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SG Bockum-Hövel und Trainer Marc Woller beenden die Zusammenarbeit

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Von: Patrick Droste

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Werden künftig nicht mehr gemeinsam bei der SG Bockum-Hövel an der Linie stehen: die beiden Trainer Mark Woller und David Schmidt.
Werden künftig nicht mehr gemeinsam bei der SG Bockum-Hövel an der Linie stehen: die beiden Trainer Mark Woller und David Schmidt. © Reiner Mroß/Digitalbild

Erst in diesem Sommer war Marc Woller bei der SG Bockum-Hövel eingestiegen und bildete seitdem zusammen mit David Schmidt das gleichberechtigte Trainerduo des Fußball-Landesligisten. Doch dieses Konstrukt gehört der Vergangenheit an – Woller und der Klub aus dem Adolf-Brühl-Stadion werden ab sofort getrennte Wege gehen.

Hamm – „Nicht die Person Marc Woller ist gescheitert, sondern das Projekt Doppellösung“, erklärt Mischa Faesing, der 2. Vorsitzender SG, und fügt hinzu: „Die sportliche Ausrichtung des Vereins und von Marc lagen ein Stück weit auseinander. Daher haben wir uns gemeinsam dazu entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden.“

Dabei sieht es in sportlicher Hinsicht in Bockum-Hövel eigentlich optimal aus. Nach dem 2:1-Auswärtssieg bei der TSG Dülmen steht die SG mit vier Punkten Vorsprung auf dem ersten Tabellenplatz und hat beste Möglichkeiten, im kommenden Sommer den angestrebten Aufstieg in die Westfalenliga zu realisieren. „Natürlich ist der sportliche Erfolg da, das sieht man ja an dem ersten Platz. Aber die sportliche Entwicklung der Mannschaft verläuft nicht so wie erhofft“, sagt Faesing. „Das ist schon ein wenig ärgerlich. Vorher hatte David das ja alleine gemacht. Und durch die Verpflichtung von Marc hatten wir uns schon erwünscht, dass das Team den nächsten Schritt macht. Aber das ist leider nicht eingetreten. Wir suchen jetzt nach einer neuen Lösung, um David zu entlasten. Aber es wird nicht nochmals eine gleichberechtigte Geschichte geben, dieses Projekt ist gescheitert.“

Für Schmidt ist diese Entscheidung besonders bitter. Zum einen hatte er vor der laufenden Saison in mehreren Gesprächen versucht, Woller davon zu überzeugen, bei der SG neben ihm als zweiter Coach einzusteigen. Beide waren gemeinsamen beim SV Westfalia Rhynern aktiv, Schmidt als Spieler und Woller als Co-Trainer an der Seite des damaligen Chefcoaches Björn Mehnert. „Ich kenne Marc sehr lange. Umso ärgerlich ist es, dass wir eine Rolle rückwärts machen müssen, weil es nicht so funktioniert hat, wie wir uns das gewünscht haben“, sagt Schmidt. „Aber wir mussten in dieser Situation einfach schauen, was das Beste für die Mannschaft und für den Verein ist. Daher kam es zu dieser Entscheidung.“

Zum anderen steht Schmidt nun wieder alleine in der vordersten Reihe und muss sich erneut als Einzelkämpfer um das Landesliga-Team kümmern. Zudem trainiert der zweifache Familienvater auch noch eine Jugendmannschaft der SG, deckt Teilbereiche des Sportlichen Leiters ab und hatte es daher meist als sehr angenehm empfunden, dass er sich die Aufgaben bei der ersten Mannschaft mit Woller teilen konnte. Daher soll nun der bisherige Co-Trainer Oliver Müsse wieder mehr eingebunden werden. „In dieser Konstellation werden wir erst einmal ins Rennen gehen. Olli wird mich wieder mehr unterstützen“, sagt Schmidt und fügt hinzu: „Natürlich ist das alles sehr zeitintensiv. Aber ich werde alles geben, ich mache das wirklich gerne für den Verein.“

Und natürlich auch, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Denn nachdem die SG in der vergangenen Saison hinter der IG Bönen Platz zwei belegt und den Aufstieg in die Westfalenliga verpasst hatte, soll dies in dieser Spielzeit nachgeholt werden. „Wenn man oben ist, will man natürlich oben bleiben“, sagt der 33-Jährige. „Wir haben in der Hinrunde zwar bislang einige unnötige Punkte verloren, aber ich bin positiv gestimmt, dass wir wieder in die Spur finden und bessere Ergebnisse einfahren.“ Trotzdem will sich der C-Lizenz-Inhaber, der möglichst zeitnah den Trainer-B-Schein machen möchte, nicht unter Druck setzten lassen, gibt aber auch zu: „Wenn es am Ende nicht klappt, wäre es schon eine Enttäuschung.“

Woller war bis zum Erscheinen dieses Berichts für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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