Sjoeke Nüsken spielt in der U15-Nationalmannschaft

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Sjoeke Nüsken (Mitte) im-Dress. DFB

Hamm - Nicht einmal eine Minute brauchte Sjoeke Nüsken – da zappelte der Ball bereits im Netz. Die Hammerin feierte einen Traumstart in ihrem ersten Länderspiel von Beginn an für die deutsche U 15-Auswahl. Es war ihr zweiter Einsatz, nachdem die 14-Jährige zwei Tage zuvor bereits im ersten von zwei Länderspielen gegen Schottland ihr Debüt im Trikot der Nationalmannschaft gefeiert hatte.

„Vor dem Spiel war ich schon ein bisschen nervös, aber es war ein Mega-Erlebnis“, erzählt Nüsken, die bereits seit über zehn Jahren Fußball im Verein spielt. Zuerst bei der Hammer SpVg. Dann wechselte sie vor sechs Jahren zum SV Westfalia Rhynern. Sie gehört zum Kader der U15-Junioren in der Bezirksliga, wo sie sich jede Woche mit den Jungs im gleichen Jahrgang misst. Auch hier trifft sie regelmäßig für ihr Team.

Mit ihrer Nominierung durch Bundestrainerin Bettina Wiegmann für den fünftägigen DFB-Lehrgang in Bingen-Büdesheim, in den die beiden Länderspiele gegen die Schottinnen eingebunden waren, wurde ein Traum für die junge Hammerin wahr. Ihren Treffer zum 1:0 gegen Schottland empfand Nüsken als „eigentlich richtig überraschend. Der Ball wurde rausgeschlagen, eine Mitspielerin hat ihn angenommen und dann auf mich gespielt. Und ich bin mit Tempo an zwei Leuten vorbei und habe aus 25 Metern über die Torhüterin weg geschossen.“

Fast genauso intensiv wie den Torjubel mit dem Mitspielerinnen empfand die Westfalia-Spielerin das Einlaufen, das mit rund 400 Zuschauern besetzt war. „Das ist schon ein tolles Gefühl, wenn man mit einem kleinen Kind an der Hand ins Stadion kommt und die Nationalhymne singt“, zeigt sie sich nachhaltig beeindruckt und hofft, dass es ihr auch gelungen ist, bei der Nationaltrainerin einen guten Eindruck hinterlassen zu haben: „Es wäre schön, wenn ich zum nächsten Länderspiel wieder eingeladen werde.“

Ihr großer Wunsch ist es, „auch einmal für die Frauen-Nationalmannschaft und in der Bundesliga“ aufzulaufen. Dafür trainiert Nüsken intensiv, die ganz nebenbei bis zum elften Lebensjahr auch noch beste deutsche Nachwuchsspielerin ihrer Altersklasse im Tennis war. „Was ihr Vereinstrainer Thomas Trahe gern bestätigt, der versichert, dass sie „zielstrebig ist und weiß, was sie will. Aber sie bleibt dabei stets auf dem Boden. Für uns ist sie nach wie vor ein wichtiger Teil unseres Teams.“

Ob sie nach dieser Saison auch noch für die Westfalia kicken wird, weiß Sjoeke Nüsken allerdings nicht genau. Zwar könnte sie mit Sondergenehmigung in der männlichen B-Jugend der Westfalia bleiben, was sie auch als „völlig normal“ empfindet, „weil ich ja eigentlich schon immer in Jungenmannschaften gespielt habe“. Doch „vielleicht wechsele ich dann nach Gütersloh oder Bochum“, hat sie sich noch nicht festgelegt. Beim Frauen-Zweitligisten in Gütersloh würde sie gemeinsam mit ihrer Schwester Hjördis spielen, die bereits vor vier Jahren den Sprung in ein DFB-Nachwuchsteam geschafft hat. Und in Bochum sind gleich mehrere ihrer Westfalenauswahl-Kolleginnen am Ball.

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