Sebastian Schubert bereit für „knallharten Kampf“

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Will nach Rio zu den Olympischen Spielen: der Hammer Sebastian Schubert.

Hamm - Eigentlich hat Sebastian Schubert Pause. Um neue Kräfte zu sammeln. Aber auch, um den Frust von der für ihn enttäuschenden Weltmeisterschaft in London zu verdauen. Doch so ganz ohne Kanuslalom geht es für den 27-jährigen Heessener einfach nicht. „Zweimal war ich auf dem Wasser – weil ich Lust hatte“, sagt Schubert – und grinst dabei verschmitzt.

Vor allem auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Rio de Janeiro hat der Team-Europameister große Lust. „Das ist ein Mythos. Olympia schwebt über allem“, betont er. Doch der Weg dorthin ist sehr steinig. Das bestätigt auch Bundestrainer Michael Trummer. „Man kann davon ausgehen, dass für die meisten schon jetzt die Vorbereitung auf die nationale Qualifikation im Frühjahr beginnt, dass nach der WM gleich ein neuer Fokus da ist“, betont der Coach.

In nur vier Ausscheidungsrennen wird sich im Frühjahr entscheiden, wer beim Olympia-Highlight im kommenden Jahr in Brasilien dabei sein wird oder zuschauen muss. Dass in den vier olympischen Disziplinen jeweils nur ein einziges Boot bei den Sommerspielen starten darf, macht die Sache selbst für die Besten zu einer ganz heiklen Mission. Denn in allen Klassen verfügt der Deutsche Kanu-Verband über mehrere Stangen-Paddler, die sich in der Weltspitze etabliert haben. „Bei den Olympischen Spielen müssen wir viele unserer besten Athleten zu Hause lassen, die eigentlich auch Medaillenchancen hätten“, bilanziert Trummer. Diese Regelung des Kanu-Weltverbandes ICF sei „ganz klar ein Dilemma in unserer Sportart“, kritisiert er. Auch Verbandschef Thomas Konietzko erkennt die Problematik: „Das Schlimme ist, dass sich nur einer der Weltbesten qualifiziert.“ Er sagt einen „knallharten Konkurrenzkampf“ voraus.

Doch Schubert will sich dieser Herausforderung unbedingt stellen, um sich endlich den Traum von Olympia zu erfüllen. Dafür muss er bei den Rennen in Augsburg (23./24. April) und Markkleeberg (30. April/1. Mai) die meisten Punkte einheimsen. Als Hauptkonkurrenten sieht er die beiden Augsburger Hannes Aigner, der bei den Olympischen Spielen 2013 den dritten Platz belegt hatte, und Alexander Grimm, den Olympiasieger von 2008. „Das wird extrem schwer. Denn wir drei sind eigentlich alle auf dem gleichen Level. Aber wenn ich die beiden schlage, dann müsste ich in Rio dabei sein“, meint Schubert, der trotz seines Ausscheidens im Halbfinale bei der WM in London bis in die Haarspitzen motiviert ist.

Daher wird er auch bereits in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen und im November nach Rio fliegen. Dort finden sowohl ein Trainingslager als auch die so genannten Pre-Olympics, ein Testwettkampf auf der olympischen Strecke, statt. Und bis dahin will er dann auch die vergangene Saison endgültig abgehakt haben. „Ich habe mein Aus im WM-Halbfinale zwar noch nicht gemeinsam mit meinem Trainer analysiert. Aber ich habe auf der Überfahrt von Tor elf zu zwölf das Paddel kurz aus dem Wasser genommen. Dadurch wurde ich nach unten gedrückt und habe Zeit verloren“, erläutert er – wohlwissend, dass er sich bei den Ausscheidungsrennen im April 2016 so einen Fehler nicht erlauben darf. Denn dann wäre der olympische Traum für ihn schnell geplatzt.

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