SGH-Schütze Jan Brodda bucht WM-Ticket

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Der Hammer Jan Brodda nutzte seine Chance bei der WM-Ausscheidung in München und fährt nun im September zum Weltmeisterschaft nach Granada.

MÜNCHEN - Das fast Unmögliche doch noch zu verwirklichen, dazu gehört außer Talent und Können bei einem Sportler auf jeden Fall eine Menge Zutrauen und Zielstrebigkeit. Diese Eigenschaften scheint Jan Brodda (19) von der Schießgesellschaft Hamm in sich zu vereinigen. In München nutze er jetzt seine Minimalchance und buchte doch noch das Ticket für die Weltmeisterschaften in Spanien.

Nach den ersten beiden Sichtungen des Deutschen Schützenbundes (DSB) Mitte Juni in Hannover lag der SGH-Bundesligaschütze bei der WM-Ausscheidung für Granada mit dem Luftgewehr auf Rang fünf und hatte mit 6,4 Zählern Rückstand auf den angestrebten dritten Platz nur noch eine kleine WM-Chance. Aber Aufgabe oder Resignation schienen für Jan Brodda Fremdwörter zu sein.

Mit 620,1 Ringen aus dem dritten Wertungsdurchgang schockte er gleich zu Beginn seine Konkurrenz auf der Olympiaanlage von München und egalisierte zum größten Teil oder sogar ganz den Rückstand auf die vor ihm platzierten Sebastian Franz (613,7), Johannes Früh (613,6) und Maxi Dallinger (615,0). Einzig und allein der Spitzenreiter der Qualifikation, Andre Link (618,5), baute seinen großen Vorsprung von zehn Ringen weiter aus.

Im vierten und letzten Sichtungsdurchgang musste sich nun entscheiden, wer von den vier Kandidaten nach Andre Link noch die beiden weiteren WM-Tickets für Granada lösen würde. Bei Dallinger (617,5) und Brodda (617,2) zeigte sich früh, dass sie dem Druck stand hielten und ihre Nerven im Griff hatten. Für die nach der ersten Quali-Runde bis dahin zweit- und drittplatzierten Franz (613,1) und Früh (615,4) reichte es nicht – sie verspielten endgültig ihre WM-Chance. Mit Andre Link (20) vom SSV Mundelshausen (2481,6), Jan Brodda (2461,3) und Maxi Dallinger (18) von der SG Isental mit 2460,6 Zählern schickt der Deutsche Schützenbund unter der Leitung von Junioren-Nationaltrainerin Claudia Kulla ein sehr vielversprechendes Trio nach Spanien mit sicherlich guten Medaillenchancen im Mannschafts- wie auch im Einzelwettbewerb. Der Luftgewehr-Juniorenwettbewerb wird in Granada mit zwei Durchgängen (12.15 und 14.15 Uhr) am Sonntag, 14. September, gestartet und findet mit dem Finale am Montag (10.30 Uhr) seine Entscheidung.

Brodda, der im September mit seiner Ausbildung anfängt, feiert schon allein mit der WM-Teilnahme nach seinen zahlreichen DM-Titeln und dem Bundesliga-Debüt seine größten sportlichen Erfolg. Der SGH-Akteur stellt sich damit mit Britta Kurth, Christina Middrup, Anne Bielefeld, Mareike Ostkamp, Melanie Pinto Coelho und Julia Budde auf eine Stufe bei der Schießgesellschaft. In Granada wird Brodda zudem auf seine französischen Bundesligakollegen Pierre Edmond Piasecki (LG/Herren) und Alexis Raynaud (LG, KK-Liegend, KK-Inter/Junioren) treffen. Mit seinem WM-Start sowie der Teilnahme von Julia Budde (18 Jahre) bei den olympischen Jugendspielen im chinesischen Nanjing (16. bis 28. August) nehmen gleich zwei Nachwuchsakteure aus der Schule von SGH-Jugendtrainer Rudolf Jendrzejewski an den Topereignissen dieser Saison teil.

Die Deutschen Meisterschaften Ende August, auf die Julia Budde aufgrund der parallel laufenden Spiele in Nanjing trotz dreier Startberechtigungen verzichten muss, sind für Jan Brodda mit gleich vier Starts eine willkommene Generalprobe für die dann anstehende WM in Granada. - gg

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