Bei den Kreispokalendspielen war ich auch immer schon aufgeregt, wobei das jetzt natürlich etwas ganz anderes von der Aufmerksamkeit her ist”, sagt Nüsken angesichts der Tatsache, dass vor einem Jahr 2,65 Millionen Zuschauer das Pokalfinale der Frauen vor den TV-Geräten gesehen hatten und jetzt mit einer ähnlichen Einschaltquote zu rechnen ist.

Ihre Vorfreude auf das Duell lässt sie sich auch dadurch nicht nehmen, dass die Partie wegen der Corona-Vorgaben vor leeren Rängen stattfinden wird. Natürlich hätte ein tolle Kulisse in Köln die Partie noch einmal für die Hammerin aufgewertet und das Erlebnis zu einem noch besonderen gemacht als es eh schon ist – aber Nüsken misst den fehlenden Fans nicht allzu viel Bedeutung zu. „Natürlich ist das ein bisschen ärgerlich. Und es wäre schöner gewesen, wenn Zuschauer vor Ort sein könnten. Aber es geht um Fußball und um den Sieg im DFB-Pokal. Da ist der Ansporn einfach groß, darauf sind wir fokussiert”, erklärt die Mittelfeldspielerin, die übrigens nicht nur schlechte Erinnerungen an finale Begegnungen hat.

Bei der U17-Europameisterschaft im März 2017 hatten Nüsken und Co. das Finale nach einem 0:0 nach regulärer Spielzeit mit 3:1 im Elfmeterschießen gegen Spanien gewonnen. Die Hammerin war als letzte Elfmeterschützin vorgesehen, musste aber gar nicht mehr antreten, weil die Partie bereits vorher entschieden war. Gegen einen ähnlichen Ausgang am Sonntag gegen Wolfsburg hätte sie nichts einzuwenden. „Sollte das Spiel gegen den VfL ebenfalls vom Punkt aus entschieden werden müssen, ich würde einen Elfmeter schießen”, zeigt Nüsken im Vorfeld der Partie großes Selbstvertrauen.

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