Kanuslalom

Dieser Hammer darf überraschend zur EM

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Unverhofft kommt oft: Sebastian Schubert vom Kanu-Ring Hamm hatte die Qualifikation für die WM zwar verpasst, fährt nun aber überraschend als Nachrücker zur EM im französischen Pau.

Auf die Enttäuschung der verpassten WM-Qualifikation folgte die überraschende EM-Nominierung: Kanuslalom-Fahrer Sebastian Schubert vom Kanu-Ring Hamm darf nun doch mit zu den Titelkämpfen im französischen Pau – als Nachrücker.

Hamm - Die Nachricht kam für Sebastian Schubert überraschend. Am Dienstagabend informierte Bundestrainer Michael Trummer den Athleten des Kanu-Rings Hamm darüber, dass er anstelle des verletzten Fabian Schweikert in den Kader für die Europameisterschaften im Kanuslalom aufrückt, die vom 30. Mai bis 2. Juni in Pau (Frankreich) stattfinden. 

Am Mittwochvormittag verbreitete der Deutsche Kanu-Verband die Information auch über den Twitter-Kanal der Nationalmannschaft. „Das ist für mich eine gute Sache“, freute sich Schubert, der überhaupt nicht damit gerechnet hatte, es noch zu den kontinentalen Titelkämpfen zu schaffen. Schließlich war er nicht erster, sondern zweiter Nachrücker. Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass mit Stefan Hengst ebenfalls ein Hammer als Ersatz für den beruflich verhinderten Tim Maxeiner mit nach Frankreich reisen würde. „Das ist ungewöhnlich, dass gleich zwei Leute nicht mit können“, weiß Schubert.

Nach WM-Aus muss Schubert sich das Gefühl fürs Boot zurückholen

Und aus diesem Grund hatte der 30-Jährige auch seine Form nicht gezielt auf eine mögliche EM-Teilnahme abgestimmt. „Körperlich war ich nicht unbedingt darauf vorbereitet, deshalb habe ich auch seit drei Wochen nicht trainiert“, gibt der Hammer, der in Augsburg Mittelschullehramt studiert, zu. Jetzt drängt die Zeit. Denn schon am Samstag fliegen die drei Kanu-Ring-Sportler in Richtung Pau ab. 

Neben Schubert und Hengst wird Jasmin Schornberg als dritte heimische Vertreterin am Start sein. „Ich muss mir jetzt erst einmal ein paar Tage das Gefühl im Boot zurückholen“, sagt Schubert, ist aber optimistisch, dass ihm dies gelingen wird. Von Sonntag bis einschließlich Mittwoch haben die Athleten Gelegenheit, auf dem EM-Kurs zu trainieren.

Strecke in Pau "eine meiner Lieblingsstrecken"

Schubert kennt die Bedingungen des in der Nähe der Pyrenäen gelegenen Pau von den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren. „Das ist eine meiner Lieblingsstrecken“, unterstreicht er: „Sie ist relativ schwer vom Wildwasser her. Man hat wenige Pausen, weil viele Stufen aufeinander folgen. Im Vergleich zu vielen anderen künstlichen Strecken verfügt sie über eine hohe Strömungsgeschwindigkeit.“ Die Hindernisse sind nicht aus Kunststoff, sondern meist aus Gestein. Von daher, ergänzt Schubert, „hat das schon eher den Charakter von Natur“.

Umso größer ist bei ihm die Vorfreude auf die EM. Zumal es noch gar nicht lange her ist, dass Schubert eine herbe Enttäuschung verarbeiten musste. Anfang Mai verpasste er mit einem siebten und einem vierten Platz in Augsburg die Qualifikation für die WM im spanischen La Seu d’Urgell. Erstmals seit 15 Jahren zählt Schubert darum in diesem Jahr nicht zum regulären Aufgebot des Nationalteams. 

Nach WM- ist auch Olympia-Teilnahme für Schubert passé

Und auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio ist damit einmal mehr passé – es dürfte Schuberts letzte Chance gewesen sein, es zu diesem Großereignis zu schaffen. Woran genau es in der Quali gehapert hatte, kann der Hammer auch mit drei Wochen Abstand noch nicht verbalisieren. „Da steckt man manchmal nicht drin, es lief einfach nicht“, grübelt er.

An einen Rücktritt hat Schubert danach nach eigener Aussage nicht gedacht. Und in naher Zukunft ist dies ohnehin kein Thema. „Jetzt fahre ich erst einmal die EM. Dann werden wir sehen, was für mich in den nächsten Wochen und Monaten noch drin ist“, betont er. Eine offizielle Zielsetzung für Pau gibt er nicht heraus. „Das kann ich im Moment nicht so einschätzen“, will er im Training kurzfristig vor allem wieder die Form finden – und die Rennen genießen.

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