SGW-Wasserballer halten nach Aufstieg am Jugend-Konzept fest

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Gruppenbild mit Trainer: Björn Blank (vorne) schaffte mit der SGW den Wiederaufstieg in 2. Liga West.

Hamm - Björn Blank war pitschnass – und glücklich. Die Wasserballer der SGW SC Rote Erde/SV Brambauer hatten ihren Coach nach dem 11:9-Zittersieg über die WSG Oberhausen in voller Montur ins Becken des Maximare geworfen. Das verließ Blank kurze Zeit später – nur in Badehose – als Aufstiegstrainer.

Ein Jahr nach dem bitteren Abstieg aus der 2. Liga kehrt die SGW als Oberliga-Meister ins Bundesliga-Unterhaus zurück. Dass der Vorsprung auf den punktgleichen Verfolger Duisburg 98 II nach sieben Monaten und 18 Spielen nur ein Tor betrug, war Blank herzlich egal: „Ich bin einfach nur froh, dass das Spiel vorbei ist und wir es geschafft haben.“

Seine Mannschaft hatte es spannender gemacht als nötig. Nicht nur am Montagabend, als sie gegen den Tabellenvorletzten zwischenzeitlich mit 5:7 zurücklag, sondern auch im gesamten letzten Saisonviertel. Durch das 9:9 gegen SGW Iserlohn nach 9:5-Führung sowie die allzu knappen Siege über den Aachener SV (7:6) und den SV Krefeld 72 III (8:7) hatten sich die Spieler selbst unter Druck gesetzt. Druck, dem sie letztlich standhielten. „Nach dem Rückstand dachte ich kurz: Das kann ja jetzt nicht wahr sein“, gab Blank zu. Und auch die letzten Sekunden der Begegnung waren kein Zuckerschlecken für den 30-Jährigen. 11:8 führte die SGW, die einen Sieg mit zwei Toren Abstand benötigte, kassierte dann das 11:9 und verlor bei eigenem Angriff noch einmal den Ball. „Da habe ich kurz gezittert, denn es waren noch ein paar Sekunden zu spielen. Dass es so spannend wird, habe ich mir nicht gewünscht“, sagte Blank, dessen Puls sich erst wieder beruhigte, lange nachdem ihn seine jubelnden Akteure nach Spielschluss ins Wasser geschubst hatten.

Für die SGW endet damit eine lange Talfahrt. Vor zwei Jahren stieg sie aus der 1. Liga ab und zwölf Monate später sehr unglücklich auch aus der 2. Liga. Jedesmal verlor das Team Leistungsträger, zuletzt waren es Akteure wie die Hillebrand-Brüder oder Torjäger Patrick Siemund, die den Verein wechselten oder aufhörten. Daher zögerten die Verantwortlichen vor dieser Spielzeit, offen vom Aufstieg als Ziel zu sprechen. „Wir haben uns gesagt: Es wäre schön, wenn es klappt. Aber wir haben keinen Druck aufgebaut“, sagte SGW-Sprecher Christian Bohnenkamp.

Die Startgemeinschaft will auch als Zweitligist nicht von ihrem eingeschlagenen Weg abweichen. Geld wird sie auch künftig nicht an Spieler zahlen und vor allem: weiter auf den eigenen Nachwuchs setzen. „Auch wenn der Aufstieg keine Mehrkosten mit sich bringt: Wir haben finanziell keinen Spielraum und werden uns auch nicht in Abenteuer stürzen“, betonte Bohnenkamp.

Das Jugend-Konzept trägt Früchte. In dieser Saison standen Junioren wie Marlon Müller, David Wessel, Phillip Scherzer und Felix Bartels im Kader. In den nächsten Jahren rücken zahlreiche große Talente aus dem erfolgreichen Nachwuchs hoch. „Wir wollen versuchen, mit eigenen Spielern langfristig die 2. Liga zu halten“, sagte Bohnenkamp. Dass das in der nächsten Spielzeit nicht leicht wird, weiß er ebenso gut wie der Coach: „Für uns geht es ab Herbst um den Klassenerhalt. Und um nichts anderes“, sagte Blank. „Gerade in der Schlussphase gegen Oberhausen hat man gesehen, dass wir ein junges Team haben, das noch nicht so abgezockt ist, einen Vorsprung souverän über die Zeit zu bringen“, so der Trainer. „Aber die Mannschaft hat die Situation überstanden. Und nächstes Jahr ist sie wieder etwas reifer.“

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