Fußball-Kreisliga B2 (Unna/Hamm)

Schiedsrichter Decker-Törö bekommt Rückendeckung! Kreisschiedsrichter-Ausschusses tagt bald

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Rote Karte für Schiedsrichter Decker-Törö? Vorerst noch nicht. [Symbolbild]

Der Kreisschiedsrichter-Ausschusses tagt im Oktober, um über die Zukunft von Schiedsrichter Daniel Decker-Törö zu entscheiden. Dabei ist alles möglich.

  • Schiedsrichter Daniel Decker-Törö hat in der Fußball-Kreisliga B2 (Unna/Hamm) für einen Spielabbruch gesorgt.
  • Nach einem Elfmeter bei der Partie RW Unna II gegen SuS Oberaden II eskalierte die Situation
  • Decker-Törö stand unter Beobachtung – die Folgen sind noch unklar

Update vom 11. Oktober, 11.16 Uhr: Dieser News-Ticker ist beendet. Wie es mit Schiedsrichter Daniel Decker-Törö und den strittigen Entscheidungen weiter geht, lesen Sie hier.

Update, 18.38 Uhr: Torsten Perschke befand sich am Dienstag noch in der Sondierungsphase: Gerade erst aus dem Urlaub zurück, wartete schon wieder Arbeit auf den Vorsitzenden des Kreisschiedsrichter-Ausschusses. Das Dauerthema Daniel Decker-Törö beschäftigt seit Sonntag einmal mehr die heimische Fußballszene. 

Und weil der streitbare Unparteiische erneut mit Kartenflut und Spielabbruch auf sich aufmerksam gemacht hatte, stellt sich nun die Frage, ob, und wenn ja, welche Folgen die denkwürdige Partie zwischen Rot Weiß Unna II und dem SuS Oberaden II haben wird. Der für den VfK Nordbögge pfeifende Schiedrichter hatte das Spiel in der vierten Minute der Nachspielzeit abgebrochen, nachdem er zuvor sieben Gelbe, drei Gelb-Rote und vier Rote Karten verteilt hatte. „Das war jetzt die sechste oder siebte Beobachtung mit unterschiedlichen Ausprägungen“, sagt Perschke. „Anfang Oktober wird der Kreisschiedsrichter-Ausschuss tagen. Dann wird das Gremium die Beobachtungsbögen nebeneinander legen und entscheiden, was zu tun ist.“

Perschke über Ausschuss im Fall Decker-Törö: "Ich möchte da völlig ergebnisoffen reingehen"

Bis dahin wird Decker-Törö nicht mehr eingesetzt – was allerdings ohnehin nicht vorgesehen war. „Eigentlich pfeift er regelmäßig“, sagt Perschke. „Aber in den nächsten Wochen sind keine Spiele für ihn vorgesehen.“ Der Entscheidung, ob der Nordbögger danach wieder auf den Platz darf, will Perschke nicht vorgreifen. „Es sind 13 Leute im Ausschuss“, sagt er. „Das wäre nur Kaffeesatz lesen, ich möchte da völlig ergebnisoffen reingehen.“

Eine Stunde und 15 Minuten hat der Ausschuss-Vorsitzende am Dienstag mit Decker-Törö telefoniert und dabei den Eindruck gehabt, dass „er das Geschehen reflektiert sieht und überlegt, was er falsch gemacht hat. Er räumt ein, dass manche Entscheidungen von außen anders wirken als auf dem Platz. Zudem macht es ihm auch keinen Spaß, dass es immer so ausgeht.“

Perschke selbst hatte noch vor einer Woche als Schiedsrichter-Beobachter eine Partie des Nordbögger Unparteiischen gesehen und dabei keine Auffälligkeiten bemerkt. „Da war er klasse. Aber bei sieben Platzverweisen besteht sicherlich Optimierungsbedarf.“

Daran, von sich aus aufzuhören, denke Decker-Törö übrigens nicht. „Er hat mir versichert, dass er gerne weitermachen möchte“, sagt Perschke. „Er würde aber auch verstehen, wenn das Gremium anders entscheidet.“

Zumindest von einer der am Sonntag beteiligten Seiten erhält der Referee Rückendeckung: Von RW Unna gebe es die Einschätzung, dass die Spielleitung gar nicht so schlimm gewesen sei. „Die sagen, das war alles richtig“, bestätigt Perschke. Allerdings gingen sechs der Platzverweise auch gegen den Gast aus Oberaden.

Spielabbruch durch Schiedsrichter Decker-Törö: Beobachter Kunsleben erklärt Vorgehensweise

Update, 24. September, 8.31 Uhr: Es war eine Kartenflut sondergleichen. Und erneut stand Schiedsrichter Daniel Decker-Törö, der in der Vergangenheit wiederholt für enormes Aufsehen gesorgt hatte, im Mittelpunkt, als er am Sonntag die Partie der Fußball-Kreisliga-B zwischen den Reserveteams von RW Unna und SuS Oberaden in der Nachspielzeit beim Spielstand von 4:4 abbrach.

Allerdings könnte die mehr als eigenwillige Spielführung des Unparteiischen vom VfK Nordbögge nun ein Nachspiel für ihn haben. Denn der Schiedsrichter wurde am Sonntag von Rene Kunsleben offiziell beobachtet – ohne dass es Decker-Törö wusste. „Ich habe mich vor dem Spiel nicht bei ihm vorgestellt, sondern habe mich erst nach der Partie zu erkennen gegeben. Diese Vorgehensweise haben wir so abgesprochen“, sagt Kunsleben. „Und ob er mich während des Spiels gesehen und erkannt hat, weiß ich nicht.“

Der 43-Jährige vom TuS Germania Lohauserholz war für dieses Spiel als Beobachter eingeteilt worden, weil es in der Vergangenheit wiederholt große Probleme bei Partien gab, die von Decker-Törö gepfiffen worden waren. „Seitdem gibt es einen Ansetzungsplan für die Spiele dieses Schiedsrichters. Am Sonntag war ich eingeteilt“, erklärte Kunsleben, der am Tag zuvor noch als Beobachter bei der Drittliga-Partie zwischen Viktoria Köln und Eintracht Braunschweig im Einsatz gewesen war. Daher hatte er notiert, dass Schiedsrichter Wolfgang Haslberger einen Elfmeter für Eintracht Braunschweig und eine Tätlichkeit eines Kölner Spielers übersehen hatte. „Ansonsten hat der junge Unparteiische sehr gut gepfiffen. Da leidet man dann mit so einem Jungen mit”, sagte Kunsleben, der allerdings nicht sagen wollte, ob er auch am Sonntag mit irgendwem mitgelitten hatte: „Da bin ich zur Neutralität verpflichtet.”

Decker-Törö pfeift RW Unna II gegen SuS Oberaden II – viele Offizielle dabei

Kunsleben war in Unna nicht der einzige Offizielle gewesen, der sich die Partie angeschaut hatte. Auch der Kreisfußball-Ausschuss-Vorsitzende Christian Ritter sowie Horst Weischenberg, Staffelleiter und Ehren-Kreisvorsitzender, verfolgten das Spiel von der Seite aus. „Abgesprochen hatten wir uns aber nicht. Ich meine, die beiden gehören dem SuS Oberaden an und haben sich daher das Spiel angeschaut, zumal die erste Mannschaft an dem Tag auch in Unna gespielt hat“, so Kunsleben.

Über das, was Kunsleben in den 90 Minuten sah und was er alles aufschrieb, darf er allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen. „Das ist ein schwebendes Verfahren“, sagte der Schiedsrichter-Beobachter. Er widersprach der Aussage von Weischenberg, der gegenüber unserer Zeitung behauptet hatte, er habe „nach 20 Minuten seine Beobachtungskladde zugemacht“. Kunsleben erklärte: „Ich habe mir bis zum Schluss Notizen gemacht.“

Die Partie wird nun zum einen ein Nachspiel vor dem Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss haben, wo darüber beraten wird, welche Konsequenzen diese Begegnung für Decker-Törö haben wird. Und weil es zu einem Abbruch gekommen war, wird es eine Kreisspruchkammersitzung geben, wo entschieden wird, wie die Partie gewertet oder ob sie gar wiederholt wird. „Daher kann ich keine inhaltlichen Angaben zu meinen Beobachtungen machen“, erläuterte Kunsleben.

Schiedsrichter Daniel Decker-Törö sorgt für Spielabbruch in der Kreisliga B2 (Unna/Hamm) – Streit mit dem Beobachter?

Fakt ist, dass Decker-Törö vor der Pause zweimal Rot gegen zwei Spieler aus Oberaden gezückt hatte. Im Laufe der zweiten Halbzeit mussten dann jeweils ein Akteur beider Mannschaften mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz. Endgültig eskalierte die Situation in der 94. Minute, als der Unparteiische in der 94. Minute beim Spielstand von 4:3 für Oberaden den Gastgebern aus Unna einen Elfmeter zusprach. Dem Verursacher des Strafstoßes zeigte er Rot. Und anstatt die Partie nach dem verwandelten Elfmeter zum 4:4-Endstand zu beenden, pfiff Decker-Törö erneut an, schickte anschließend noch zwei SuS-Spieler mit Rot und Gelb-Rot vom Feld und brach die Begegnung anschließend ab.

Kunsleben suchte nach der Partie das bei einer Beobachtung obligatorische Gespräch, wollte aber auch diesbezüglich nichts zum Inhalt der Unterredung sagen. Allerdings widersprach er anderslautenden Meldungen, dass es dabei laut zugegangen sei. „Das kann ich nicht bestätigen“, sagt er und fügte hinzu: „Laut ist aber auch immer eine subjektive Wahrnehmung.“

Spielabbruch in der Kreisliga B2 (Unna/Hamm): Kreisschiedsrichter-Obmann bekommt Bericht über  Decker-Törö

Kunsleben verfasste nach der Partie seinen Beobachtungs-Bericht, den er Torsten Persche, dem Kreisschiedsrichter-Obmann, zukommen ließ. Zudem erhielt Kunsleben noch im Laufe des Sonntagabends zahlreiche Anrufe und Nachrichten auf sein Smartphone, die sich alle um die Partie unter der Leitung von Daniel Decker-Törö drehten. „Ich habe noch nie erlebt, dass sich so viele Leute nach einer Beobachtung bei mir gemeldet haben“, sagte Kunsleben, erklärte allerdings auch: „Diese erhöhte Aufmerksamkeit ist weder für uns Schiedsrichter noch für den Amateur-Fußball gut.“

Das will aber am heutigen Dienstag Torsten Perschke machen. Der Kreisschiedsrichter-Obmann weilte gestern noch im Urlaub in Schweden, betonte aber auf Nachfrage, dass seit dem Ende dieser Partie in Unna sein Whatsapp-Account „überquellen“ würde. „Ich sammel jetzt die Fakten, spreche mit den Beteiligten, analysiere den Beobachtungsbogen und werde dazu etwas am Dienstag sagen“, meinte Perschke.

SuS Oberaden II holt sich nach Kartenflut Verstärkung von der ersten Mannschaft

Update, 16.25 Uhr: Der SuS Oberaden II war Leidtragender der Kartenflut durch Schiedsrichter Daniel Decker-Törö, der von seinen sieben Platzverweisen sechs gegen die Gäste aussprach.

„Ich bin ein Nachtmensch“, sagt Fausto Nuzzo. Und deshalb verfasste der SuS-Geschäftsführer noch in der Nacht von Sonntag auf Montag seine Stellungnahme aus Vereinssicht an die Kreisspruchkammer unter dem Vorsitzenden Michael Zahorodnyj. Tenor dabei: „Das war ein ganz normales Spiel, dass durch ganz viele Fehlentscheidungen zu einem Pulverfass geworden ist. Man hat den Eindruck, er möchte seine Macht ausspielen“, erklärte Nuzzo, der auch Augenzeuge der Partie war.

Sechs Spieler des SuS Oberaden II sind nun erst einmal zum Zuschauen gezwungen, bis das Sportgericht seine Entscheidung getroffen hat. „Wir werden das mit Reservespieler der ‘Ersten’ kompensieren. Beide Mannschaften spielen am Sonntag daheim, da ist das auch einfacher. Das bekommen wir hin“, sagte Nuzzo. Dabei spielt die Reserve ein Kellerduell gegen das Schlusslicht TIU Rünthe. „Wir werden das Spiel nicht verlegen. Durch das Verhalten des Schiedsrichters wollen wir ja keinen Gegner mit strafen“, begründet Nuzzo.

Schiedsrichter Daniel Decker-Törö verzichtet auf Stellungnahme

Update, 23. September, 15.26 Uhr: Am Montag erhielt unsere Redaktion einen Rückruf des Unparteiischen Daniel Decker-Törö. Der Schiedsrichter verzichtete jedoch auf eine Stellungnahme zur Aufreger-Partie in Unna: "Dazu möchte ich mich nicht äußern", sagte er. Auch Kreis-Schiedsrichterausschuss-Vorsitzender Torsten Perschke verzichtete zunächst auf eine Stellungnahme, um weitere Beobachtungen sammeln zu können. Womöglich wolle er aber am Dienstag ein erstes Statement zur Partie zwischen Unna II und Oberaden II abgeben.

Zum Zeitpunkt des Spielabbruchs stand es 4:4. „Er hat das Spiel total kaputt gemacht. So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte SuS-Geschäftsführer Fausto Nuzzo. Der spielende Co-Trainer Almir Halilovic ergänzte: „Der Mythos lebt. Wir haben ja schon viel gehört. Ich hoffe, wir sind die letzten Letzten, die unter ihm leiden mussten und er wird aus dem Verkehr gezogen.“ 

Staffelleiter kritisiert Decker-Töro scharf

Dabei stand Decker-Törö, der schon häufiger im Zusammenhang mit Spielabbrüchen stand, erneut unter Beobachtung. Diesmal durch den früheren Zweitliga-Schiedsrichter René Kunsleben, und auch der Staffelleiter und frühere Kreisvorsitzende Horst Weischenberg war Augenzeuge.

„Ich habe mit René gesprochen. Der hat nach 20 Minuten seine Beobachtungskladde zugemacht mit der Begründung, es seien schon so viele Fehlentscheidungen gewesen. Das ist alles schädlich für den Fußball und macht den kaputt. Er lässt die Leute stramm stehen und denkt anscheinend, dass alle nur für ihn spielen. Er hört auch die Flöhe husten“, sagte Weischenberg, der die Partie wegen des Abbruchs an die Kreisspruchkammer weitergeleitet hat. 

Erst im August hatte Decker-Törö in der Kreisliga-C-Partie zwischen dem VfL Mark III und der SG Isenbeck mit seinen Entscheidungen für Aufsehen gesorgt. Auch beim SuS Rünthe gab es einen ähnlichen Zwischenfall.

Polizeischutz für Decker-Törö angefordert

Nach dem Abpfiff begleitete Weischenberg Kunsleben in die Schiedsrichter-Kabine: „Ich wollte nur wissen, ob die Partie abgebrochen wurde. Wie es jetzt weiter geht, muss die Spruchkammer zeigen. Es könnte eine Neuansetzung geben oder das Spiel könnte so gewertet werden wie beim Abbruch“, sagte Weischenberg. 

Decker-Törö erbat sich nach dem Spielabbruch Polizeischutz. „Das haben die Unnaer abgelehnt und ihn mit sechs Security-Leuten durch den Hinterausgang zu seinem Wagen gebracht. Darum haben wir aber auch gebeten, da ich nicht dafür garantieren konnte, dass alle unsere Spieler ruhig bleiben, wenn der Schiedsrichter an ihnen vorbei den Platz verlässt“, räumte Halilovic ein.

Vor der Pause sah Oberadens Christoph Gärtner Rot (18.), wenig später Luca Opitz nach einer Notbremse (28.). Unna führte zu diesem Zeitpunkt 2:1. Nach 65 Minuten bekamen auch die Gastgeber eine Gelb-Rote Karte gegen sich, genau wie wenig später Oberadens Andras Triller nach Foulspiel und anschließendem Meckern. 

Die SuS-Reserve führte trotzdem bis zur Schlussminute 4:3, bis es zum dem umstrittenen Elfmeterpfiff kam. Da gab Decker-Törö für die Gastgeber einen Strafstoß, wobei das Foul zwei Meter außerhalb des Sechzehners stattgefunden haben soll. 

Der Elfmeter wurde zudem wiederholt, weil drei Unnaer in den Strafraum liefen und, nachdem der Ball dann im Tor war, abgepfiffen. Nico Nuzzo tippte bei seinem Platzverweis den Unparteiischen an, um eine Auswechslung anzumelden – er sah dafür Gelb-Rot. Die Rote Karte für Halilovic bezeichnete dieser selber als berechtigt. Über Decker-Törös Entscheidung regte sich aber Ramaza Bicakci so dermaßen auf, dass auch er Rot sah. Der Schiedsrichter habe sich von ihm bedroht gefühlt, so Halilovic weiter.

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