Wasserball

Junger Hammer Wasserballer für Nationalmannschaft nominiert

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Ein Wasserballer mit großer Perspektive: der 14 Jahre alte Sead Alagic vom SC Rote Erde Hamm.

Der 14 Jahre alte Sead Alagic vom SC Rote Erde Hamm ist für die U16-Wasserball-Nationalmannschaft nominiert worden

Hamm - Er konnte gerade einmal Brustschwimmen. Freistilschwimmen war ihm völlig fremd. Und von Wasserball hatte er mit seinen damals zehn Jahren noch nie in seinem Leben etwas gehört. „Ich wusste noch nicht einmal, dass es diese Sportart überhaupt gibt“, erinnert sich der mittlerweile 14-jährige Sead Alagic. Doch als er von der Grundschule zum Freiherr-vom-Stein-Gymnasium wechselte und sich das Angebot möglicher Arbeitsgemeinschaften (AG) auf seiner neuen Schule anschaute, entdeckte er dort Wasserball. „Da hatte ich irgendwie Lust zu. Und als ich das einmal ausprobiert hatte, wusste ich vom ersten Tag an, dass das mein Sport ist“, sagt Alagic, der sich anschließend dem SC Rote Erde anschloss – und jetzt das erste Mal für den 20 Spieler starken Kader der deutschen U16-Nationalmannschaft nominiert wurde.

Von Karate zum Wasserball

An eine Berufung für ein Auswahlteam hatte er vor vier Jahren natürlich keinen Gedanken verschwendet. Zuvor hatte er Karate betrieben, aber nach fünf Jahren hatte diese Sportart für ihn den Reiz verloren. Umso spannender fand er Wasserball – und stürzte sich kopfüber und voller Eifer in das neue sportliche Abenteuer. „Er hat da sofort angebissen, war Feuer und Flamme“, berichtet sein Vater Amin Alagic. Dabei hatte sein Sohn anfangs keinen leichten Stand. Denn beim SC Rote Erde nahm er nach der Schul-AG am Vereinstraining zusammen mit anderen Kindern teil, die diesen Sport schon deutlich längere Zeit ausgeübt hatten. „Ich habe gleich beim normalem Training mitgemacht und kam dann mit der Zeit an das Niveau der anderen heran“, sagt Sead Agalic, der mittlerweile ein Wasserballer mit Herz und Seele ist: „Ich liebe die Dynamik und Schnelligkeit des Spiels sowie die Tatsache, dass alle Körperteile beansprucht werden und man mental richtig stark sein muss.“

RE-Coach Carsten Berg hatte jedenfalls schnell gemerkt, dass der Neuling eine Menge Potenzial mitbringt und förderte ihn entsprechend. „Sead ist etwas mehr als drei Jahre dabei. Das ist ja nicht lange. Aber er verfügt über eine enorme Ruhe, eine gewisse Ausgeglichenheit, ist unglaublich fleißig, ist vom Körperbau her sehr kräftig, hat daher einen guten Schuss, und er hat großes Talent“, schwärmt Berg, der den 14-Jährigen daher nicht nur mit seinen gleichaltrigen Teamkollegen in der U16-Mannschaft des Hammer Traditionsvereins trainieren lässt, sondern ihn auch mit zu den Übungseinheiten des Zweitliga-Teams nimmt.

Extraschichten im Zweitligateam

Alagic absolviert diese Extraschichten mit den Erwachsenen nur zu gerne. Im Spiel mit den „Großen“ merkt er, wo seine Defizite sind und wie er sich verbessern kann. „Die Spieler sind nicht nur routinierter, sondern sind mir da alle auch körperlich überlegen. Da kommt man nicht so einfach vorbei, die sind ein anderes Hindernis als die Jungs, gegen die ich sonst antrete. Außerdem ist das Spiel viel schneller“, sagt er – und fügt hinzu. „Aber man muss ja etwas haben, was einen fordert.“

Sein Talent und sein Ehrgeiz haben bereits dafür gesorgt, dass er für die Landesauswahl nominiert worden war und sogar schon in Dubrovnik und Makarska mit der NRW-Mannschaft unter der Regie des damaligen Coaches Vuk Vuksanovic an drei internationalen Turnier teilnehmen durfte. Der neue Landestrainer Marco Leo hatte den jungen RE-Spieler nun für die Nationalmannschaft empfohlen. „Ich musste dann einige Test absolvieren. Als ich vor ein paar Tagen per E-Mail erfahren habe, dass ich definitiv bei der Nationalmannschaft dabei bin, konnte ich es zuerst nicht fassen“, sagt er und sieht diese Berufung als „Belohnung für mein hartes Training und als zusätzliche Motivation.“ Denn Alagic hat noch große Pläne mit seiner gerade erst in Fahrt gekommenen Karriere. „Ich will irgendwann einmal von der Europameisterschaft über Weltmeisterschaften bis zu den Olympischen Spielen an den großen Turnieren teilnehmen“, hofft er, muss jetzt aber erst einmal ohne das geliebte Wasser auskommen. Denn aufgrund des erneuten Corona-Lockdowns bleibt ihm nichts anderes übrig, als alleine zuhause zu trainieren. „Ich kenne das ja noch aus dem Frühjahr. Ich werde laufen gehen und alles tun, um fit zu bleiben“, sagt der junge Wasserballer.

Große Freude auch bei Trainer Carsten Berg

Für Berg ist die Nominierung von Alagic für die U16-Nationalmannschaft jedenfalls ein tolle Sache. „Für Sead ist das eine schöne Belohnung. Und uns zeigt das, dass wir hier bei Rote Erde nicht so viel falsch gemacht haben können. Denn ansonsten sind fast nur Jungs aus den großen Vereinen wie Berlin und Hannover dabei. Ich habe mich darüber sehr, sehr gefreut“, betont der Coach und knüpft mit der ersten Nominierung eines RE-Spielers für eine Nationalmannschaft seit vielen Jahren auch gewisse Erwartungen an sein junges Talent: „Ich erwarte von ihm demnächst, dass er als Nationalspieler die U16 führt und noch mehr Verantwortung übernimmt.“

Sead Alagics Vater hat jedenfalls keine allzu großen Sorgen, dass sein Sohn diese Vorgaben nicht erfüllt: „Er gibt immer Vollgas“, sagt er. Und Sead Alagic fügt voller Selbstbewusstsein hinzu: „Ich bin bereit, ein neues Level zu erreichen.“

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