Arbeitssieg statt Handball-Gala

27:24 in Altenholz sorgt für Sprung auf Rang sechs

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Der ASV Hamm feierte am Dienstag einen knappen 27:24-Erfolg in Altenholz.

ALTENHOLZ - Es war mehr pure Erleichterung als Freude, die in den Gesichtern der Spieler des ASV Hamm-Westfalen zu lesen war. Nach 60 mäßigen, aber zumindest spannenden Minuten im Nachholspiel der 2. Handball-Bundesliga beim Liga-Vorletzten TSV Altenholz klatschten sich die Gäste müde ab.

Mit 27:24 (13:14) hatte das Team von Kay Rothenpieler die Begegnung vor 300 Zuschauern für sich entschieden – dank fünf starker Minuten in der Schlussphase.

„Wir haben nicht gut gespielt, aber gewonnen“, atmete der Hammer Trainer auf. „Nach der schnellen 4:1-Führung haben wir zu viele technische Fehler gemacht. Am Ende haben wir uns über das Spiel gerettet.“ Altenholz-Coach Klaus-Dieter Petersen haderte mit der Tatsache, dass „wir in den letzten 15 Minuten zu ungeduldig waren und vergessen haben, den Ball laufen zu lassen. Deshalb haben wir die Punkte liegen gelassen.“

Dass es für den ASV nicht leicht werden würde, hatten die Gastgeber bereits im Vorfeld versprochen. Petersen hatte keine Gelegenheit ausgelassen, um zu versichern, dass seine Mannschaft den Klassenerhalt noch lange nicht abgeschrieben habe. Einen Grund, die Partie zu lässig anzugehen hatten die Hammer also nicht.

Zumal Rothenpieler weiter auf die Langzeitverletzten Sebastian Schneider, Tim Dahlhaus, Alexander Auerbach und Marian Orlowski verzichten musste. Dafür kehrte aber Spielmacher Ondrej Zdrahala nach überstandener Rückenblessur in den Kader zurück. Altenholz trat ohne Fynn Ranke (mit Zweitspielrecht vom THW Kiel) und den australischen Nationalspieler Bevan Calvet an.

Die Gäste erwischten den besseren Start. Bereits nach neun Minuten lagen sie mit 5:2 in Führung, weil sie in der 6:0-Deckung zunächst sicher standen und vorne gegen die offensive 3:2:1-Variante der Altenholzer die nötigen Lücken fanden. Doch der Aufsteiger kam jetzt erst auf Betriebstemperatur, stellte den Hammer Angriff vor immer neue Probleme und kam in der Vorwärtsbewegung plötzlich auch noch zu leichten Toren. Die Folge: Vier Treffer in Reihe und die erste Führung nach 14 Minuten (6:5).

Selbst die Auszeit, die Rothenpieler zu diesem Zeitpunkt entnervt nahm, und die Maßnahme, mit David Wiencek einen zweiten Kreativspieler zu bringen, brachte nicht den erwünschten Erfolg. Der TSV erzielte gar noch drei weitere Treffer zum 10:6-Zwischenstand (19.).

Zeit für weitere Korrekturen: Der Hammer Coach versuchte es nun mit Fabian Huesmann als vorgezogenem Spieler in einer offensiveren 5:1-Deckung. Im Angriff agierte Björn Wiegers neben Macke als zweiter Kreisläufer. Zumindest temporär eine gute Maßnahme. Innerhalb von sieben Minuten war der ASV dank fünf Treffern in Folge wieder vorn (12:11) – Ruhe kehrte aber noch immer nicht ins Spiel der Gäste ein.

Bis zur Pause blieb es ein offener Schlagabtausch, in dem die Hausherren knapp die Nase vorn hatten (14:13) – auch, weil sowohl Huesmann als auch Simon zwischenzeitlich per Siebenmeter an TSV-Keeper Florian Hossner scheiterten. Auf der anderen Seite parierten aber auch Felix Storbeck (2), der begonnen hatte, und Tomas Mrkva gleich drei Versuche vom Siebenmeterstrich.

Nach der Pause wechselte die Führung mehrfach. Rothenpieler brachte nun auch Jan Brosch am Kreis, der sich mit einem Treffer und einem herausgeholten Siebenmeter einführte. Am knappen Spielstand änderte das jedoch vorerst nichts. Bis zur 56. Minute, als zunächst Lars Gudat das 23:24 und wenig später Simon das 23:25 erzielten – beide Treffer per Gegenstoß.

„Ich habe in der letzten Auszeit gesagt, dass wir keine Wechsel mehr machen werden, dass wir hinten zwei drei Bälle holen und Konter laufen müssen, um das Spiel zu gewinnen“, sagte Rothenpieler. „Das war das, was heute geklappt hat.“ Als Simon dann auch noch von Linksaußen den 26. Hammer Treffer erzielte, war die Partie entschieden.

„Das war sicher nicht schön“, urteilte Björn Wiegers selbstkritisch. „Aber die Hauptsache ist, dass wir die Punkte eingefahren haben und ganz entspannt auf der Rückfahrt ein Radler trinken können.“ - güna

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