Schwierige Vorbereitung für den SK Germania Herringen

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Kevin Karschau musste zuletzt aufgrund eines grippalen Infekts im Training pausieren.

Hamm - Ruhig sieht anders aus: Nachdem den SK Germania Herringen die Nachricht von der positiven Dopingprobe Maurice Michlers erreicht hat, war an eine konzentrierte Vorbereitung auf den Saisonstart in der Rollhockey-Bundesliga nicht mehr zu denken.

„Die Lage ist bei uns schon sehr angespannt“, räumt der SKG-Vorsitzende Michael Brandt vor der Partie gegen den TuS Düsseldorf Nord am Samstag (18 Uhr/Glückauf-Halle) ein. „Zumal wir ja noch nicht wissen, was endgültig auf Maurice zukommen wird.“ Denn bislang ist noch nicht klar, wann das Schiedsverfahren der Anti-Doping-Kommission eine Entscheidung über das Strafmaß des SKG-Torhüters fällen wird.

Entsprechend sind den Herringern die Hände gebunden, was ihre weitere Vorgehensweise in der Torwartfrage betrifft. Zwar gilt es für Brandt als sicher, dass Michler um eine Strafe nicht herumkommen wird – diese kann sich aber auf eine Sperre zwischen sechs Monaten und vier Jahren belaufen. „Für uns ist daher jetzt erst einmal die Torwartsuche im Mittelpunkt“, sagt Brandt, der sich auch verärgert darüber zeigt, dass Spieler und Verein erst jetzt – und damit nach dem Ende der Wechselperiode in Deutschland – von der positiven Doping-Probe ihres Keepers informiert worden sind, obwohl die betreffende Partie gegen Iserlohn bereits im Mai stattgefunden hat. „Sollten wir nun noch jemanden finden, so wird er erst einmal mit einer Sperre von 40 Tagen belegt. Zudem sind die Torhüter in der Bundesliga bereits alle unter Vertrag.“

Entsprechend haben die Herringer vorsichtshalber Kontakte nach Portugal geknüpft, um sich die Dienste eines zweiten konkurrenzfähigen Goalies zu sichern. „Zwei, drei Spieler haben wir da im Auge, aber im Moment wäre es noch zu früh, Namen zu nennen.“ Glück im Unglück für die Herringer, dass sie neben Michler mit Timo Tegethoff über einen zweiten starken Torhüter verfügen, dem jetzt als Nummer eins „unser volles Vertrauen gilt“, sagt Brandt.

Trotz all dieser äußeren Einflüsse, „auf die wir nicht eingestellt waren“ (Brandt), muss die Mannschaft nun den Fokus auf den Sport legen. Im eigenen Lager schmerzt neben der Sperre für Michler der langfristige Ausfall von Liam Hages, der nach seiner Schulter-Operation eventuell bereits in der kommenden Woche das Reha-Training aufnehmen kann. „Um so wichtiger ist es, dass Luis Hages von Beginn an dabei ist, um uns zu unterstützen“, freut sich Brandt über die Rückkehr des U 20-Nationalspielers, der zwei Jahre in Remscheid gespielt hat, bereits voll in die Mannschaft integriert ist und problemlos in der ersten Formation eingesetzt werden kann. Für Kevin Karschau wird es dagegen eng. Der Nationalspieler musste wegen eines grippalen Infekts pausieren und stieg erst gestern wieder ins Training ein. „Wir hoffen, dass er 100 Prozent abrufen kann“, sagt Brandt. „Denn das wird nötig sein.“

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