3:2 beim VfL Kamen

HSV schliddert nur knapp an der Pokal-Blamage vorbei

Die HSV enttäuschte im Pokal in Kamen. Hier Dursun Akdag in Aktion. - Heidenreich

KAMEN -  Die Hammer SpVg ist nur haarscharf an einer Pokalblamage vorbeigeschrammt. Ein Treffer von Serafettin Sarisoy in der allerletzten Sekunde bescherte dem schwachen Fußball-Oberligisten in der dritten Runde des Kreispokals den knappen 3:2 (1:2)-Erfolg beim vier Klassen tiefer spielenden VfL Kamen. Im Viertelfinale muss die HSV nun zum TuS Wiescherhöfen.

„Wir haben den Sinn der Sache erreicht und sind weiter“, sagte HSV-Trainer Goran Barjaktarevic und grantelte: „Aber mit dem Ablauf des Spiels kann ich überhaupt nicht zufrieden sein.“

Wie erwartet hatte der Coach sein Team auf mehreren Positionen umgestellt, um „einigen Akteuren Spielpraxis zu gewähren“. Als Empfehlungsschreiben diente die gestrige Begegnung für viele nicht. „Egal, wen ich von Anfang an bringe – wir spielen gegen eine Kreisliga-A-Mannschaft. Die Jungs müssen das souverän machen.“ Was sie nicht schafften.

Das Rezept, mit dem die HSV dem noch dazu arg ersatzgeschwächten Außenseiter den Zahn ziehen wollte, war früh erkennbar: Die Gäste agierten immer wieder aus der Abwehr mit langen Bällen in die Spitze, wollten ihre Schnelligkeitsvorteile ausspielen. Doch lange waren die Zuspiele zu ungenau, sodass der Oberligist kaum Gefahr vor dem Kamener Gehäuse erzeugte. Hinzu kam, dass der VfL mutig und mit dem Selbstvertrauen von drei Auftaktsiegen in der Kreisliga A agierte, die Hammer früh störte. Die Taktik der Hammer ging zunächst dennoch auf. Hatte Kamens Schlussmann Jens Lassak zuvor noch zweimal in höchster Not gegen Emre Demir gerettet (19., 23.), so war er kurz darauf machtlos. Diesmal war Sarisoy nach einem Steilpass von Dursun Akdag frei durch und vollendete sicher zum 0:1 (25.). Doch in der Folge war die Abwehr der HSV überhaupt nicht auf der Höhe, befand sich schon eine knappe Minute später im Tiefschlaf, als Bastian Gronert unbedrängt aus zwölf Metern zum 1:1 einschoss (26.). Es war ein Treffer, der den Kamenern zusätzlichen Auftrieb gab, während der Oberligist nun völlig von der Rolle war. Als David Marscholek nach abermals haarsträubendem Defensivverhalten der Gäste per Seitfallzieher das 2:1 markierte (37.), wankte der Oberligist. „Wir haben hinten ein paar Fehler gemacht. Und vorne auch“, sagte Barjaktarevic – und war mit diesem Urteil noch zurückhaltend.

Nach dem Wechsel stärkte der Trainer mit Einwechselungen die Offensive, ohne dass diese zunächst mehr Durchschlagskraft erzeugte. Das Rezept blieb das gleiche – die Kamener hatten sich mittlerweile gut darauf eingestellt. So bedurfte es einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Erol Sahin (Hamm), um zum Ausgleich zu kommen: Jochen Höfler stand beim Zuspiel von Dennis Jungk im Abseits (68.). In der Folge kamen die Hammer reihenweise zu guten Chancen, die der glänzende Lassak mit großartigen Paraden vereitelte. „Dass es so eng war, war auch sein Verdienst.“, meinte Barjaktarevic. So blieb es Sarisoy vorbehalten, nach einer scharfen Hereingabe von Höfler doch noch für den Erfolg zu sorgen (90.+3). „Ich wollte, dass die Jungs in die Verlängerung gehen“, hätte Barjaktarevic seinen Spielern die „Zusatzschicht“ als Strafe gegönnt, während sein Gegenüber Marko Barwig enttäuscht war: „Es ist ärgerlich für die Jungs“, meinte der Coach des VfL Kamen. „Wir haben und wirklich gut verkauft.“ -  fh

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